Während der FC Bayern in der Bundesliga in der Verfolgerrolle steckt und bei zehn Punkten Rückstand auf Leverkusen nur noch auf eine extreme Schwächephase der Werkself hoffen kann, sind die Chancen in der Champions League nach der souveränen Viertelfinal-Qualifikation im Rückspiel gegen Lazio Rom (3:0) noch absolut in Takt. Der englische Nationalspieler Eric Dier hält einen Erfolg in der Königsklasse für möglich und nennt dabei eine für viele wohl überraschende FCB-Trumpfkarte.
Aufgrund des insgesamt durchwachsenen Saisonverlaufs üben sich die Bayern hinsichtlich der Titelchance im wertvollsten Wettbewerb des Weltfußballs in Zurückhaltung. Auch Dier will den Gewinn des Henkelpotts keineswegs als Ziel ausrufen, dennoch muss sich der FC Bayern seiner Meinung nach vor niemandem verstecken. „Jetzt warten wir mal ab, was die Auslosung für uns ergeben wird. In der Champions League ist noch alles möglich für uns„, so der Winterneuzugang im Interview mit t-online.
Vor einem Jahr traf der FC Bayern im Viertelfinale auf den späteren Sieger Manchester City, auch in dieser Saison droht erneut ein schweres Los. „In dieser Phase der Champions League ist jedes Spiel schwierig und jeder Gegner ein Topteam„, betont Dier. Dennoch sei in zwei Duellen alles drin – vor allem in der Allianz Arena: „In zwei Spielen sind viele Dinge möglich. Aber besonders, wenn wir hier zu Hause spielen, wissen wir, dass wir sehr stark sind und jeden schlagen können.“ Das Selbstvertrauen durch die souveränen Siege gegen Lazio und Mainz 05 (8:1) hilft der Mannschaft auf alle Fälle auch, um womöglich rechtzeitig in die Erfolgsspur zu finden.
Es ist generell sehr interessant, wie die Stimmung bei den FCB-Heimspielen in der Allianz Arena gesehen wird. National wird nicht selten über das Münchner Publikum gelästert, welches unfähig sei, richtig Stimmung zu machen. International zeigen jedoch nicht zuletzt zahlreiche namhafte Trainer der gegnerischen Teams großen Respekt vor dem Hexenkessel in der Münchner Arena. Die Stimmung in Fröttmaning kann tatsächlich von ziemlich träge bis zu überragend – und zwar im gesamten Stadion – variieren. Eine großartige Fan-Choreografie gefolgt von einem konzentrierten souveränen Start der eigenen Mannschaft hat international nicht selten die Arena explodieren lassen. Eric Dier kennt sich da schon viel besser aus als viele deutsche Fußballfans, welche dauerhaft durch Vorurteile in ihrer objektiven Bewertung behindert sind.
PS: Das CL-Finale findet wie im überragenden Triple-Jahr 2013 auch in diesem Jahr wieder im Wembleystadion statt. Viele Bayernfans würden sich über eine Rückkehr an den Ort des großem Triumphes über den BVB freuen, ebenso natürlich die übrig gebliebenen CL-Sieger von damals, Thomas Müller und Manuel Neuer. Das Gleiche sollte auch für Dier und seinen Kumpel Harry Kane gelten, welche lange Zeit für den Londoner Club Tottenham Hotspur gespielt haben.
Titelbild: Die Südkurven-Choreo vor dem CL-Gruppen-Spiel gegen den FC Kopenhagen erinnert an jene großartige Wembley-Nacht.
