Als am Samstag vor dem Spitzenspiel in Leverkusen die FCB-Aufstellung bekannt gegeben wurde, wunderten sich viele Fans (und Experten), warum der niederländische Nationalspieler Matthijs de Ligt nicht in der Startelf stand – stattdessen in der Dreierkette: der aus einer Verletzung zurückgekommene Dayot Upamecano, Asien-Cup-Rückkehrer Minjae Kim und Winterzugang Eric Dier. Der deswegen hart kritisierte FCB-Coach betrieb gestern vor dem CL-Achtelfinal-Spiel bei Lazio Rom Aufklärungsarbeit.
„Ja, er hat einen schwierigen Moment. Der Kampf um den Platz ist richtig stark. Er hatte am Wochenende ein bisschen Rückenschmerzen, wurde behandelt im Hotel. ich habe dann entschieden, ihn nicht starten zu lassen und das Risiko nicht einzugehen. Ich wusste, dass wir im besten Fall, wenn wir mit drei aus dem Spiel rauskommen, dass Upa dann nicht 90 Minuten spielen kann. Also ich brauche vier Innenverteidiger, ich kann das Risiko nicht nehmen, dass Matthijs eine Rückenverletzung hat und das waren diese fünf Prozent, bei denen ich mir nicht klar war, ob er spielen könnte. Er ist ein Spieler, der sich bei Ajax und Juventus durchgesetzt hat. Wir brauchen ihn.„
Eine plausible Erklärung, wenn auch vor dem Hintergrund, dass sich ein frustrierter de Ligt nach dem Match als „topfit“ bezeichnet hat, überraschend.
Für die Forderung vieler Bayernanhänger, dass der 24-Jährige als gesetzter Innenverteidiger immer in der Startformation stehen müsse, zeigt Tuchel kein Verständnis:
„Das sind Kategorien, die kann ich nicht teilen. Ich habe in meinem Büro keine Nummern und kein Ranking. Mata ist einer von vier Innenverteidigern. Alle kämpfen um die Plätze. Es ist auf dieser Position ein sehr intensiver Kampf. Jeder hat jede Woche die Chance, zu spielen. Es ist eine normale Situation für Bayern München.“
Alles andere wäre nach den bisher in dieser Saison gezeigten Leistungen auch unfair.
PS: Es ist auch ein bisschen merkwürdig, dass diese Rückenschmerzengeschichte erst mit dreitägiger Verspätung publik wurde. Allerdings wurde Tuchel auf der PK in Leverkusen nicht zu Matthijs gefragt und danach (bis eben gestern) war er laut eigener Aussage „aus Selbstschutzgründen offline„.

Macht alles durchaus plausibler.
Die Geschichte MUSS stimmen, sonst hätte Tuchel jetzt mit Matthijs ein Megaproblem. Warum der dann aber von topfit gesprochen hat …
Es bleibt spannend … und schwierig …