Unentschieden beim FC Bayern: Leverkusens Kapitän gesteht „unfaire“ Mittel

In der Offensive wahrlich wenig meisterlich, aber für eine destruktive Spielweise gestern Abend in München mit einem Punkt belohnt: Leverkusens Kapitän Lukas Hradecky gab nach dem Spiel ganz offen zu, dass der Werkself dazu selbst unfaire Mittel recht waren. Wie immer im Fußball muss man sich nur sicher sein, dass dabei auch der Schiedsrichter auch mitspielt.

Die Frage, warum Bayer Leverkusen gestern Abend beim Spitzenspiel beim Tabellenführer aus München von Beginn an so auffällig oft auf Zeit spielte, war noch gar nicht zu Ende formuliert, da hatte Keeper Hradecky schon ein Lächeln im Gesicht. Die in der Offensive fast inexistente Truppe von Xabi Alonso entführte den Punkt vor allem dank einer Defensivleistung, die an den verpönten italienischen Catenaccio erinnerte. Auch der Finne im Tor von Bayer trug mit diskussionswürdigen Aktionen dazu bei.

Worauf er reagierte, waren Psychospielchen bei Abschlägen, auf welche er normalerweise beim amtierenden Meister nicht zurück greifen muss: Ball langsam holen, Ball noch langsamer in die Hand nehmen, Ball zu Edmond Tapsoba werfen, dieser zurück zu Hradecky, zurück zu Tapsoba, zurück zu Hradecky – das alles nicht nur einmal, alles begann schon in der Anfangsphase. Völlig nachvollziehbar waren die Bayern und ihre Fans davon schnell genervt und letztere pfiffen den Leverkusener Kapitän bereits in der 8. Minute erstmals lautstark aus.

Schiedsrichter Felix Zwayer, dem die Szenen scheinbar ebenso nicht gefielen, eilte sofort mit großen Schritten zu Hradecky und redete einige Sekunden auf ihn ein, beließ es aber bei einer mündlichen Verwarnung. Eine Gelbe Karte gab es weder in dieser Situation noch im weiteren Verlauf des Spiels bei zahlreichen ähnlichen Szenen.

Hradecky verteidigte sich und sein Vorgehen nach dem Spiel: „Diese kleinen Dinge, um die Nettospielzeit zu reduzieren, sind vielleicht nicht schön oder sogar unfair. Auf sehr hohem Niveau gehört das dazu“, so der 34-Jährige in der Mixed Zone ganz ungeniert und fügte hinzu: „Granit Xhaka ist auch ein Schlitzohr und legt sich dann die eine oder andere Sekunde hin. Aber dass wir das überhaupt machen, zeigt auch den Respekt, den wir vor den Bayern haben.

Während und nach dem Spiel gab es unter den FCB-Fans zahlreiche Diskussionen, ob der seit dem Pokalfinale 2018 bei den Münchner Anhängern unbeliebte bis verhasste Zwayer den Rekordmeister einmal mehr verpfiffen hat. Schon vor dem Spiel gab es ein kollektives Kopfschütteln, als seine Ansetzung publik geworden war.

Wie so viele Schiedsrichter unterstützte er am gestrigen Abend fast schon fahrlässig die Mätzchen der Zeit schindenden Mannschaft. Konsequent war der 43-Jährige gestern in solchen Szenen genau ein einziges Mal: Nicht bei den zwei bis drei Dutzend Bayer-Vergehen, nein beim vermeintlichen Ballwegschlagen von Dayot Upamecano …

Man kann sich als Bayernfan bislang lediglich an ein Spiel des Rekordmeisters unter Zwayers Leitung erinnern, bei dem er tatsächlich einmal korrekt und unparteiisch gepfiffen hat. Danach beschwerte sich allerdings der BVB, allein voran Jude Bellingham, über seine tadellose Leistung – und der 43-Jährige durfte einige Zeit keine Borussia-Spiele mehr pfeifen …Unglaublich!


Update 29. September 2024:

Aufgepasst Herr Zwayer:

Auch der Schweizer Granit Xhaka hat nach dem 1:1-Unentschieden mittlerweile zugegeben, sich absichtlich auf den Boden geworfen zu haben, um Zeit zu schinden.

Mit 32 Jahren hat man genug Erfahrung, um zu erkennen, dass die Bayern in den letzten Minuten noch das 2:1 schießen wollen. Wir mussten etwas Rhythmus aus dem Spiel nehmen. Ich sagte Robert Andrich, dass einer von uns auf den Boden muss. Er sagte, dass er schon die Gelbe Karte hat, also übernahm ich das„.

Dass Xhaka überhaupt nichts fehlt, war sämtlichen 75.000 Fans in der Arena sonnenklar. Nur der Felix …

Ach ja: Noch ein Hinweis an den speziellen Schiedsrichterfreund des FCB:

Nach der Meinung des ehemaligen Schiedsrichters Manuel Gräfe hätte Leverkusen ab der 32. Spielminute nur noch zu Zehnt spielen dürfen. In seinen Augen hätte Leverkusens Robert Andrich vom Platz fliegen müssen.

Ich war eine Woche weg und kann es sein, dass ich was verpasst habe? Deshalb die Frage: Wurde die Kapitänsregel in der Bundesliga abgeschafft? Dann bitte konsequent und nicht wieder woanders Gelb, oder gar Gelb-Rot für so eine Aktion„, so Gräfe auf X.

Der 51-Jährige bezieht sich dabei auf eine Spielaktion in der 32. Spielminute, in der Leverkusens Andrich Harry Kane zuerst schubste und dann von hinten in die Beine kickte. Schiedsrichter Felix Zwayer zeigte Andrich für das Foul daraufhin die Gelbe Karte. Der zentrale Mittelfeldspieler wollte dies jedoch nicht auf sich sitzen lassen, empfand die Entscheidung als ungerecht und beschwerte sich lautstark beim Unparteiischen.

Laut Gräfe hätte in dieser Situation die neue DFB-Regel greifen müssen, die es nur dem Kapitän erlaubt, sich beim Schiedsrichter zu beschweren. Seiner Meinung nach hätte es deshalb eine weitere Gelbe und damit Gelb-Rot für Andrich geben müssen.

Ganz ehrlich: Streng genommen hätte mindestens ein halbes Dutzend Leverkusener Spieler bei den zahlreichen Rudelbildungen verwarnt werden müssen. Herr Zwayer war aber nur bei Upa so richtig streng …

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

Ein Kommentar zu “Unentschieden beim FC Bayern: Leverkusens Kapitän gesteht „unfaire“ Mittel

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