Überspielt? Der Bayern-Coach zur aufkommenden Kritik an Luis Díaz

Die Bayern eilen von Sieg zu Sieg. Schon gibt es Mahner, nicht zuletzt bei Luis Díaz, dass sich der betriebene Aufwand letztendlich rächen könnte. Dazu Vincent Kompany auf der PK vor dem Leverkusen-Spiel.

Die Fußball-Welt staunt aktuell über den FC Bayern. Vor der Spielzeit 2025/26 noch als Opfer der zusätzlichen Klub-WM in den USA gesehen, die den Urlaub und die Saisonvorbereitung für die Spieler auf ein Minimum verknappte, glänzt der deutsche Rekordmeister bei seiner Europarekord-Serie – 14 Pflichtspielsiege zum Saisonstart – auch über die Physis. So gehen die Unkenrufe bereits in eine andere Richtung: Der FCB wird dieses kräftezehrende Spiel nicht bis in die entscheidende Saisonphase durchziehen können.

Auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Topspiel gegen Bayer Leverkusen wurde FCB-Chefcoach Vincent Kompany in diesem Zusammenhang speziell zum zuletzt leicht in die Kritik geratenen Luis Díaz gefragt. Trotz ausgezeichneten 14 Scorerpunkten in den ersten 14 Partien hatte der kolumbianische Nationalspieler zuletzt – gerade in wichtigen Spielphasen – zahlreiche Toptorchancen ausgelassen. Dabei war seine Laufleistung immer – offensiv wie defensiv – außergewöhnlich und er sammelte mit 1168 Spielminuten die meisten aller Bayernprofis.

Kompany hat derzeit bei Díaz überhaupt keine Bedenken

Tragen das Lauf-Pensum von Díaz, seine vielen Spielminuten bereits zu Konzentrationsschwächen bei? Vincent Kompany verneint dies auf der Spieltags-PK: „Wir haben ein bisschen den Vorteil, dass er diese Topintensität gewöhnt ist. Das hat er schon oft gemacht in seiner Karriere mit drei Spielen in kurzer Zeit. Er sieht sehr frisch aus, es gibt keine Signale, dass er eine Pause braucht.“

Aber natürlich hat man beim Rekordmeister ein Augenmerk auf den stets lächelnden Kolumbianer: „Er ist ein Mensch, also kann es auch passieren.“ Allerdings sind die derzeitigen Sorgen in dieser Richtung beim 39-Jährigen gering: „Lucho ist 27, das ist das richtige Alter, sowas zu überstehen – aber falls er pausieren müsste, haben wir Lösungen, die wir auch ziehen können. Aber im Moment sieht es so aus, als würde er spielen wollen.“ In seiner Begeisterung über den fitten „Lucho“ ordnet der Belgier seinen Kämpfer auf dem Spielfeld altersmäßig sogar etwas falsch ein, dieser wird im Januar 2026 29 Jahre jung.

Der FC Bayern ist im Herbst 2025 die laufstärkste BL-Mannschaft

Zuvor hatte sich Kompany auf Nachfrage eines Medienvertreters bereits zur Laufstärke seiner Mannschaft – die höchsten Kilometerleistungen in der Bundesliga – geäußert. Diese überrascht viele Experten, sehr erfolgreiche FCB-Teams hatten früher eher zu den BL-Teams mit den geringsten Laufleistungen gezählt. Dazu der Coach: „Es ist immer abhängig davon, was man mit dem Ball machen möchte. Ich persönlich glaube, dass wir in Ballbesitz sehr aktiv sind, wir machen viele Meter mit dem Ball. Das sorgt für diese Statistik, in der wir viele Kilometer sammeln.“

Der 39-Jährige ergänzt: „Es gibt auch die Positionsspielidee, dass man auf den Ball wartet und dort gefährlich wird. Oder eine Mischung mit Aktivität im Ballbesitz zu haben, das macht es schwieriger für den Gegner und zwingt den Verteidiger zu Entscheidungen. Hinter der Kette ist die erste Frage des Verteidigers: Laufe ich mit oder bleibe ich bei meinem Mann? Das sorgt für Fehler. Mit der Qualität unserer Spieler wollen wir Räume finden, dribbeln oder schießen. Das ist keine Frage, ob man sich ausruht, sondern eine darüber, wie wir Chancen kreieren.“

Die Laufintensität seiner Spieler ist ein fester Bestandteil von Kompanys Spielidee. Ob sich diese in der sogenannten Crunch Time der Fußballsaison im Frühjahr wieder rächen könnte und ob die aktuellen Skeptiker recht bekommen werden, wird sich dann herausstellen. Im Frühjahr 2025 hatten zahlreiche Leistungsträger, häufig bei ihren Nationalteams, schwere Verletzungen erlitten, die allerdings wie die Knieverletzungen von Alphonso Davies und Dayot Upamecano nicht zwangsläufig auf Überlastungen zurückzuführen waren.

2 Kommentare zu „Überspielt? Der Bayern-Coach zur aufkommenden Kritik an Luis Díaz

  1. Diese Mahner gehen mir auf den Keks. Irgendwas muss ja immer zum Thema gemacht werden.
    Man darf sich beim FC-Bayern sicher sein, dass zu jeder Zeit die Belastungen der Spieler vernünftig gesteuert werden und deren Gesundheit immer im Fokus ist.

    1. Grundsätzlich gebe ich dir absolut recht. Zuerst wird eine gesamte Transferperiode schlecht geredet, dann werden Rekorde aufgestellt und man muss schon wieder etwas Negatives finden.

      In den letzten Jahren schien die Belastungssteuerung beim FC Bayern aber häufig nicht optimal gewesen zu sein. Vielleicht war es aber auch nur (Verletzungs-)Pech. Und dieses intensive Spiel verblüfft und überrascht dann schon (positiv)…

      Die FCB-Fans hoffen…

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