Bayern-Patron Hoeneß knöpft sich Matthäus wegen Musiala-Aussagen vor

FCB-Ehrenpräsident Uli Hoeneß hofft auf ein Comeback von Edeltechniker Jamal Musiala in Bestform und spart in diesem Zusammenhang nicht mit Kritik an Lothar Matthäus.

Am Rande des Testspiels des FC Bayern gegen den unterklassigen FC Rottach-Egern (15:0) verriet Uli Hoeneß, was er vom technisch so versierten Nationalspieler Jamal Musiala erwartet, aber auch, mit welcher Art öffentlicher Stimmen er überhaupt nicht einverstanden ist. Der 23-Jährige arbeitet nach seiner schweren Verletzung weiterhin an seiner Bestform und für einen Stammplatz beim Rekordmeister.

Vor 13 Monaten hatte das rüde Einsteigen des damaligen PSG-Torwarts Gianluigi Donnarumma im Viertelfinale der Klub-WM die bis dahin so steil verlaufene Karriere Musialas abrupt gestoppt. Hoeneß betonte nun, dass sich der Verein während der langen Ausfallzeit vorbildlich verhalten habe: „Ich glaube, der FC Bayern hat sich da sehr fair verhalten in der Verletzung. Es ist immerhin ein Jahr alt und man hat viel Geduld aufgebracht“, so der 74-Jährige.

Musiala bekommt laut Hoeneß weiterhin Zeit für eine Rückkehr in Bestform

Daran wird sich laut Hoeneß an der Säbener Straße nichts ändern: „Er wird weiterhin Zeit haben, aber er muss natürlich seiner Rolle, die er vor seiner Verletzung hatte, gerecht werden. Ich hoffe natürlich, dass er zu alter Form zurückfindet“, so der Weltmeister von 1974.

Zusätzlich zu seiner dezenten Ansage an den 23-Jährigen ging Hoeneß auch auf die öffentliche Kritik ein – und teilte dabei wieder einmal gegen Rekordnationalspieler Lothar Matthäus aus. Kritische Töne von außerhalb des Vereins weist der frühere FCB-Präsident klar in ihre Schranken: „Der von Matthäus und Co. zur Sprache gebrachte Druck… Die helfen ihm nicht weiter und uns auch nicht.“

Dabei bezog sich Hoeneß auf Äußerungen von Matthäus, dass es bei Musiala „keine Ausreden mehr“ gebe. Der Bayernspieler müsse den schweren Rückschlag nun endgültig aus dem Kopf bekommen. Diese Einschätzung – verbunden mit einem Druckaufbau – sieht Hoeneß ganz offenbar als wenig hilfreich an.

Musiala hatte sich bei der Klub-WM im vergangenen Sommer in den USA schwer am linken Fuß und Unterschenkel verletzt. Nach der WM 2026 wurde ihm bei einer erneuten Operation eine damals eingesetzte Metallplatte entfernt. Spieler und Verein hoffen, dass dies der letzte Schritt für den 23-Jährigen war, um quasi befreit wieder zu alter Stärke zu finden. An der am heutigen Samstag beginnenden Asienreise seiner Teamkollegen kann er deswegen jedoch noch nicht teilnehmen.

Bayern-Sportvorstand Max Eberl hatte zuletzt betont, dass man Musiala – der beim Rekordmeister zusammen mit Harry Kane der absolute Topverdiener ist – weiter behutsam aufbauen wolle. Für die vielen ungeduldigen Kritiker: Die Höhe des Gehalts spielt bei der physischen und mentalen Regeneration definitiv keine Rolle. Matthäus sollte das eigentlich wissen.

Ein Kommentar zu “Bayern-Patron Hoeneß knöpft sich Matthäus wegen Musiala-Aussagen vor

  1. Matthäus sollte es eigentlich besser wissen. Aber Uli Hoeneß weiß es definitiv besser!
    Nicht zuletzt wegen seiner ganz persönlichen Erfahrung, die ihn zwang, schon mit 27 Jahren die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen.

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