Lennart Karls heiß ersehntes Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft ging aufgrund der Gala-Leistung von Florian Wirtz etwas unter. Der lobt ihn nach dem Schweiz-Spiel in den höchsten Tönen.
Mit einem breiten Grinsen wurde der 18-jährige Bayern-Profi Lennart Karl in der 63. Minute des Test-Länderspiels zwischen der Schweiz und Deutschland im St. Jakob-Park in Basel für Leroy Sané eingewechselt. Er feierte anschließend – nach einem kurzen Herbst-Intermezzo in der deutschen U21 – ein gelungenes, aber noch nicht spektakuläres halbstündiges Debüt in der DFB-Elf von Julian Nagelsmann. Zuvor hatte es bereits monatelange Experten-Debatten über diesen Schritt und seine WM-Tauglichkeit gegeben.
Für das Spektakel bei seiner Premiere war jedoch ein anderer zuständig: Der Liverpool-Profi Florian Wirtz, dessen Absage an den FC Bayern im letzten Frühling wohl erst den kometenhaften Aufstieg Karls beim Rekordmeister möglich gemacht hatte. Dieser prägte den deutschen 4:3-Sieg über die Eidgenossen mit zwei Toren und zwei Assists entscheidend. Und ausgerechnet der Ex-Leverkusener schwärmte nach der Partie besonders vom FCB-Youngster.
Wirtz prophezeit viel Spaß mit Karl in den nächsten Jahren
„Ich habe ihn diese Woche das erste Mal im Training gesehen. Er ist ein Topspieler. Es macht sehr viel Spaß, mit ihm zu spielen“, so Wirtz, der nach anfänglichen Schwierigkeiten beim FC Liverpool nun auch auf der Insel immer besser in Schwung kommt. Fast schon väterlich der Rat des 22-Jährigen für die Behandlung des Nationalelf-Neulings: „Wir wollen nicht zu viel Druck auf ihn geben“. Für den Fall, dass dies gelingt, ist sich Wirtz sicher, dass Karl „uns die nächsten Jahre so viel Spaß geben“ wird.
Nicht nur Matchwinner Wirtz war nach dem ersten deutschen Länderspiel im WM-Jahr voll des Lobes für den ehemaligen FCB-Campus-Spieler. Routinier Pascal Groß, der sich nach seinem Wechsel von Borussia Dortmund zurück in die Premier League zu Brighton & Hove Albion wieder seiner Bestform nähert, gefällt Karls „Spielwitz. Er versteckt sich nicht. Er hat frischen Wind reingebracht“. Der 18-Jährige stelle „einen Mehrwert“ für die DFB-Elf dar.
Sportdirektor Rudi Völler sieht den Youngster bereits als heißen WM-Kandidaten: „Schön, das hat er sich verdient“, und auch FCB-Mannschaftskollege Jonathan Tah zeigte sich von Karls Leistung beeindruckt: „Lennart ist sehr gut reingekommen ins Spiel, mit der richtigen Bereitschaft.“
Vielleicht feiert Karl, der in seiner ersten Profi-Saison beim FC Bayern wettbewerbsübergreifend bereits auf beachtliche 14 Torbeteiligungen (8 Tore, 6 Assists) kommt, nach seinem Länderspiel-Debüt in der Schweiz beim zweiten WM-Test in Stuttgart gegen Ghana sogar schon sein Startelf-Debüt. Dem selbstbewussten Teenager wäre dabei sein Premieren-Treffer in der A-Nationalmannschaft durchaus zuzutrauen.
