Vincent Kompanys extrem schwierige Aufgabe bei der FCB-Saisonvorbereitung

2025 wurde dem FC Bayern wegen der Teilnahme an der Klub-WM ein Holperstart in die Saison prophezeit. In diesem Jahr scheint diese Gefahr jedoch wesentlich größer zu sein.

Als der FC Bayern und auch Borussia Dortmund im vergangenen Sommer an der ersten Ausgabe der Klub-WM in den USA mit 32 Vereinen teilgenommen hatten, wurde ihnen ein Szenario eines Horrorstarts in die Spielzeit 2025/26 aufgezeigt. Genau das Gegenteil traf jedoch ein: Der Rekordmeister erzielte in den ersten Monaten der vergangenen Saison einen Rekord nach dem anderen, und auch der BVB startete beachtlich gut. Könnte dem Rekordmeister dieses Szenario nun mit einem Jahr Verspätung drohen?

Als der FC Bayern vor knapp zwei Wochen die Vorbereitung auf die Spielzeit 2026/27 startete, stand Chefcoach Vincent Kompany kein einziger der 17 WM-Fahrer des Rekordmeisters zur Verfügung. Neben zahlreichen Nachwuchskräften und einigen Verkaufskandidaten wie Joao Palhinha und Sacha Boey nahmen mit Tom Bischof und Sven Ulreich nur zwei Profis des Kaders der Vorsaison das Training auf. Die WM-Kandidaten Serge Gnabry und Lennart Karl trainierten nach ihren Verletzungen zum Ende der vergangenen Spielzeit bzw. kurz vor dem WM-Turnier lediglich individuell.

Tröpfchenweiser Saisonstart der WM-Fahrer des FC Bayern

Zum alljährlichen Trainingslager am Tegernsee (27. bis 30. Juli) erschienen dann die meisten der relativ früh im Turnierlauf ausgeschiedenen Nationalspieler: Hiroki Ito, Minjae Kim und alle deutschen Internationalen – außer Jamal Musiala. Der 23-Jährige musste sich eine vor einem Jahr wegen seiner schweren Unterschenkelverletzung eingesetzte Metallplatte operativ entfernen lassen. Auch sein kanadischer Kumpel Alphonso Davies bekam einen etwas längeren Urlaub, nachdem er als Kapitän des Co-Gastgebers zwar bei der WM dabei, aber letztendlich nicht wirklich fit gewesen war.

Josip Stanisic, Konrad Laimer und Luis Diaz erhielten ebenfalls einen etwas längeren Urlaub, gehen nun aber – ohne Trainingstage – zusammen mit ihren Profikollegen und einer größeren Anzahl an Nachwuchsspielern auf die anstrengende Asientour (1. bis 8. August), wo zwei Testspiele am 4. August in Südkorea gegen Jeju United FC und drei Tage später in Hongkong gegen den CL-Teilnehmer Aston Villa anstehen.

Nicht dabei sein werden natürlich die drei WM-Halbfinalteilnehmer des FC Bayern, Michael Olise, Dayot Upamecano und Harry Kane, die vor zwei Wochen noch im Spiel um den dritten Platz gegeneinander antraten (Kane kam für England nicht zum Einsatz, die beiden Franzosen schon). Auch Neuzugang Ismael Saibari wird in Asien nicht anwesend sein. Die im WM-Achtelfinale erlittene Oberschenkelverletzung verhindert einen früheren Saisonstart des marokkanischen WM-Stars. Wie die drei Semifinalisten wird wohl auch er nach der Asientour erstmals im Teamtraining an der Säbener Straße erwartet.

FCB-Situation 2026 schwieriger als 2025 – aber auch viele Vereine betroffen

Während 2025 alle gesunden Bayernprofis im Vergleich zur Konkurrenz ziemlich verspätet in die Saisonvorbereitung gingen und während des Turniers in den USA offensichtlich zwischenmenschlich noch mehr zusammengewachsen waren, kommen Kompanys Spieler vor dieser Spielzeit zu einem nicht unbeträchtlichen Teil noch später aus ihren Sonderurlauben zurück. Eine riesige Herausforderung für alle.

Allerdings waren 2025 aus Deutschland nur die FCB- und BVB-Spieler bei der Klub-WM beteiligt. 2026 betreffen die WM-Nachwehen noch viel mehr Bundesligisten und europäische Topvereine. Kompany, Eberl, Kane & Co. werden somit ohne allzu große Sorgen in die Saison starten, auch wenn das erste wichtige Pflichtspiel, der Franz-Beckenbauer-Supercup, bereits am 22. August in Dortmund stattfinden wird.


Titelbild: Olise, Kane & Diaz: Das „Trio Infernale“ des FC Bayern startet erst sehr spät in die Saisonvorbereitung.

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