Anlässlich des Mbappé-Transfers von Real Madrid äußert sich FCB-Sportvorstand Max Eberl mit großer Sorge zu den Entwicklungen des internationalen Fußball- Transfermarkts. Dies tat er auf der Veranstaltung „Die Zukunft des Fußballs“ der Süddeutscher Zeitung und von „Stadion der Träume München“ im Rahmen des Kulturprogramms zur EM 2024.
„Man kann immer mehr Raffzahn werden, aber alle, die Raffzahn sind, werden langsam ein Stück weit auch die Sargnägel des Fußballs werden„, so Eberl. „Wenn alles Geld irgendwann rausgeht, dann ist nichts mehr da für uns, womit wir alle wirtschaften können.„
Nach dem ebenso beachteten wie kritisierten Weltrekord-Transfer von Neymar in der Saison 2017/18 vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain für 222 Millionen Euro sorgt in diesem Sommer der Transfer von Kylian Mbappé nach Madrid für Aufsehen.
Der 25-jährige französische Superstar wechselt ohne Ablöse von PSG zum CL-Sieger Real Madrid. In solchen Fällen freuen sich Spieler und Berater aber über ein üppiges Handgeld. Berichten zufolge soll es in diesem Fall bei stolzen 150 Millionen Euro liegen.
Eberl sprach von „zig Hunderten Millionen“ und kritisiert: „Es ist zu groß und irgendwann hast du auch das Gefühl, das platzt irgendwann. Also irgendwann ist es doch mal übersättigt und irgendwann kommt dann Saudi-Arabien. Man hat das Gefühl, es fühlt sich nicht so richtig schön an. Das muss ich fairerweise sagen, aber das ist der Markt gerade.“
Durch Transfers wie der von Mbappé wird laut Eberl dem Markt Geld entzogen: „Das Geld geht aus dem Markt. Es profitiert kein Verein davon. Es profitieren Spieler, Familie, Berater, alle, aber kein Verein. Früher war es immer so, dass zumindest Vereine profitiert haben. Das Geld blieb im Zyklus und das wird immer weniger werden.“
Der Rekordtransfer des FC Bayern ist der englische Toptorjäger Harry Kane für kolportierte 95 Millionen Euro, die im letzten Sommer an Tottenham Hotspur in London überwiesen wurden.
„Ich werde nicht hier gefeiert, wenn wir Fünfter sind, aber das Festgeldkonto ist noch mal um die Summe X gestiegen. Man will einfach beides in Einklang bringen. Das hat Bayern immer wieder geschafft„, so Eberl auf der Münchner Veranstaltung und ergänzt besorgt zur Situation auf dem Fußballmarkt: „Ich kann nicht sagen, ob wir am Ende angekommen sind.„
Eberl selbst will „nicht in der Summe mitmachen, aber ich will natürlich auch erfolgreich sein. In dem Zwiespalt stecke ich dann als Sportverantwortlicher auch.“

Man kann nur hoffen, dass der „Raffzahn“ diesen „sauberen Klub“ infiziert und sich alle so richtig schön in die Haare bekommen.
Möchte man wirklich so einen Mitspieler haben? Selbst bei Madrid, wo die Moralvorstellungen nicht allzu ausgeprägt sind.