Bayern-Boss mit scharfer Kritik an Bundesligakonkurrenz wegen TV-Geldern

FCB-CEO Jan-Christian Dreesen kritisiert die Bundesligakonkurrenten wegen ihres Umgangs mit dem Thema der internationalen TV-Gelder auf scharfe Weise.

Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, Jan-Christian Dreesen, attackiert die deutschen Profifußballvereine. Er wirft ihnen vor, dass sich nur ein sehr geringer Prozentsatz von ihnen in der Saisonvorbereitung im Ausland zeige, dann aber bei der Verteilung der internationalen Fernsehgelder ein großes Mitspracherecht einfordere. Für den 58-Jährigen passt das nicht ansatzweise zusammen.

Dreesen im Presseclub München zu dem Thema: „Es kann nicht sein, dass in diesem Jahr Leipzig direkt nach der Saison und jetzt Dortmund und wir international unterwegs sind und dann haben wir gleichzeitig alle drei, vier Jahre das Getöse und Getöne um die Verteilung der internationalen Fernsehgelder. Das ist abstrus“.

Nur wenige Bundesligisten mit Auslandspräsenz in Saisonvorbereitung

Der Ärger des Bayern-Bosses ist nachvollziehbar: Der Rekordmeister aus München und Dauerrivale Borussia Dortmund reisen Jahr für Jahr nach Asien und in die USA, um den Bekanntheitsgrad ihrer Marken, aber auch der Bundesliga allgemein, zu steigern. Auch RB Leipzig zeigt sich regelmäßig international. Dagegen verzichtet die große Mehrheit der Bundesliga-Klubs auf derartige, unter anderem auch anstrengende Werbetouren im Ausland – kassiert bei der Verteilung der Gelder jedoch immer mit.

Bei der Vermarktung der TV-Rechte im Ausland hinkt die deutsche Bundesliga der englischen Premier League meilenweit hinterher, auch mit der spanischen LaLiga kann sie nicht konkurrieren. Folglich wünscht sich Dreesen mehr Engagement der anderen Bundesligisten, um in diesem Bereich international wieder aufholen zu können.

Die Verteilung der Medienerlöse aus der internationalen Vermarktung wurde zuletzt im Januar 2025 neu geregelt. Ligavereine, die nicht in den drei internationalen Wettbewerben spielen, erhalten solidarisch ohne eigenes Zutun fünf Millionen Euro pro Saison. Das Geld stammt aus den Erlösen, welche den Teilnehmern an der Champions League, Europa League und Conference League zukommen.

Außerdem kommen jährlich zehn Millionen Euro UEFA-Solidaritätszahlungen für die 2. Bundesliga hinzu. Am Grundprinzip dieser Solidarität stört sich Dreesen keineswegs grundsätzlich, allerdings umso mehr am „abstrusen“ Ungleichgewicht zwischen Einsatz und Ausschüttung.

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