Der Verkauf von Luis Díaz an den FC Bayern sorgt in Liverpool nach wie vor für größtes Unverständnis. Von zwei Ex-Profis hagelt es dafür nun erneut scharfe Kritik.
Im vergangenen Tranfersommer wurde der amtierende englische Meister FC Liverpool als großer Gewinner gefeiert. Die bereits bärenstarke Truppe von Cheftrainer Arne Slot wurde speziell in der Offensive noch einmal extrem aufgerüstet, die Ausgaben betrugen eine halbe Milliarde Euro. Vor allem die Verpflichtung von Florian Wirtz, der lange Zeit Wunschspieler des FC Bayern gewesen war, wurde als großer Coup gesehen, die Münchner für ihr „Scheitern“ in dieser Personalie verhöhnt.
Als die Verantwortlichen an der Säbener Straße daraufhin den kolumbianischen Nationalspieler Luis Díaz, der bei den Reds aufgrund der eigenen Transferoffensive überflüssig schien, zum Rekordmeister holten, ernteten sie zunächst speziell wegen der Ablösesumme von 70 Millionen Euro massive Kritik. Diese ist jedoch inzwischen längst verstummt und hat sich wegen der regelmäßigen Klasse-Auftritte des 29-Jährigen in großen Applaus gewandelt. Der FC Liverpool dürfte den Verkauf des linken Außenspielers dagegen längst zutiefst bereut haben.
Zwei englische Ex-Nationalspieler fassungslos wegen Díaz-Verkauf nach München
Wenn es nach dem ehemaligen englischen Nationalspieler Micah Richards geht, hätte der LFC anstelle des Kolumbianers den derzeit scharf kritisierten Cody Gakpo verkaufen sollen. Auch der Niederländer wurde im vergangenen Sommer mit einem Wechsel zu den Bayern in Verbindung gebracht, die sich – zu ihrem Glück – jedoch für Díaz entschieden haben.
„Du willst mir sagen, ihr verkauft Luis Díaz, um Gakpo zu halten? Offen gesagt ist das nicht nur eine schlechte fußballerische Entscheidung – das ist eine erschreckende Lebensentscheidung. Das ist absolut lächerlich“, polterte Richards in der Champions-League-Show CBS Sport Golazo in Richtung der Liverpool-Legende Jamie Carragher.
„Du sitzt da und schaust dir Díaz gerade bei Bayern München an, und er reißt auf der größten Bühne einfach alles in Stücke – elektrisierend“, schwärmte Richards nach dem CL-Halbfinal-Hinspiel zwischen PSG und dem FC Bayern, in dem Díaz eine überragende Leistung zeigte, den Elfmeter zum 1:0 herausholte und traumhaft zum 4:5-Endstand traf. „Er hämmert den Ball gegen Real Madrid und PSG ins Netz, und du kratzt dir nur am Kopf und denkst: Wie zur Hölle konnte Liverpool den entwischen lassen?“
Auch der 48-jährige Carragher, der als Eigengewächs 21 Jahre lang bis zum Karrierende für die Reds aufgelaufen war, heute jedoch wiederholt mit heftiger Kritik an seinem Ex-Klub für Schlagzeilen sorgt, stimmte dem früheren Verteidiger von Manchester City zu: „Luis Díaz war nie der perfekte Spieler, um ihn im Sommer zu verkaufen. Es fällt mir immer noch schwer und es ist frustrierend, einen nachvollziehbaren Grund dafür zu finden, ihn ziehen zu lassen. Solche Spieler sind auf dem Transfermarkt kaum zu ersetzen oder zu finden“.
Während Díaz mit dem FC Bayern nach wie vor intakte Chancen auf das dritte Triple der Münchner Vereinsgeschichte besitzt, steht der englische Rekordmeister aus Liverpool im Nachhinein als einer der großen Verlierer des vergangenen Transfersommers da.
