FCB-Supertalent versinkt beim Ronaldo-Klub im Chaos

Adam Aznou wurde am Deadline Day der Wintertransferperiode vom FC Bayern zu Real Valladolid in LaLiga verliehen. Der Deal scheint für den 18-jährigen marokkanischen Nationalspieler immer mehr zum Desaster zu werden.

Im Schatten des Wechsels von Mathys Tel zu Tottenham Hotspur gab der FC Bayern fast zeitgleich das Leihgeschäft von Linksverteidiger Adam Aznou zu Real Valladolid in der ersten spanischen Liga bekannt. Ursprünglich hatte sich der 18-Jährige in der Rückrunde bei Vincent Kompanys Profis profilieren wollen. Sein misslungener Auftritt in der Schlussphase des Bundesligaspiels gegen Holstein Kiel (4:3) hatte ihn wohl umgestimmt.

Ronaldos Chaos Club

Mit Real Valladolid war Anfang Februar schnell ein Abnehmer für eine Leihe – ohne Kaufoption – bis zum Saisonende gefunden. Aber der Tabellenletzte von LaLiga scheint sich immer mehr zu einer Albtraum-Wahl für den jungen Edeltechniker vom FCB-Campus zu entwickeln. Der Klub taumelt scheinbar chancenlos dem Abstieg entgegen. Im Fokus der Kritik steht vor allem Präsident und Mehrheitseigner Ronaldo.

Im Stadion von Valladolid sah man zuletzt vermehrt Fahnen mit der unmissverständlichen Botschaft „Ronaldo Go Home“. Schon seit Wochen gehen die Fans des abgeschlagenen Tabellenletzten in Spaniens LaLiga gegen das brasilianische Fußball-Idol auf die Barrikaden. Als „O Fenômeno“ wurde Ronaldo einst im Weltfußball verehrt, als Boss und Mehrheitseigner von Real Valladolid wurde der 48-Jährige zuletzt jedoch eher zu einem selten anzutreffenden Phantom.

Für seine Anteile am Klub in Nordspanien sucht der Weltmeister von 2002 laut spanischen Medienberichten bereits seit geraumer Zeit einen Käufer. Im September 2018 hatte der zweimalige Weltfußballer für 30 Millionen Euro 51 Prozent der Anteile des Vereins übernommen und versprochen: „Wir wollen so weit wachsen, wie es unsere Träume zulassen“. Die Champions League Teilnahme wurde zum Ziel erklärt. Die Realität sah seitdem zwei Abstiege aus LaLiga, der dritte scheint schon besiegelt zu sein.

„Ronaldo Go Home“-Kampagnen in Valladolid

Die Fans bringen ihre Enttäuschung mit „Ronaldo Go Home“-Kampagnen zum Ausdruck. Die versprochenen Investitionen in die Mannschaft und das Stadion wurden kaum umgesetzt. Hinzu kommen chaotische Verhältnisse in der Führungsetage, welche die AS mit einem „Gefühl der Kopflosigkeit“ beschreibt.

Der 18-Jährige Aznou mitten im Chaos – auch sportlich

Bei Adam Aznou läuft es persönlich im spanischen Norden auch überhaupt nicht. Bei seinem Debüt in LaLiga bei der 0:1-Niederlage bei Rayo Vallecano wurde er in der zweiten Halbzeit eingewechselt, um dann beim Gegentreffer unglücklich beteiligt zu sein. Eine Woche später stand er bei der 0:4-Heimklatsche gegen einen mittlerweile mittelmäßigen FC Sevilla in der Startelf, wurde zur Halbzeit (beim Stand von 0:2) ausgewechselt und musste von außen miterleben, wie sich die heimische Arena nach dem 0:3-Gegentreffer dramatisch leerte.

Spanien-Leihe droht für FCB-Supertalent zum Desaster zu werden – FC Bayern Total

Danach erfolgte der Trainerwechsel von Diego Cocca, der lediglich zwei Monate im Amt gewesen war, zu Álvaro Rubio. Der Coach der zweiten Mannschaft war schon im Dezember 2024 nach der Entlassung von Aufstiegstrainer Paulo Pezzolano eingesprungen. Der 45-Jährige soll nun möglichst noch das Wunder Klassenerhalt schaffen. Dass dieses Unterfangen nahezu hoffnungslos ist, zeigte das blamable 1:7 bei Athletic Bilbao zu seinem erneuten Einstand.

Valladolid macht sucht beim Einstand des neuen Trainers lächerlich

Aznou saß dabei 90 Minuten auf der Bank. Somit standen nach dem Debakel andere am Pranger. „Die Mannschaft machte sich gegen Athletic lächerlich“, urteilte die Marca. Trainer Rubio stellte ernüchtert fest: „Wir befinden uns in einer sehr schlechten Situation, was das Spiel, den Kampfgeist und alles andere angeht. Wir müssen versuchen, uns aufzurappeln und weiterhin mit Würde zu spielen. Wir müssen mental hart arbeiten, um das zu ändern.“

Es bedarf wohl eines Wunders: Mit 59 Gegentoren stellt Real Valladolid die mit Abstand schlechteste Abwehr der Liga. Der Angriff ist mit mageren 16 Toren in 25 Spielen ebenfalls ligaweit der harmloseste. Der Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen beträgt bereits acht Punkte.

Selbstvertrauen kann ein 18-Jähriger in so einem Umfeld kaum gewinnen. Nach nicht einmal einen Monat scheint sich auf nahezu dramatische Weise abzuzeichnen, dass Aznous Leihe nach Valladolid ein Fehler war. Hoffentlich einer, der den hoffnungsvollen jungen Spieler in seiner Karriere nicht allzu sehr zurückwirft.

Leihe von Irankunda läuft glänzend

Wie eine Leihe wesentlich besser laufen kann, zeigt das Beispiel von Nestory Irankunda, der bereits Anfang Januar in die allerdings wesentlich schwächere Schweizer Super League gewechselt war. Auch wenn sein Club Grashopper Zürich als Tabellen-Vorletzter ebenfalls gegen den Abstieg kämpft, läuft es für den 19-jährigen Australier persönlich sehr gut. Die Fans des Schweizer Traditionsvereins wählten ihn jüngst zum „Spieler des Monats“ und der Abstieg des Schweizer Rekordmeisters ist auch längst noch nicht besiegelt.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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