Upamecano und Minjae überragen gegen Leverkusen

Der Abgang des niederländischen Innenverteidigers Matthijs de Ligt war für zahlreiche Bayern-Fans der große Aufreger im Sommer. Sogar eine Petition wurde gestartet, um die Vereinsverantwortlichen zum Umdenken zu bewegen. De Ligts soliden Abwehrstil zogen viele Anhänger den vielleicht talentierteren aber fehleranfälligen Konkurrenten Minjae Kim und Dayot Upamecano vor. Die noch junge Saison 2024/25 deutet nun allerdings an, dass man an der Säbener Straße wohl doch die richtige Entscheidung getroffen hat.

Der neue Cheftrainer Vincent Kompany fördert Minjae und Upamecano – und noch viel wichtiger: Er zeigt großes Vertrauen in das Abwehr-Duo. Und die beiden fangen an, die Rückendeckung des Belgiers mit bärenstarken Leistungen zurückzuzahlen.

Bereits am vergangenen Wochenende in Bremen erfüllten sie ihre Aufgaben mit einer 1 mit Stern. Es gelang ihnen, in der gesamten Partie nicht einen einzigen gegnerischen Torschuss zuzulassen.

So ein Kunststück in Bremen zu schaffen ist die eine Sache, es gegen den amtierenden Doublesieger Bayer Leverkusen aber beinahe zu wiederholen, ist noch viel höher zu bewerten. Die Stürmer der Werkself sahen über die gesamte Spieldauer kein Land und insgesamt schoss Xabis Truppe im gesamten Spiel nur zweimal auf das Bayern-Tor. Beim Gegentor durch Mittelfeldspieler Andrich traf Upamecano und Minjae nicht die geringste Schuld. Als Leverkusens Angriffshüne Victor Boniface gestern in der 78. Minute für Tella ausgewechselt wurde, tat er dies völlig erschöpft und schwer atmend, aber auch einigermaßen demoralisiert. Hatte er doch vorher gegen das Münchner Duo quasi keinen Zweikampf gewinnen können.

Aber bereits in den vorherigen Partien hatte das Abwehr-Duo einen größeren Einfluss auf die vielen torreichen Siege. So ist es nicht zuletzt der Athletik und Aggressivität der beiden Nationalspieler zu verdanken, dass Kompany seine Mannschaft überhaupt so offensiv auf- und einstellen kann.

Die Innenverteidiger stehen extrem hoch, meist Mann gegen Mann und rücken bei Ballbesitz oft weit in die gegnerische Hälfte auf. Dadurch müssen sie große Räume verteidigen und bei Ballverlusten blitzschnell umschalten. Eine derartige Spielphilosophie kann tatsächlich nur funktionieren, wenn die Abwehrspieler ebenso flink auf den Beinen wie gedankenschnell sind. Genau das zeigen die im Vorjahr noch häufig kritisierten Innenverteidiger nun auf vorzügliche Weise.

Mit de Ligt wäre dieser von Kompany bevorzugte Spielstil definitiv nicht möglich. Zwar ist der 25-Jährige ein Top-Verteidiger, im direkten Zweikämpfen bärenstark, jedoch verfügt er nicht ansatzweise über die nötige Schnelligkeit. So fällt es ihm auch erheblich schwerer, große Räume zu verteidigen.

Dagegen überzeugen Minjae und Upamecano mittlerweile nicht mehr nur durch ihre Athletik und Zweikampfhärte, sondern auch mit einem sehr verbesserten Timing beim Herausrücken und der Zweikampfführung. Sie lassen sich fallen, wenn es die Situation verlangt, rücken aber blitzschnell aus dem Deckungsverbund heraus, wenn die Chance auf Ballgewinn möglich erscheint. Zudem agieren sie derzeit über 90 Minuten konzentriert, was in der vergangenen Spielzeit eher selten der Fall gewesen ist.

Dabei profitieren sie natürlich auch davon, dass unter Kompany die gesamte Mannschaft gut verteidigt. Das zentrale Mittelfeld um Kimmich und Pavlovic agiert äußerst diszipliniert und auch die Offensivkräfte gehen nach Ballverlust direkt ins Pressing.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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