Nach der BVB-Niederlage in Hoffenheim bestehen nicht mehr die geringsten Zweifel, dass der Deutsche Meister 2025/26 FC Bayern heißt. Wie ambitioniert geht der die letzten fünf Bundesligaspiele an?
Die Vorentscheidung um die Deutsche Fußball-Meisterschaft war bereits Ende Februar gefallen, als der FC Bayern am 24. Bundesliga-Spieltag beim einzig verbliebenen Titelkonkurrenten Borussia Dortmund mit 3:2 gewonnen hatte. Angesichts der konstant starken Leistungen der Münchner stellte sich infolgedessen lediglich die Frage, wann der Rekordmeister seinen 35. Titel holen würde, den 34. seit seinem Bundesligaaufstieg 1965. Schwächelnde Dortmunder haben den Termin auf den 30. Spieltag gelegt.
Nach dem 1:2 des BVB bei der TSG Hoffenheim steht fest, dass die Bayern bereits vor dem Topspiel gegen den VfB Stuttgart der Meister der laufenden Saison sind. Selbst wenn alle restlichen fünf Partien – gegen den VfB, in Mainz, gegen Heidenheim, in Wolfsburg und gegen Köln – verloren gehen und die schwächelnden Borussen alle ihre Spiele noch gewinnen sollten: Durch sein sagenhaftes Torverhältnis von 105:27 hat der Rekordmeister noch einen „zusätzlichen Punkt“ Vorsprung. Dortmund müsste 48(!) Tore aufholen – die Wahrscheinlichkeit auf eine Sechs mit Zusatzzahl im Lotto ist höher.
Titel wichtiger als Bundesligarekorde
Vincent Kompanys Mannschaft will sich in dieser bislang so glänzend gelaufenen Saison aber nicht mit einem Titel begnügen: Am Mittwochabend steht das Pokal-Halbfinale bei Bayer Leverkusen an, nur sechs Tage später trifft man im CL-Halbfinal-Hinspiel in Paris auf den Titelverteidiger.
Wie sollen die Bayern bei diesem anspruchsvollen Programm die restlichen BL-Partien angehen? Gewinnen sie alle fünf, ist dies gleichbedeutend mit der besten Spielzeit der Wettbewerbshistorie. Der sensationelle Rekord stammt aus der ersten FCB-Triple-Saison 2012/13: 91 Punkte und 98:18 Tore. Mit einer makellosen Bilanz würde der Punkte-Rekord eingestellt werden, und die plus 80 Tore definitiv übertroffen werden. Der bereits frisch aufgestellte Torrekord wird mit jedem einzelnen weiteren Treffer sowieso verbessert.
Nun ist es aber so, dass für Kompany Rekorde nach seinen eigenen Worten keine Bedeutung haben. Allerdings ist es auch sein Anspruch, jedes Spiel zu gewinnen. Die jeweils verfügbare Bestaufstellung wird in den Halbfinalspielen auflaufen – in der Bundesliga wird rotiert werden, muss rotiert werden. Sind weitere Rekorde trotzdem möglich? Den aktuellen Bayern ist alles zuzutrauen. Jedoch darf die Verletztenliste dafür nicht noch weiter ansteigen: Nach den leichteren Blessuren von Lennart Karl und Tom Bischof, die bald wieder dabei sein dürften, fällt Serge Gnabry mit seiner Adduktorenverletzung bis zum Saisonende aus. Bitter auch, dass zahlreiche Nachwuchskräfte derzeit die Ausfallliste auffüllen.
Aber im Saisonendspurt gilt ohnehin: Die Titel sind wesentlich wichtiger als die Rekorde.
Titelbild: Wird man das „Trio Infernale“ des FCB in den nächsten BL-Spielen gemeinsam sehen (können)?
