Was der FC Bayern zum Platzverweis von Nicolas Jackson meint

Nicolas Jackson ist wegen seiner Roten Karte im Topspiel bei Bayer Leverkusen erneut in die Negativschlagzeilen geraten. Bayern-Sportboss Max Eberl verteidigt ihn nun.

In der 42. Minute des Bundesliga-Spitzenspiels zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern kam Nicolas Jackson bei seiner Grätsche auf Höhe der Mittellinie im Zweikampf mit Leverkusen-Profi Martin Terrier zu spät und traf diesen am Knöchel. Schiedsrichter Christian Dingert zeigte dem senegalesischen Nationalspieler zunächst die Gelbe Karte, korrigierte die Entscheidung aber auf Hinweis des VAR und stellte den 24-Jährigen schließlich vom Platz.

Die Entscheidung war regelkonform, auch wenn BVB-Nationalspieler Nico Schlotterbeck zwei Wochen zuvor bei einer ähnlich harten Aktion gegen Bayerns Josip Stanišić noch mit einer Verwarnung davongekommen war. Auch das DFB-Strafmaß steht mittlerweile fest: Jackson muss in den zwei Bundesligapartien gegen Union Berlin und beim SC Freiburg aussetzen.

Wie zuvor Kompany: Auch Eberl stellt sich vor Jackson

Nach dem Platzverweis stellt sich der FC Bayern in Person seines Sportvorstands Max Eberl demonstrativ vor den Spieler. Der 52-Jährige verwies nicht zuletzt darauf, wie schnell sich die öffentliche Wahrnehmung im Fußball verändern könne: „Im Fußball geht es so schnell: Du hast gegen Gladbach ein Tor und gegen Atalanta ein sehr ordentliches Spiel gemacht. Und drei Tage später bist du der Depp, weil du eine Rote Karte kassierst“, so Eberl. Jackson hatte in den beiden Partien insgesamt viereinhalb Torbeteiligungen (zwei Tore, zwei Vorlagen, ein Pre-Assist).

Der Bayern-Boss sieht den Feldverweis vor allem als Folge eines missglückten Zweikampfs: „Im Willen, einen Zweikampf zu führen, kommt er zu spät und trifft den Knöchel. So ist dieser Fußball – einfach gnadenlos.“

Eberl bleibt weiterhin überzeugt von Jacksons Qualitäten. Der Stürmer kommt in dieser Spielzeit bisher auf sieben Tore und drei Vorlagen in 25 Einsätzen für den Rekordmeister: „Wir sind sehr, sehr froh, dass Nico bei uns ist. Er hat uns immer wieder geholfen und er wird uns auch noch zum Ende der Saison helfen mit seinen Minuten.“

Erst jüngst nach dem Bundesliga-Sieg über Gladbach (4:1) hatte FCB-Chefcoach Vincent Kompany Jackson gegen die immer wieder aufkeimende öffentliche Kritik vehement verteidigt. Der Belgier lobte zunächst Jacksons Leistung: „Er hat heute sehr gut gespielt“. Anschließend platzte es aber aus ihm heraus: „Ich muss sagen, dass mir seit meiner Ankunft hier aufgefallen ist, dass, wenn alles gut läuft in der Mannschaft, immer wieder versucht wird, einen oder zwei Spieler ohne Grund herauszugreifen.“ Kompany über die seiner Meinung nach ungerechtfertigte Kritik an seinem Spieler: „Der Mann hat nichts falsch gemacht, er hat extrem gut trainiert.“

Auch nach der Roten Karte in Leverkusen hat sich ganz offensichtlich nichts an der positiven Grundeinstellung gegenüber Jackson an der Säbener Straße geändert. Dies ist ein wichtiger Bestandteil des so viel gerühmten Teamspirits bei den Bayern in dieser Saison.

2 Kommentare zu „Was der FC Bayern zum Platzverweis von Nicolas Jackson meint

  1. Irgendwie scheint es immer jemanden geben zu müssen, an dem – ob berechtigt oder nicht -herumkritisiert wird. Das war lange Leroy Sané. Nun haben die Meckerer anscheinend „Ersatz“ gefunden.

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