Die absolute Saisonkrönung mit dem Champions-League-Sieg, dem Triple-Gewinn, wurde dem FC Bayern verwehrt. Ein Ziel könnte er mit einem Sieg über den 1. FC Köln noch erreichen.
Der FC Bayern steht längst als Deutscher Meister fest, das Endspiel der Königsklasse hat er auf bittere Weise gegen Paris Saint-Germain verpasst, das DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart findet in einer Woche statt. Zur Motivation für das Bundesligafinale gegen den 1. FC Köln mit anschließender Meisterfeier in der Arena meinte Chefcoach Vincent Kompany auf der Spieltags-PK: „Jedes Spiel musst du gewinnen, das ist die Mentalität des FC Bayern. Man muss mental immer vorbereitet sein auf jedes Spiel, das gehört zum Fußball. Aber bei uns gibt es den Gedanken nicht, dass es ein freies Spiel geben würde – nein! Es kommen 75.000 Menschen mit Kindern, sie werden sich freuen auf das Spiel – und daher muss da alles passen.“
Der Belgier würde gerne jede einzelne Partie gewinnen, das weiß mittlerweile nicht nur jeder FCB-Fan. Aber ist er sich dessen bewusst, dass seine Mannschaft mit einem Sieg über den „Effzeh“ die Ligasaison als beste Meistermannschaft im europäischen Profifußball abschließen würde? Auch wenn mit dem 3:3 gegen den FC Heidenheim der eigene Bundesligarekord aus der Spielzeit 2012/13 mit 91 Punkten nicht mehr zu erreichen ist, ist der Punktestand auch in dieser Saison überragend: 86 Punkte aus 33 Spielen (bei einem Torverhältnisrekord von 117:35): Das sind vor der abschließenden Partie hervorragende 2,606 Punkte im Schnitt pro Spiel.
PSG und Arsenal können nicht mithalten, Porto und Barça nur bei Patzer
Die CL-Finalisten PSG (76 Punkte aus 33 Ligapartien) und FC Arsenal (79 aus 36) können da bei Weitem nicht mithalten. Vergleicht man die 40 besten europäischen Ligen der UEFA-5-Jahres-Wertung, können lediglich der designierte spanische und portugiesische Meister mit den Münchnern im Punkteschnitt mithalten: Der FC Barcelona holte in 36-LaLiga-Spielen 91 Punkte (durchschnittlich 2,528), der FC Porto 85 aus 33 Partien (2,576). Die feststehenden Champions und Tabellenführer aller „schwächeren Ligen“ können alle nicht konkurrieren.
Gewinnen die Bayern gegen Köln, bleiben sie definitiv punktbester Meister der europäischen Top-40-Ligen. Spielen sie nur unentschieden, würde Porto sie knapp bei einem eigenen Sieg gegen Santa Clara überholen. Flicks Barcelona hat dazu nur bei einer finalen Münchner Niederlage und gleichzeitig zwei eigenen Siegen im Saisonfinale eine Chance.
Rekordhalter und Seriensieger in Gibraltar
Bei den 55 nationalen europäischen Verbänden gibt es aktuell nur einen einzigen Meister, der einen besseren Durchschnittswert als der FC Bayern aufweist. Die Bedingungen dort sind aber nicht ansatzweise vergleichbar: Es handelt sich um die Amateurliga des britischen Überseegebiets Gibraltar an der südlichen Spitze der iberischen Halbinsel, deren knapp 40 000 Einwohner zum Vereinigten Königreich gehören.
Die Gibraltar Premier Division hat seit über zwei Jahrzehnten einen Serienmeister, der als solcher sogar den FC Bayern um Weiten übertrifft: 22 der letzten 23 Titel wurden von Lincoln Red Imps FC gewonnen. So auch in der bereits abgeschlossenen Saison 2025/26: Mit 59 Punkten aus lediglich 22 Spielen und einem Torverhältnis von 79:14. Die 2,682 Durchschnittspunkte reichten dennoch nur hauchzart zur Meisterschaft. St. Joseph’s FC war mit 58 Punkten und sogar 90:10 Toren ganz dicht auf den Fersen. Eine andere Fußballwelt in einer Amateurliga.
Mit einem Sieg über den 1. FC Köln am 34. Bundesligaspieltag wäre der FC Bayern auf alle Fälle der beste Fußballmeister aller europäischen Verbände mit Profifußball.
FCB-Meisterfeier in der Arena 2024/25
