Beim deutschen Rekordmeister soll sich eine Entscheidung über die grundsätzliche Orientierung der Zukunft anstehen. Dies behauptet zumindest die SportBILD, nach welcher sich die Bayern-Verantwortlichen im Sommer zwischen FCB-Coach Thomas Tuchel und den derzeitigen Top-Stars entscheiden müssten: Entweder hält man an Tuchel fest und gestaltet den Kader grundlegend um oder trennt sich vom Trainer und vertraut auf die aktuellen Leistungsträger.
An der Säbener Straße soll eine klare Vision von der FCB-Zukunft bestehen: Der Übergang der Führungsrolle von den aktuellen Kapitänen Manuel Neuer und Thomas Müller zu Joshua Kimmich und Leon Goretzka. Nachdem die Mittelfeld-Achse zunächst in den Mannschaftsrat aufgenommen wurde, sollten die beiden zum Herz der Bayern-Profis werden.
Ähnlich soll mit Matthijs De Ligt geplant worden sein: Der Wunschspieler von Ex-Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic – von Juventus Turin geholt – als zukünftiger Abwehrchef der nächsten Jahre.
Laut SportBILD klafft aber zwischen der Realität unter Coach Tuchel und den angeblichen Visionen der Chefetage eine gewaltige Lücke. Sie behauptet ganz nonchalant, dass unter den fünf genannten Führungsspielern – den alten und den jungen – lediglich Manuel Neuer noch total hinter Tuchel stünde. Der Kapitän des deutschen Rekordmeisters würde es sehr schätzen, dass sich Tuchel nicht von außen beeinflussen lässt.
Dagegen wäre Müller nur noch Rotationsspieler, de Ligt mittlerweile hinter Dayot Upamecano und Minjae Kim angesiedelt. Joshua Kimmich und Leon Goretzka erhielten zwar ihre Spielzeiten, würden jedoch nicht das Vertrauen des Trainers spüren und somit an Souveränität einbüßen.
Die SportBILD konstruiert einmal mehr ihre eigene Realität. Erinnert ein bisschen an das vergangene Jahr, als nach Julian Nagelsmanns Entlassung das mediale Lügengerüst der verlorenen Kabine komplett zusammengebrochen ist. Ob dies der entscheidende Auslöser für die Entlassung des derzeitigen Bundestrainers durch Oli & Brazzo war, bleibt spekulativ. Die jetzigen Bosse sollten und scheinen diesbezüglich mehr Souveränität zu bewahren. Anstelle der angeblich anstehenden Grundsatzentscheidung sollte jetzt alles für einen gemeinsamen maximalen Erfolg getan werden.
Zur oben genannten angeblichen Hierarchie in der Innenverteidigung siehe auch
