Kapitän Manuel Neuer ist sich auf der PK vor dem CL-Kracher gegen Real Madrid der Schwere der Aufgabe bewusst. Sein Optimismus begründet sich in einer großen Bayern-Stärke in dieser Saison.
Der FC Bayern hat sich mit dem 2:1-Hinspiel-Sieg im Estadio Santiago Bernabéu eine glänzende Ausgangssituation für das Weiterkommen ins Champions-League-Halbfinale geschaffen. Dessen ist sich Kapitän Manuel Neuer auf der Pressekonferenz einen Tag vor dem Top-Duell in der Allianz Arena durchaus bewusst. Dennoch argumentiert er zurückhaltend: „Der Vorteil liegt darin, dass wir das Hinspiel gewonnen haben. Es ist aber nur ein Tor, es kann in alle Richtungen gehen. Real Madrid ist eine schwere und harte Aufgabe.“
Dann benennt der 40-Jährige den ersten „kleinen Vorteil“, den er für seine Mannschaft sieht: „… wir haben den Vorteil, dass die Kulisse zuhause brennt an solchen Abenden wie morgen“, um sofort wieder zurückzurudern: „Die Ausgangslage ist gut, aber wir können das nicht überbewerten, weil wir in der Vergangenheit erlebt haben, wie Real zuschlagen kann. Aber wir sind selbstbewusst!“
„Wenn wir als Mannschaft funktionieren …“
Neuer zeigt die Demut, die in dieser Spielzeit beim FC Bayern Standard ist. Als er dann aber auf seine Duelle mit den Real-Superstars Kylian Mbappé und Vinícius Júnior, die er im Hinspiel teilweise zur Verzweiflung getrieben hat, angesprochen wird, wird er deutlich: „Es geht nicht um die Namen, es geht um ein wichtiges Champions League-Spiel für uns, für den Verein. Da spielen wir gegen Real Madrid. Um einzelne Protagonisten kümmere ich mich nicht.“
Dann verrät der fünfmalige Welttorhüter aber doch noch den Vorteil, den er als den entscheidenden für das Weiterkommen seiner Mannschaft sieht: „Natürlich haben wir sie analysiert. Wir haben die Erfahrung, um den besten Fußball als Team zu spielen. Das wird morgen entscheidend werden. Wenn wir als Mannschaft funktionieren, bin ich sehr positiv, dass wir ins Halbfinale einziehen können.“ Neuer hätte auf Weltklassespieler des FC Bayern wie Harry Kane oder Michael Olise verweisen können, stattdessen steht für ihn – typisch FCB 2025/26 – der Teamgeist im Vordergrund. Und in dieser Hinsicht wähnt er sein Team ganz offensichtlich klar im Vorteil.
Sich selbst sieht Neuer auf alle Eventualitäten in einem derartigen K.-o.-Spiel bestens vorbereitet, auch auf die eines möglichen Elfmeterschießens. Durch ein solches hatten sich die Bayern letztmals gegen die Königlichen durchgesetzt: Im CL-Halbfinale 2012 im Bernabéu hatte der 40-Jährige auf überragende Weise die Schüsse von Cristiano Ronaldo und Kaka pariert.
Der Bayern-Kapitän: „Ich glaube, es hat sich zu 2012 nicht viel verändert, die Spieler des Gegners kennt man und ihre Vorlieben auch. Die Analyse findet im Vorlauf statt, man schaut sich an, wer wie geschossen hat. Aber man muss als Torwart ein eigenes Gefühl entwickeln, was in den Köpfen des Gegenübers stattfindet. Darauf versuche ich zu reagieren. Das hat damals funktioniert, das heißt aber nicht zwingend, dass es immer wieder funktioniert…“
