Der FC Bayern hadert nach dem Remis beim FC Arsenal – wie nach zahlreichen Playoff-Spielen in der Champions League in den letzten Jahren – mit einigen Schiedsrichterentscheidungen. Vor allem eine skurrile Szene, bei der es gemäß Regel grundsätzlich und alternativlos hätte Handelfmeter geben müssen, erzürnt die Gemüter. Thomas Müller meint, ein generelles Problem erkennen zu können.
„Es ist vielleicht das, was Matthias Sammer des Öfteren erwähnt hat: Deutsche Teams und die Lobby bei Collinas Kollegen, die ist schon zu hinterfragen. Das, was in den Strafräumen da gepfiffen wird„, so der Ur-Bayer gegenüber der BILD. Gemeint hat er Pierluigi Collina, der einstige Weltklasse-Referee, der inzwischen allerdings nicht mehr bei der UEFA, sondern für die FIFA tätig ist. Chef der Schiedsrichter-Kommission der UEFA ist sein italienischer Landsmann Roberto Rosetti.
Und da klingelt es bei den FCB-Fans mit einem guten Gedächtnis: Dieser war der Unparteiische im CL-Halbfinale 2010 gegen Olympique Lyon, der Franck Ribéry zum Unverständnis des Vereins und zahlreicher Bayernfans bei einer Offensivaktion früh vom Platz gestellt hatte. Der deutsche Rekordmeister hatte sich damals zwar trotzdem für das Finale qualifiziert, der sich in überragender Form befindliche Ribéry fehlte jedoch gesperrt. Großer Nutznießer seiner unverständlichen Sperre waren Rosettis Landsleute von Inter Mailand. Ein Schelm, wer …
Auffällig ist seit Jahren, wie oft ebenso entscheidende wie wenig nachvollziehbare Entscheidungen gegen Bundesliga-Vertreter ausfallen. Der von Müller angesprochene Matthias Sammer echauffierte sich zuletzt nach dem Hinspiel des Achtelfinals des BVB bei der PSV in Eindhoven. Eine Grätsche von Mats Hummels zog einen zweifelhaften Strafstoß nach sich. „Wir müssen die UEFA attackieren. Es reicht nicht, wenn wir hier immer nur am Tisch diskutierten„, polterte Sammer im Februar. Auch RB Leipzig wurde gegen Real Madrid in beiden Spielen krass benachteiligt.
Während die Hummels-Szene zumindest noch Interpretationsspielraum bot, da es ein zu bewertender Zweikampf war, war die kuriose Handspiel-Szene im Arsenal-Strafraum gestern eine eindeutige Angelegenheit. „Der Schiri hat es ja klar gesehen. Ihm war bloß der Fehler zu blöd, zu kleinlich, als dass er einen Elfmeter hergibt. Er hat das aber nicht zu entscheiden. Der Schiri ist da, um die Regeln umzusetzen. Auch wenn man vielleicht dann mit der Regel nicht zufrieden sein kann„, ärgert sich Müller. Auch FCB-Cheftrainer Thomas Tuchel kritisierte den schwedischen Unparteiischen Glenn Nyberg nach dem Spiel auf der PK scharf.
Seit vielen vielen Jahren diskutieren FCB-Fans über die zum Teil krasse Benachteiligung des FC Bayern bei internationalen (mittlerweile auch in der Bundesliga!) Partien – nicht nur bei Spielen gegen UEFA Madrid. Thomas Müller spricht ihnen allen aus dem Herzen!
