Die Fußballwelt, speziell die in Europa, atmet auf: Die umstrittenen Investorenpläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino sind vom Tisch – sehr auch zur Freude des FCB-Präsidenten.
Herbert Hainer, der amtierende Präsident des FC Bayern, fand kurz vor dem Abflug des Rekordmeisters zur Asien-Tour nach Südkorea und Hongkong unmissverständliche Worte und übte scharfe Kritik am Vorgehen des Schweizer FIFA-Präsidenten Gianni Infantino. Gleichzeitig lobte der 72-Jährige die klare Haltung der UEFA.
Infantinos Plan, Anteile an künftigen Weltmeisterschaften an externe Investoren zu verkaufen, hatte in den vergangenen Tagen im Weltfußball für heftige Diskussionen gesorgt. Vor allem die UEFA und ihre Mitgliedsverbände hatten sich diesbezüglich empört gezeigt und sich vehement gegen das Vorhaben gestellt. Am Ende zogen Infantino & Co. ihre Pläne wieder zurück: Für Hainer die einzig richtige Entscheidung.
Infantinos Investorenpläne für Hainer eine „aberwitzige Idee“
Der Bayern-Präsident äußerte sich sichtbar erleichtert zum Scheitern der FIFA-Pläne: „Zunächst mal muss ich sagen, ist es ein Glück, dass dieser Spuk so schnell vorbeigegangen ist, wie er gekommen ist, und dass diese aberwitzige Idee vom Tisch ist“. Besonders kritisch sah Hainer dabei die fehlende Transparenz im Vorfeld der Diskussion: „Ich denke, die UEFA hat ja ganz klar gesagt, dass sie Transparenz vermisst und auch von Vertrauensverlust gesprochen hat. Denn wenn man sich vorstellt: Niemand war vorher eingeweiht. Die ganzen Verbände wurden überrascht und das lag über Nacht auf dem Tisch.“
Für den früheren Adidas-Manager geht es dabei um weit mehr als eine wirtschaftliche Entscheidung. Der 72-Jährige sieht die Grundwerte des Fußballs gefährdet, sobald externe Investoren Einfluss auf den Sport erhalten: „Fußball muss Fußball bleiben. Die FIFA hat als oberster Dachverband die Aufgabe, den Fußball zu organisieren. Wenn Fremdinvestoren mitbestimmen wollen, dann besteht immer die Gefahr, dass an den Grundprinzipien und Grundstrukturen des Fußballs angegriffen wird.“
Als mögliche Folgen nannte Hainer Veränderungen am eigentlichen Spiel, wie dies bereits bei der WM in Nordamerika zu beobachten war: „Das kann Anstoßzeiten betreffen, das können mehrere Hydration Breaks sein – ich könnte mir vieles vorstellen. Ich denke, man muss jetzt sicherstellen, dass so eine Idee nicht mehr auf den Tisch kommt. Da bin ich wirklich der festen Überzeugung und sehr froh, dass gerade auch die UEFA so rangegangen ist und damit dieser Spuk beendet wurde.“ Mit seinen Aussagen folgt Hainer den kritischen Worten von Sportvorstand Max Eberl und FCB-Ehrenpräsident Uli Hoeneß zu Infantinos Investorenplänen.

Herrn Hainer, und uns Europäern allgemein, muss vorgehalten werden, dass wir ganz viele Entscheidungen der FIFA „akzeptieren“, wenn sie auf Europa ausgerichtet werden. Nehmen wir die Anstosszeiten: Wenn es darum geht, dass in Mitteleuropa die Spiele zur besten Sendezeit angepfiffen werden, dann akzeptieren wir durchaus Anspielzeiten vor Ort am glühend heissen Mittag oder Nachmittag, statt am kühen Abend Local Time.
Europa ist der Nabel der Fussballwelt, was die Qualität des Spiels betrifft, aber es gibt in einem Weltverband auch andere Optiken – womit überhaupt nicht gesagt sein soll, dass dieser Ausverkauf des Fussballs nicht unbedingt im Interesse ALLER Verbände abgeschmettert gehörte.
Das mit den Anstoßzeiten ist natürlich richtig.
Aber das war doch eigentlich schon „immer“ so bei Weltmeisterschaften.
Ich bin als Erstklässler durch die WM 1970 in Mexiko zum Fußball gekommen – und nie wieder davon losgekommen.
Ich konnte/durfte wegen der Anstoßzeiten nur ein einziges Spiel ganz anschauen: Das Finale Brasilien – Italien – um 18:00 MEZ. Ohne Trinkpausen…
Man könnte jetzt in diesem Kontext sehr viel hin und her diskutieren. Aber insgesamt ist dies eher ein vergleichsweise unwichtiges Thema.
Infantino und sein korruptes System gehören eliminiert. Diesbzgl. hat sich Hainer sehr richtig geäußert. Niemand konnte ahnen, dass es nach dem Blatter Sepp noch um Potenzen schlimmer werden kann. Aber wer hätte vor 12 Jahren gedacht, dass so ein Typ wie Trump das mächtigste Land der Erde als Präsident in den Wahnsinn führt?