Viele FCB-Fans mahnten in den letzten Tagen, man müsste das skandalöse Ende der CL-Halbfinal-Partie in Madrid schleunigst abhaken, man soll sich nicht als schlechter Verlierer erweisen. Ehrlich gesagt ist das nach all den Vorkommnissen der letzten Europapokaljahre, speziell dieser CL-Saison, eine ebenso oberflächliche wie törichte und fahrlässige Forderung.
Denn seit einiger Zeit – parallel zur Entwicklung in der Bundesliga – wird der deutsche Rekordmeister in jeder Europapokalsaison auf fast schon schamlose Weise benachteiligt. Gilt der Rekordsieger aus der spanischen Hauptstadt schon seit längerer Zeit als Protegé des europäischen Fußballverbands und wird von der Fußballszene als UEFA Madrid verachtet, ist die Situation des FC Bayern genau die umgekehrte. Wenig Sympathie im deutschen Sport-Boulevard für den Rekordmeister mündet zudem darin, dass dieser Fakt kaum beachtet wird. Die Bayern-Bosse wehren sich auch nicht ausreichend.
Der skandalöse Abseitspfiff des polnischen Weltschiedsrichters Szymon Marciniak stellt am Ende, beim Ausscheiden des FCB, nur den traurigen Höhepunkt dar. Die Fehlentscheidung war so derart lächerlich auf diesem Niveau, dass eigentlich Korruptions- und Verschwörungstheorien eher logisch erscheinen als dass die Situation der polnischen Schiedsrichter (ein Assistent war ja auch haupt-verantwortlich) mit einem „hoppala, kann halt mal passieren!“ zu beschreiben wäre.
Eine kleine Chronologie der CL-Saison des FCB, was die SR-Leistungen betraf:
Schon in der Gruppenphase hatte man beim einzigen Unentschieden gegen den FC Kopenhagen – bei sonst fünf Siegen – große Probleme mit einer Quotenfrau aus Frankreich:
Diese Tendenz setzte sich bei allen männlichen SR-Kollegen von Frappart in den KO-Spielen fort. Auch bei der 0:1-Achtelfinal-Niederlage in Rom bei Lazio war François Letexier, ein Landsmann der Französin, dem FCB keineswegs wohl gesonnen:
Weniger Erfolg hatte die UEFA dann mit der Ansetzung eines alten Bekannten aus 2022 im Rückspiel:
Der Rekordmeister beherrschte Lazio beim 3:0 zu sehr, als dass der Slowene Slavko Vincic entscheidend hätte eingreifen können.
Den nächsten gewaltigen SR-Aufreger gab es jedoch schon kurz später beim 2:2 bei Arsenal London. Weil es ein „Kinderfehler„, ein „Anfängerfehler“ des englischen Abwehrspielers war, verzichtete Schiedsrichter Glenn Nyberg aus Schweden darauf, dem FC Bayern den regelkonformen Handelfmeter zuzusprechen.
Die SR-Ansetzung der UEFA mit dem „Skandal-SR“ von 2023 Clément Turpin (erneut ein Franzose!) gegen Real Madrid war dann erneut ein Affront gegen den FCB. Dieser hatte beim Viertelfinal-Aus gegen ManCity eine lausige Leistung gezeigt und unter anderem Thomas Tuchel des Feldes verwiesen. Er war auch dieses Mal sicherlich weit davon entfernt ein Heim-SR zu sein, aber eine klare Bevorzugung von Madrid konnte man ihm sicherlich nicht vorwerfen.
… und dann kam der Welt-Schiedsrichter Marciniak und erinnert sich wohl an Glenn Nybergs Erklärung mit dem „Kids mistake„.
Muss sich der FC Bayern all dies tatsächlich gefallen lassen? Freiwild der Schiedsrichter – national wie international! Hier würde man sich ein klares Machtwort der Bosse wünschen: Herr Dreesen, Herr Hainer, Sie sind gefordert! Und wie!
