Spätestens seit Guardiola-Zeiten (2013-16) ist die Bundesliga-Dominanz des FC Bayern im deutschen Fußball ein Dauerthema. Die DFL bezieht dazu nun offiziell Stellung.
Bewundert, geliebt – aber auch beneidet und verachtet: Seit 1987 ist der FC Bayern der alleinige Rekordmeister im deutschen Fußball, polarisierte aber auch schon davor zu Zeiten von Franz Beckenbauer und Gerd Müller. Nachdem der Katalane Pep Guardiola im Sommer 2013 die Triple-Bayern von Vereinslegende Jupp Heynckes übernommen hatte, startete jedoch im deutschen Profi-Fußball eine vorher nicht gekannte Dominanz: Zwölf der letzten 13 nationalen Meisterschaften wurden in München gefeiert – ein Fest für die FCB-Anhänger, ein riesiges Ärgernis für das übrige Fußball-Deutschland.
Nach einem Jahr Pause mit dem bemerkenswerten Double von Xabi Alonsos Bayer Leverkusen (2023/24) ist der Rekordmeister unter Vincent Kompany in die Erfolgsspur zurückgekehrt und scheint nun sogar die Dominanz der Guardiola-Jahre noch einmal toppen zu können. Die Kritiker befürchten nun, dass die sportliche Überlegenheit der Münchner die Spannung in der Liga und damit auch die Attraktivität für Fans und TV-Partner beeinträchtigen könnte.
Die Sport BILD hat infolgedessen sogar die Deutsche Fußball Liga (DFL) zu dem Thema kontaktiert. Diese bezog dazu ausführlich Stellung und nahm dabei eine klare Einordnung vor: „Der FC Bayern hat eine herausragende Bundesliga-Hinrunde gespielt, ist zudem erneut auch international sehr erfolgreich und leistet damit einmal mehr einen enormen Beitrag zur positiven Wahrnehmung der Qualität des deutschen Fußballs.“
Überragende Bayern: Last und Segen für die BL-Auslandsvermarktung
Gerade mit dem wichtigen Blick auf den internationalen Markt sieht die DFL die Bayern also nicht als Problem, sondern vielmehr als Erfolgsfaktor. Weiter ließ sie verlauten: „In Bezug auf die Auslandsvermarktung der Liga wissen wir von unseren internationalen Partnern: Ein spannender Meisterschaftskampf, Top-Stars mit globaler Strahlkraft, starke Klub-Marken und internationale Erfolge von Klubs und Nationalelf sind die zentralen Erfolgsfaktoren.“
Zudem verweist die DFL darauf, dass in der Bundesliga zuletzt durchaus auch Spannung herrschte: „In den vergangenen drei Saisons gab es in der Bundesliga zwei unterschiedliche Deutsche Meister, eine Entscheidung um den Titel in der Schlussviertelstunde des letzten Spieltags und in der Regel bis Saisonende Spannung unter anderem im Kampf um die Europapokal-Plätze und um den Klassenerhalt“.
Dennoch räumt der Liga-Verband ein: „In der Bundesliga wie im gesamten europäischen Fußballsystem bleibt die Wettbewerbsbalance dennoch eines der wesentlichen Themen“. Dabei gebe es zahlreiche Einflussfaktoren, unter anderem die unterschiedlichen Erlöse aus den internationalen Wettbewerben. „Auch vor diesem Hintergrund haben sich in den vergangenen Monaten die DFL und deutsche Klubs klar für ein absolutes Salary Cap ausgesprochen, das die Wettbewerbsbalance des gesamten europäischen Fußballs fördern würde.“
