Nagelsmann-Absage: Fortsetzung des „alten Duells“ Hoeneß – Rummenigge?

Nach Xabi Alonso ist mit Julian Nagelsmann nun die nächste Wunschlösung für den im Sommer an der Säbener Straße frei werdenden Cheftrainer-Posten abgesprungen. Während Kalle Rummenigge laut Medienberichten nicht unwesentlich an der Absage von Nagelsmann beteiligt gewesen sein soll, bedauert Uli Hoeneß die Absage des 36-Jährigen. Das erinnert an alte Zeiten, als sich CEO und Präsident des Öfteren bei wichtigen Personalentscheidungen uneins waren und sich heftig zofften – allerdings wohl meist hinter verschlossenen Türen.

Für den FC Bayern bedeutet die Verlängerung Nagelsmanns beim DFB einen weiteren herben Rückschlag bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger für den zum Saisonende scheidenden Thomas Tuchel. FCB-Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat bei BR24 Sport auf die Absage Nagelsmanns reagiert.

„Ich finde es schade, aber die Welt geht beim FC Bayern deswegen nicht unter“, bedauerte Hoeneß gestern die Nachricht. „Es war immer so, dass er (Nagelsmann) einer von mehreren Kandidaten war und beide Seiten sich die Möglichkeit eröffnen, ja oder nein zu sagen. Jetzt hat er sich für die deutsche Nationalmannschaft entschieden.“ Hoeneß, der als Nagelsmann-Fan gilt, war laut eigenen Angaben bei den Verhandlungen der Führung des Rekordmeisters nicht anwesend. Er sowie Rummenigge sollen nur noch beratend für den FC Bayern tätig sein. Der Kalle ist dann offensichtlich über seine Aufgabenstellung etwas hinaus geschossen.

Der Blick in München wird sich nach der Nagelsmann-Entscheidung nun erneut nach vorne richten müssen. „Das ist eine Entscheidung, die man respektieren muss„, so Hoeneß. Dass die Bayern nach Alonso erneut eine Schlappe bei der Besetzung des frei werdenden Trainerpostens hinnehmen müssen, ist eine vermeintlich ungewohnte Situation beim deutschen Rekordmeister, eventuell aber auch dem aktuellen Prinzip „viele Köche verderben den Brei“ geschuldet. Und wenn schon einmal das blinde Huhn Didi Hamann sein Korn findet …

Uli Hoeneß selbst will jedoch mit der verantwortungsvollen Aufgabe der Trainersuche und letztendlich auch -verpflichtung nichts zu tun haben und verweist auf Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund. „Das ist nicht meine Aufgabe. Das müssen Sie die beiden fragen, sie sind sportlich verantwortlich.“

Uli und Kalle mal wieder uneins? Der Ehrenpräsident akzeptiert – überraschend – seine neue Rolle, der Ex-CEO eher nicht? Legendär ihr Zwist bei der Trainersuche 2008: Rummenigge hat sich letztendlich mit seinem Kandidaten Jürgen Klinsmann gegen Hoeneß und Jürgen Klopp durchgesetzt … Der Europameister von 1980 – ein wahrer Trainer-Experte ….


Titelbild: FCB-Jahreshauptversammlung 2019: CEO Rummenigge ehrt und verabschiedet den Präsidenten Uli Hoeneß.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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