Nach dem letztendlich skandalösen Ausscheiden des FC Bayern gegen Real Madrid im Champions League Halbfinale steht die Leistung des polnischen Schiedsrichters Szymon Marciniak nach wie vor im Mittelpunkt. Der kicker bewertete zwar seine Leistung vor dem finalen Blackout als gut, das ehemalige Fachblatt hatte dies aber auch beim Ausscheiden des FCB 2022 gegen Villarreal bei der unterirdischen Leistung des Slowenen Slavko Vincic getan und gilt diesbezüglich – speziell bei Bayernspielen – schon lange nicht mehr als Maßstab.
Vier Schlüsselszenen vom Mittwochspiel, die aufzeigen, dass Marciniak den deutschen Rekordmeister, generell verpfiff:
Szene 1: Nach einem Einwurf in der 13. Spielminute kam Real Madrid zur ersten Großchance, Vinicius Junior traf – dank Parade von FC-Bayern-Keeper Manuel Neuer – aber nur den Pfosten. Die Szene hätte regelkonform jedoch von Marciniak sofort unterbunden werden müssen, da ein zweiter Ball auf dem Spielfeld war, sogar gespielt wurde und FCB-Spieler irritierte.
Szene 2: In der 72. Spielminute jubelte Real Madrid über den 1:1-Ausgleich. Allerdings lag FC-Bayern-Verteidiger Joshua Kimmich am Boden. Wie sich herausstellte, hatte Real-Kapitän Nacho Kimmich ins Gesicht gegriffen und ihn zu Boden geschubst. Für dieses eindeutige Foulspiel benötigte der polnische Unparteiische erst den VAR, um seinen krassen Fehler zu erkennen und den Treffer noch zu annullieren. Bedeutend dabei: Marciniak konnte diesen Fauxpas noch korrigieren, allerdings spüren Topspieler, wenn ein Schiedsrichter sich nicht in Topform befindet. Im Anschluss wurde das Spiel deutlich hektischer, das Reklamieren und damit die Beeinflussung des Schiedsrichters nahm zu.
Außerdem hätte Marciniak sich Gedanken um die Farbe der Karte machen müssen, die sich Nacho durch diese durchaus als Tätlichkeit zu bewertende Aktion verdient hätte. Der Pole ermahnte nicht einmal.
Szene 3: Generell wirkte Marciniak auf das Spiel nicht gut vorbereitet. Ob er im Vorfeld etwas von der Verletzungsmisere beim FCB gehört hatte? Schiedsrichter haben das Recht, ein Spiel weiterlaufen zu lassen, selbst wenn ein Spieler lange am Boden liegt. Die Intension ist klar: Zu viele Profis täuschen Verletzungen vor, um Zeit zu schinden und den Spielfluss zu stören. Als Aleksandar Pavlovic nun in der 87. Spielminute am Strafraum von Real Madrid am Boden lag, ging es aber nur um eine weitere Verletzung eines Bayernspielers. Marciniak ließ den Mittelfeldspieler dennoch über eine Minute am Boden liegen, bevor er behandelt werden konnte. Auch in der Folge spielten die Bayern in Unterzahl, waren nicht richtig sortiert und kassierten in der Phase den unglücklichen Ausgleich.
Szene 4: Die Szene, welche die BILD als den „größten Tor-Betrug in einem Alles-oder-Nichts-Spiel seit dem WM-Finale 1966“ bezeichnet.
Ach ja, das waren lediglich die Schlüsselszenen, die die lausige Leistung des polnischen Referees gegen den FCB aufzeichnen sollen. So durfte Leroy Sanés Gegenspieler mit ihm zu Beginn des Spiels machen, was er wollte, der Bayernstürmer bekam keinen Freistoß zugesprochen. Und den Kopfball von Minjae Kim an die Latte des madrilenischen Tors hätte man auch nicht unbedingt abpfeifen müssen.
Es wäre ziemlich interessant, die wahren Hintergründe dieser einseitig katastrophalen Leistung zu kennen …
