Jonas Urbig soll sowohl beim FC Bayern als auch in der DFB-Elf der Nachfolger von Manuel Neuer werden. Dessen Aussagen zur Rollenverteilung in der neuen Saison überraschen nun.
Der 22-jährige Jonas Urbig ist beim FC Bayern als designierter Nachfolger der Torwartlegende Manuel Neuer eingeplant. Nach der Vertragsverlängerung des 40-Jährigen rechneten die Bayernfans, bei welchen Urbig große Wertschätzung erfährt, damit, dass der bisherige Ersatztorwart des Rekordmeisters in Neuers vermeintlich letzter Spielzeit mehr Einsatzzeit als bisher erhalten soll. Die Aussagen des Weltmeisters von 2014 im FCB-Trainingslager am Tegernsee zur künftigen Rollenverteilung überraschen aber.
Auf die Frage, ob es eine Abmachung gebe, wonach Urbig künftig noch mehr Spiele absolvieren werde als in der vergangenen Saison, antwortete Neuer unmissverständlich: „Nein, ich denke, dass es ähnlich laufen wird wie in der letzten Saison. Wir werden uns unterstützen, wir haben ein gutes Torwart-Team, auch mit Ulle und den jungen Torhütern. Wichtig ist, dass wir uns gegenseitig helfen, dass wir uns pushen, dass wir auf der Torwart-Position immer das Beste für die Mannschaft geben können. Und so wird es in dieser Saison auch laufen“.
Jonas Urbigs steiler Aufstieg in den vergangenen 18 Monaten
Urbig war im Januar 2025 vom damaligen Zweitligisten 1. FC Köln an die Säbener Straße gewechselt und kam in der vergangenen Saison auf insgesamt beachtliche 21 Pflichtspiele – 15 in der Bundesliga, drei im DFB-Pokal (darunter auch das gewonnene Finale in Berlin gegen den VfB Stuttgart) und drei in der Champions League. Insgesamt stand der frühere deutsche U21-Nationaltorhüter dabei 1650 Minuten für die Münchner auf dem Platz und überzeugte dabei fast ausnahmslos.
Bei seinen relativ häufigen Einsätzen profitierte Urbig aber auch von der Verletzungsanfälligkeit Neuers. Dasselbe Szenario ist in Neuers voraussichtlich letzter Spielzeit als Aktiver gut vorstellbar, speziell die Wade des für viele Experten besten Torhüters der Fußballgeschichte zwickte in der Vergangenheit doch sehr regelmäßig.
Urbig soll als Neuers Nachfolger beim FC Bayern, aber auch für die deutsche Nationalmannschaft, aufgebaut werden. Sein Spielstil ähnelt dem des FCB-Kapitäns sehr, die Qualität seines Spielaufbaus dürfte die seines Vorbilds mittlerweile sogar übertroffen haben. Dass sich laut Neuers Aussagen an der Aufgabenverteilung in der neuen Saison kaum etwas verändern soll, wird viele Fans und Beobachter sicherlich überraschen, manche auch enttäuschen.
Inwiefern diese Planung beim Rekordmeister Urbigs Nationalmannschaftskarriere (negativ) beeinflussen könnte, ist aktuell noch nicht vorhersehbar. Die tatsächlichen Entscheidungen über die Einsatzzeiten treffen ohnehin die Trainer – Vincent Kompany beim FCB, Jürgen Klopp beim DFB. Und da wäre noch Neuers Verletzungsanfälligkeit…

Bei aller Bewunderung für Bayern und Neuer betrachte ich die Position von Manu als zunehmend problematisch, und seine neuesten Bemerkungen passen dazu: Neuer beisst einfach jeden Torhüter neben sich weg, ob das im Club oder in der Nationalmannschaft ist. Wie soll Urbig so tatsächlich ein Thema als Neuer-Nachfolger im Tor der Nationalmannschaft sein? Der Bundestrainer wird kaum einen Mann ins Tor stellen, der noch keine einzige Bundesliga-Saison durchgehend absolviert hat. Neuer verpasst es, mit dem wirklichen Support auch von der Seitenlinie aus dazu beizutragen, dass Urbig seinen Platz einnimmt. Ich verstehe den Kerl einfach nicht.
Ja, es ist gut und wichtig, Leistungswillen zu zeigen und sich breit zu machen, spielen zu wollen etc. Aber es ist nun wirklich Zeit, sich selbst als Backup zu begreifen und dem Verein und D damit auch was zurückzugeben.
Keiner der ganz großen (FCB-)Keeper hätte sich in seiner finalen Spielzeit mit einer Backup-Rolle zufrieden gegeben.
Sepp Maier wollte Ende der 1970er vor seinem tragischen Autounfall aus „Junghans einen Althans“ machen und auch Kahn hat Rensing sehr / zu lange zappeln lassen.
Der 22-jährige Urbig hat nun erstmals die Chance, einen ganz großen Bayern-Torwart fast 1:1 zu ersetzen.
Dass sich Neuer nun auf die Ersatzbank setzt, kann man nicht von ihm erwarten. Aber er sollte – auch ohne Verletzungen – seinem designierten Nachfolger mehr Spielzeiten als 2025/26 zugestehen. Wenn beide auf zwischen 25 und 30 Spiele kommen, wäre das ein guter Deal – und auch für Klopp interessant bei der Suche nach einem N11-Torwart.
Klopp kann in der aktuellen Konstellation unmöglich auf Urbig setzen.
Und mit jeder anderen Wahl ist ein Zukunfts-Konflikt-Thema zwischen dem Bundestrainer und Bayern schon gesetzt… Denn kaum wird Urbig Stammtorhüter sein, geht das Theater richtig los.
Und man stelle sich vor, es wird in der aktuellen Situation Nübel… der hat in der Türkei sehr gut angefangen…
@ Sechser: Ja, Klopp kann in der aktuellen Situation unmöglich auf Urbig setzen. Das ist klar. Aber die Lage kann sich auch schnell ändern (Verletzungsanfälligkeit Neuer), ich wäre nicht völlig verwundert, wenn Urbig gegen den VfB im FCB-Tor stehen würde.
Wenn Nübel nicht vom FC Bayern zu Besiktas gekommen wäre, wären seine Leistungen dort hierzulande bislang kaum bis gar nicht beachtet worden. Seine Zu-Null-Serie erfolgte gegen zweit- bis drittklassige Gegner in der EL-Quali und der Süper Lig (FC Midtjylland, FC Hradec Kralove, FK Kauno Zalgiris, Eyüpspor). Gegen Alanyaspor setzte es in der Liga am vergangenen Wochenende schon die erste Pleite (0:1). Nübel hat gegen den FCB in München kein einziges Mal überzeugen können, der sollte aus dem Kreis der N11 ausscheiden.