Kommentar von Petersgradmesser
Während in Deutschland die Fußball-Europameisterschaft und in den USA gleichzeitig die Copa América ausgetragen wird, ruht der Vereinsfußball in allen international bedeutenden Ligen. Kein Spielbetrieb, kein Trainingsbetrieb und selbst bei den Transfers ist aktuell „tote Hose„. Das behauptet mit Volker Struth einer, der es definitiv wissen muss: Er ist unter anderem Berater von Toni Kroos.
Dennoch spekuliert und fabuliert der Fußball-Boulevard ungeniert weiter und setzt ein Transfergerücht nach dem anderen, nicht nur beim FC Bayern, in den Umlauf. Dabei ist es derzeit ziemlich einfach abzuschätzen, was wirklich heiß und aktuell ist – und was – wie meistens – nur ein Sommerlochthema.
Denn Struths nüchterne Beschreibung der derzeitigen Situation lautet: „Wir haben aktuell keine richtige Transferperiode. Die wird mit einem Turnier wach. Aktuell ist tote Hose. Das spüren ganz viele Berater, ganz viele Vereine, ganz viele Spieler.“ Alle würden ihren Blick auf die aktuell in Deutschland stattfindende Europameisterschaft (und vielleicht auch ein bisschen in die USA) richten. Die Spieler können ihre Marktwerte hochtreiben und sich ins Schaufenster stellen. Vereine wiederum können davon profitieren, wenn einer ihrer Profis durch die Decke geht.
Der FCB hat jüngst einen Deal fix gemacht, ein anderer steht kurz vor dem Abschluss: Der Japaner Hiroki Ito kommt aus Stuttgart, der 22-jährige Franzose Michael Olise wohl von Crystal Palace. Was haben beide Spieler gemeinsam? Sie spielen weder bei der EM noch bei der Copa. Sie müssen sich derzeit nicht mit ihren Nationalteams auf wichtige Kontinentalturniere konzentrieren und haben den Kopf frei.
Anders sieht das dagegen unter anderem mit den medial gehandelten FCB-Abschiedskandidaten aus: Joshua Kimmich, Matthijs de Ligt, Kingsley Coman, Dayot Upamecano, Alphonso Davies, selbst Leroy Sané. Alle haben immer wieder betont, dass sie ihren vollen Fokus auf ihre Turnieraufgaben richten – der Boulevard lässt mit Gerüchten und Spekulationen trotzdem nicht locker.
Das gilt andersherum natürlich auch für potenzielle Zugänge wie zum Beispiel für Hakan Calhanoglu – ihn auf eine FCB-Kandidatenliste zu setzen, erscheint allerdings sowieso wie ein Märchen aus Tausend und einer Nacht. Aber auch für den Dauerbrenner Joao Palhinha (Titlbild). Solange Spieler mit ihren Nationalmannschaften noch im Turnier sind, wird es keine Transfergespräche geben (können).
Das Sommerloch wird dennoch die Medien weiterhin veranlassen, weiter zu spekulieren – auch wenn es manchmal schon sehr konstruiert und peinlich wirkt! Aber der Fan sollte hiermit einen Orientierungspunkt haben, was denn derzeit überhaupt Sinn macht.
