In seinem dritten A-Länderspiel stand Lennart Karl erstmals in der deutschen Startelf und nutzte die Gelegenheit beim 4:0 gegen Finnland mit einer brillanten Leistung.
Für Lennart Karl könnte die Vorbereitung auf die WM in den USA, Kanada und Mexiko nicht besser laufen. Nachdem Julian Nagelsmann den 18-Jährigen wie erwartet für das Turnier nominiert hatte, durfte der FCB-Youngster in Mainz gegen Finnland erstmals von Beginn an für die deutsche A-Nationalmannschaft auflaufen. Der 1,68-Meter-kleine Wirbelwind zahlte dem Bundestrainer das Vertrauen mit einer starken Leistung inklusive Torvorlage und Pre-Assist zurück.
Schon im Vorfeld der Partie war spekuliert worden, dass der Shootingstar der vergangenen FCB-Saison diese Chance erhalten würde. Karl nutzte sie auf beeindruckende Weise und erklärte nach der Partie im ZDF in seiner gewohnt lockeren Art sein simples Erfolgsrezept: „Ich habe einfach Bock zu zocken.“ Und an Selbstvertrauen fehlt es dem Youngster ohnehin nicht: „Ich gebe ja Vollgas. Dann kommen ein paar Skills dazu. Ein bisschen lustige Sachen kommen dazu. Das ist einfach mein Spielwitz.“
Äußerst selbstbewusster FCB-Youngster überzeugt total
Mit dieser Einstellung war der Münchner Profi einer der auffälligsten Akteure gegen hoffnungslos überforderte Finnen. Wie von seinen Auftritten beim FC Bayern gewohnt, ging er permanent in Eins-gegen-eins-Situationen und sorgte damit für zahlreiche kreative Momente im deutschen Offensivspiel.
So zeigte sich auch der Bundestrainer nach dem 4:0-Sieg zufrieden mit Karl: „Er ist ein Spieler, der auf verschiedenen Positionen spielen kann und für uns sehr wertvoll sein wird“. Insbesondere beeindruckte Nagelsmann, wie aktiv Karl am Spiel teilnahm: „Er hat viel probiert, hat viel riskiert und super viele Aktionen gehabt.“
Den Lobeshymnen schloss sich auch Karls FCB-Teamkollege Joshua Kimmich an. Der Kapitän der DFB-Elf sieht nicht zuletzt in dessen Unbekümmertheit eine große Stärke: „Er soll sich Dinge zutrauen, soll sich die Bälle nehmen, soll Risiko gehen, soll sich Abschlüsse nehmen – und dann kommen solche Leistungen wie heute dabei raus“.
Der 31-Jährige betonte nach dem achten deutschen Länderspielsieg in Serie zudem, dass es wichtig sei, jungen Spielern wie Karl das nötige Vertrauen zu schenken: „Es muss nicht alles gelingen. Da dürfen auch Fehler dabei sein, da dürfen Ballverluste dabei sein. Aber wichtig ist, dass man auch nach einem dritten oder vierten Ballverlust das fünfte Mal wieder probiert. Es bringt keinen vorwärts, wenn man sich nichts traut, wenn man Angst hat. Genau sowas brauchen wir wie den Lenny, der sich viele Dinge zutraut, mutig ist und an sich selbst glaubt.“
Nach seinem Klasse-Auftritt gegen die Skandinavier dürften Lennart Karls Chancen auf WM-Einsätze weiter gestiegen sein. Ob es im Turnier für ihn auch schon zu Startelf-Einsätzen reicht, wird sich zeigen. Nagelsmann lobte nach der Partie nicht nur den Bayern-Youngster, sondern auch Leroy Sané für dessen Kurzauftritt. Der dynamische frühere Münchner kam in der 73. Minute für Karl in die Partie und zeigte einige gelungene Aktionen.
