Uli Hoeneß mitverantwortlich für jahrelangen Zoff beim TSV 1860?

FCB-Ehrenpräsident Uli Hoeneß empfahl einst dem heutigen Mehrheitseigner Hasan Ismaik, sich beim TSV 1860 zu beteiligen und ist mit diesem Tipp wohl nicht ganz unschuldig am intern zerstrittenen Lokalrivalen.

Der jordanische Geschäftsmann Hasan Ismaik wollte ursprünglich offensichtlich beim FC Bayern investieren, doch der damalige Vereinspräsident Uli Hoeneß legte sein Veto ein. In der BR-Dokumentation „Rise & Fall“ über den TSV 1860 München enthüllte der heutige Ehrenpräsident des Rekordmeisters, dass der in Kuwait geborene Unternehmer einst ein gesteigertes Interesse an einem FCB-Engagement hatte.

„Ich wurde damals gefragt. Ich glaube, die wollten sich bei Bayern München irgendwie beteiligen. Dann habe ich gesagt: Bei uns kommt das überhaupt nicht infrage“, so Hoeneß. Stattdessen empfahl er Ismaik, sich an den Stadtrivalen zu wenden: „Wenn er sich bei einem Fußballverein beteiligen will, der offensichtlich Geld braucht, soll er sich doch an Sechzig wenden.“

Retter Ismaik entwickelte sich beim TSV 1860 zum Dauerkonflikt

Diesen Rat beherzigte der 48-Jährige dann auch und wurde im Mai 2011 zunächst beim damaligen Zweitligaverein an der Grünwalder Straße als Retter vor der Insolvenz gefeiert. Seither hält seine HAM International Limited 60 Prozent der Aktien bei der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA.

Trotz wiederholter finanzieller Unterstützung blieb der sportliche Erfolg beim Deutschen Meister von 1966 aus. Der Verein stieg zwischenzeitlich bis in die viertklassige Regionalliga Bayern (2017/18) ab und rangiert derzeit im unteren Mittelfeld der 3. Liga. Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu öffentlichen Auseinandersetzungen zwischen der Investorenseite und der Vereinsführung, der Spalt der eigenen Anhängerschaft zwischen Pro & Kontra Ismaik ist gewaltig.

Hoeneß äußert sich in der Dokumentation zur aktuellen Situation beim Lokalrivalen: „In so einem Zustand kannst du keinen sportlichen Erfolg haben, weil du musst an einem Strang ziehen. Natürlich gibt’s überall Streit, bei uns gibt’s auch mal Streit. Aber bei Sechzig hat man immer das Gefühl: Wenn der eine so sagt, sagt der andere so.“

Laut neuesten Meldungen ist der TSV 1860 derzeit erneut auf frisches Kapital von Ismaik angewiesen. Um ein Defizit auszugleichen, benötigt der Verein fünf bis sechs Millionen Euro. Präsident Gernot Mang zeigte sich optimistisch, dass die nächste Investition ohne größere Nebengeräusche erfolgen könnte. Angesichts der Grabenkämpfe im Verein eher unwahrscheinlich.

Während viele Löwen-Anhänger ob dieser neuen Informationen sich den Ehrenpräsidenten des wenig geliebten großen Stadtrivalen wohl auf den Mond wünschten, werden diese Aussagen des 73-Jährigen bei den FCB-Fans ein kollektives Schmunzeln erzeugen: Denn welche Hintergedanken hatte der FCB-Patron bei seiner Empfehlung im Jahr 2011 tatsächlich? Schließlich war zu dem Zeitpunkt der Auszug der blauen Mieter aus der ursprünglich gemeinsamen Arena in Fröttmaning schon ein häufig kommuniziertes Ziel des FC Bayern.

3 Kommentare zu „Uli Hoeneß mitverantwortlich für jahrelangen Zoff beim TSV 1860?

  1. Eigentlich ist der Uli ja immer alles Schuld 😉. Aber im Ernst, er hat weder die Vereinsführung von TSV 1860 noch deren mangelnden sportlichen Erfolg zu vertreten.

    1. Natürlich nicht. Dennoch ist die Konstellation witzig.
      Alternativ: Kein Zoff bei den Kätzchen, aber schon längst Insolvenz.

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