Laut den neuesten Meldungen von Florian Plettenberg & Co soll Kingsley Coman auf der FCB-Verkaufsliste stehen, um den angeblich von den Vereinsverantwortlichen angestrebten großen Umbruch an der Säbener Straße zu ermöglichen. Als Hauptgrund wird seine große Verletzungsanfälligkeit genannt. Aufgrund der großen Beliebtheit des bald 28-jährigen französischen Nationalspielers im Verein wäre dies eine erstaunliche, eine fragwürdige Entwicklung. Denn bis zur vergangenen Spielzeit waren seine Ausfallzeiten beim Rekordmeister verglichen mit früheren Vereinslegenden auf ähnlichen Positionen wie Franck Ribéry, Arjen Robben, aber auch Mehmet Scholl nicht auffallend hoch, eher geringer. Schnelle, technisch gute Spieler bekommen immer schon viel auf die Socken und sind ebenso anfällig für Muskelverletzungen.
Sky und BILD behaupten derzeit trotzdem einheitlich, dass der Torschütze des Siegtors im CL-Finale 2020 in Lissabon gegen PSG verkauft werden soll, um „ordentlich Geld in die Kassen des FCB zu spülen„. Allerdings würden sich Eberl & Co. schwer damit tun, einen zahlungswilligen Abnehmer zu finden. Der FC Barcelona, der neue Verein von Kingsleys früherem FCB-Coach Hansi Flick, wird dies trotz einiger entsprechender Berichte keineswegs sein.
Zweifellos ist der King, wenn er fit und in Top-Form ist, ein sogenannter Unterschiedsspieler. In der vergangenen Saison war dies leider nur selten der Fall, Coman war gefühlt fast durchgehend verletzt, konnte insgesamt nur 27 Pflichtspiele absolvieren. Seit er 2015 als 19-jähriger Leihspieler von Juventus Turin zum deutschen Rekordmeister kam, absolvierte er 199 von 306 möglichen BL-Partien, das sind 65 Prozent. Bei Robben waren es übrigens nicht einmal 60 Prozent, bei Scholl ebenso 65 Prozent, bei Ribéry 67 Prozent.
Apropos Ribéry: Würde Coman tatsächlich seinen aktuell gültigen FCB-Kontrakt beim FCB bis 2027 erfüllen, würde er den Ausländerrekord seines Landsmanns und Vorbilds Ribéry mit zwölf Spielzeiten beim Rekordmeister einstellen – Legendenstatus.
Bei seiner schwersten Verletzung der Spielzeit 2023/24 hatte Coman übrigens überhaupt keine Chance, sie zu verhindern: Beim BL-Spiel in Augsburg ist ihm sein Gegenspieler in die Kniekehle gefallen, der King erlitt einen Innenbandriss:
Laut BILD würde ihm trotzdem auch der neue FCB-Trainer Vincent Kompany keine Steine in den Weg legen, sollte sich ein Transfer im Sommer anbahnen. Das Problem des FC Bayern dabei wird medial allerdings wie folgt beschrieben: Neben einer hohen Ablöse von kolportierten 50 Millionen Euro müsste der neue Verein auch ein stattliches Gehalt übernehmen. Gerüchten zufolge kassiert der Flügelflitzer derzeit rund 15 Millionen Euro pro Saison an der Säbener Straße.
Das Gesamtpaket für Coman (Ablöse plus ein Drei-Jahres-Vertrag) würde somit bei circa 100 Millionen Euro liegen. Stand jetzt gibt es wohl auch keinen ernsthaften Interessenten, der bereit ist, solch eine Summe zu stemmen.
Dass Sky, BILD und einige andere – grundsätzlich unbegründet – so ein Fass zulasten eines sehr populären Spielers aufmachen, kann man getrost auch als Mobbing gegen den Spieler bezeichnen. Muss man für Clicks und Auflagen tatsächlich alle Grenzen sprengen?
Welchen Stellenwert Coman beim FC Bayern hat – oder hatte? – zeigt dieses Interview mit ihm im Mitgliedermagazin „51“ von vor fast genau einem Jahr:
Zuvor war der King einer der absoluten Lieblingsspieler von Julian Nagelsmann beim FC Bayern:
Fazit: Ein Abgang von Kingsley würde sportlich wie menschlich einen großen Verlust für den FC Bayern bedeuten!
