Der portugiesische Schiedsrichter Joao Pinheiro wurde im Champions-League-Halbfinale des FC Bayern gegen PSG auf bittere Weise zum Protagonisten. Nun beschwert sich die Schweiz über ihn.
Joao Pinheiro aus Portugal trieb im Champions-League-Halbfinal-Rückspiel des FC Bayern gegen Paris Saint-Germain mit seiner Spielleitung die Münchner und ihre Fans zur Weißglut. Der 38-Jährige bevorteilte die Pariser, speziell seine Landsleute, in allen spielentscheidenden Situationen und legte auch quasi alle 50:50-Entscheidungen pro PSG aus. Dies trug erheblich dazu bei, dass die Bayern das 4:5 aus dem Hinspiel nicht umdrehen konnten und mit dem 1:1 das ersehnte Finale in Budapest verpassten.
Während die Aufregung in Fußball-Deutschland, nicht zuletzt auch bei den aktuellen und ehemaligen DFB-Schiedsrichtern, gewaltig war, ignorierte die UEFA diese wenig unparteiische (Fehl-)Leistung Pinheiros komplett. Ganz im Gegenteil: Sie schickte den Portugiesen sogar zur WM in den USA, Mexiko und Portugal – und dort gehört er sogar zu den privilegierten Referees. Während der Deutsche Felix Zwayer bislang kein einziges K.-o.-Runden-Spiel pfeifen durfte, bekam der Portugiese schon drei Einsätze, darunter zwei K.-o.-Spiele. Im Sechzehntelfinale kam er bei Kanada gegen Südafrika (1:0) zum Einsatz und ebenso im letzten Viertelfinalspiel zwischen Argentinien und der Schweiz (3:1 nach Verlängerung).
Schweiz verärgert wegen Regeländerung und Schiedsrichterleistung
Nach der Partie waren die Eidgenossen ähnlich sauer auf Pinheiro wie die Bayern im Mai. Sie sahen sich im Duell mit dem amtierenden Weltmeister als bessere Mannschaft und vom „Unparteiischen“ aus Portugal schwer benachteiligt. Für die wohl spielentscheidende Szene, als der zuvor schon verwarnte Breel Embolo auf VAR-Intervention wegen einer „dummen Schwalbe“ per Ampelkarte vom Platz gestellt wurde (72.), war jedoch eine zur WM eingeführte Regeländerung verantwortlich.
Der Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin zeigte sich nach der Partie wenig überraschend nicht als Fan der neuen Regel. Er wisse nicht, warum diese erfunden worden sei, aber so sei der Fußball: „Wir sind bestraft worden.“ Der Entscheid war für den 51-Jährigen jedoch unbegreiflich.
Während sich Yakin mit Kritik gegenüber dem Schiedsrichter selbst zurückhält, bekam Pinheiro vom Schweizer Defensivspieler Manuel Akanji sein Fett weg: „Es ist schwierig, wenn man den Schiedsrichter gegen sich hat. Jede Kleinigkeit wurde für Argentinien gepfiffen. Normalerweise sage ich nichts zum Schiedsrichter, aber ich habe noch nie ein so einseitig gepfiffenes Spiel erlebt. Für jede Schwalbe der Argentinier gab es keine Gelbe Karte.“ In der Tat sehr bitter, wenn dann eine (einzige) eigene Schwalbe zu einem Platzverweis führt.
Schlechte SR-Leistungen bei WM 2026
Erneut scheiterte Pinheiro an der Vorgabe, dass ein eingesetzter Schiedsrichter eine Partie unparteiisch leiten soll. Er wird aber gewiss so weiter machen, wenn er von UEFA und FIFA dafür nicht sanktioniert, sondern sogar belohnt wird. Bei den zahlreichen Skandalen der WM 2026, für die sich der FIFA-Präsident, der US-amerikanische Präsident, aber auch Pierluigi Collinas Schiedsrichterriege hauptverantwortlich zeigen, würde nicht einmal mehr eine Nominierung Pinheiros als Finalschiedsrichter verwundern.
Und in England wird man vor dem Halbfinale gegen Argentinien ganz genau auf die Schiedsrichteransetzung schauen. Beim amtierenden Weltmeister wurde im Turnierverlauf ein eindeutig rotwürdiges Foul von Lionel Messi durchgewunken, während der VAR zuerst im Achtelfinale gegen Ägypten zugunsten Argentiniens wegsah, um dann im Viertelfinale gegen die Schweiz ganz genau draufzuschauen.
Die Schiedsrichterleistungen des Turniers passen aber auf alle Fälle bestens zum Niveau der FIFA-Führung. Ob unter diesen Voraussetzungen am Ende dennoch die beste Turniermannschaft Weltmeister werden kann, bleibt nur zu hoffen. Es gibt deswegen schon zahlreiche Befürchtungen.

Warum wird Argentinien eigentlich so gepusht? Ein Grund könnte sein, dass man Messi unbedingt noch einmal als Weltmeister krönen will, weil es mit ziemlicher Sicherheit die letzte WM für den 39-jährigen ist. Aber das allein wird es wohl nicht sein.
Das ist wirklich eine gute Frage.
Es gab in der Fußballgeschichte bislang zwei „gekaufte Weltmeisterschaften“ (nein, ich meine nicht das Wembley-Tor 1966 😉 ): 1934 Mussolini-Italien und 1978 bei der Heim-WM in Argentinien (durch die damalige Militärdiktatur).
Jetzt schon wieder Argentinien mit Messi … auch 2022 gab es ja eine gewisse Unterstützung. Ich hoffe, am besten England, oder Frankreich, wenn es sein muss Spanien, können das „argentinische Problem“ auf dem Rasen lösen…
Ich würde diesen Schiedsrichter nur noch in Portugal in der Liga pfeifen lassen. Nie wieder International.
100% Zustimmung.
Pinheiro war in der Tat eine unglückliche Wahl für diese brisante Partie gegen die Schweiz. Mich hat dabei weniger die Embolo-Situation genervt, als die 70 Minuten zuvor, in denen die knüppelharten Argentinier viel zu ungestraft grätschen und lamentieren konnten.