Rote Karte für Upamecano zu hart? SR-Experte bewertet die Szene

Es war gestern Abend bei der 0:1-Niederlage des FC Bayern bei Lazio Rom die spielentscheidende Szene. In der 67. Minute verursacht Innenverteidiger Dayot Upamecano durch sein ungeschicktes Eingreifen einen Foulelfmeter und wird darüber hinaus bei der Aktion auch noch des Feldes verwiesen. In früheren Jahren hätten die Bayernfans sich vehement über diese harte Doppelbestrafung beschwert, zumindest diskutiert. Das blieb gestern völlig auf der Strecke, man arbeitete sich lieber an Trainer und Spielern ab. Dafür bewertete der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Manuel Gräfe die Entscheidung des französischen Unparteiischen François Letexier.

Bei der Szene ging Ciro Immobile ins Dribbling, spielte im Strafraum rechts auf Gustav Isaksen ab. Der Däne schloss eher ungefährlich ab, Dayot Upamecano wollte zeitgleich aber den Schuss blocken und stieg Isaksen in dieser Bewegung auf den Knöchel. Dafür erhielt er die Rote Karte, den anschließenden Elfmeter verwandelte Immobile zum 1:0 für Lazio.

Der frühere DFB-Schiedsrichter Manuel Gräfe äußerte sich auf der Social-Media-Plattform X zur Szene aus der 67. Minute und erklärte: „Elfer korrekt plus Upa Rot (zu)hart: Anweisung bis Knöchel eher Gelb, drüber Rot. Auch eine Frage der Intensität plus ob Ball in Spielnähe.“ Upamecano komme „knapp zu spät, will blocken plus tritt ihm aber gegen Knöchel/Schienbeinansatz, zieht aber zurück, eher Gelb, aber Rot nicht klar falsch„, so Gräfe. Sprich der ehemalige deutsche Schiedsrichter, der es bei seinen Spieleinsätzen nicht immer besonders gut mit dem Rekordmeister gemeint hatte, hätte es bei einer Verwarnung für Upa belassen.

Auch Bayern-Trainer Thomas Tuchel reagierte nach dem Spiel auf die Szene. „Im Spiel habe ich gar nicht verstanden, warum es überhaupt Elfmeter gab„, verriet Tuchel nach der Partie bei DAZN. Nach Ansicht der Fernsehbilder korrigierte er seine Wahrnehmung allerdings. „Es ist zu wild„, kritisierte der Trainer den Einsatz Upamecanos. „Es reicht, das zu blocken.“ Upamecanp habe Isaksen zwar unabsichtlich erwischt, „aber es ist gar keine Not da, diese Bewegung überhaupt zu machen. Es reicht komplett wenn er das blockt„.

Absolut perfekt von Tuchel analysiert. In der Tat war die Torgefahr eher gering. Wenn der französische Nationalspieler lediglich seinen massiven Körper hineinstellt, kann in dieser Szene nur wenig passieren. Dass Letexier diese rote Karte fast ohne zu überlegen sofort zeigte, passt zur aktuellen FCB-Situation: Außer Form, mental am Boden, verunsichert, glücklos und genau in dieser Situation kommt der berühmte Bayern-Malus. Die FCB-Spieler müssen sich national wie international schon lange damit herumplagen. Schon Ende der ersten Halbzeit leistete sich Letexier eine krasse Fehlentscheidung gegen den FCB. Als der spätere Elfmeter-Torschütze Immobile im Mittelfeld ein ebenso glasklares wie hartes Foul an Joshua Kimmich beging, ließ der Franzose völlig unverständlicherweise weiterspielen und ermöglichte den Römern so eine gute (Konter-)Chance.

In den letzten acht CL-Partien wurde der FCB saisonübergreifend dreimal von Franzosen (inkl. einer Französin) gepfiffen: Dreimal konnte der deutsche Rekordmeister nicht gewinnen, was nicht zuletzt auch an den SR-Leistungen lag:

Lösen nun die fragwürdigen französischen SR-Leistungen die traditionell katastrophalen spanischen bei FCB-CL-Spielen ab? Wäre vor einiger Zeit noch eine Diskussion wert gewesen …

PS: Übrigens gewann der FCB die anderen fünf CL-Spiele …  😉

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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