Rummenigges spezielle Angst vor Bayern-Scheitern unbegründet

Der FC Bayern ist im CL-Achtelfinale gegen Atalanta Bergamo klarer Favorit. Ex-CEO Rummenigge warnt die Mannschaft deswegen ausdrücklich. Ein Blick in die Historie könnte ihn beruhigen.

Der Fußball lebt von Überraschungen und Sensationen. Für die Favoriten sind dagegen unerwartete Ergebnisse meist Blamagen, die in Pokalwettbewerben eine ansonsten gute Saison kippen lassen können. Der FC Bayern musste in den vergangenen Jahren einige solcher bitteren Erfahrungen im DFB-Pokal einstecken. Der Ex-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge warnt das Team von Vincent Kompany nun ausdrücklich vor den anstehenden CL-Achtelfinal-Partien gegen Atalanta Bergamo.

Für den früheren Weltklassestürmer des Rekordmeisters steht sein Verein in der Runde der letzten 16 in der Fußball-Königsklasse trotz klarer Favoritenrolle gegen Atalanta Bergamo vor einer kniffligen Aufgabe: „Es ist eine kleinere Mannschaft, die Respekt verdient. Eine Mannschaft, die man nicht unterschätzen darf“, so der 70-Jährige im Gespräch mit der Gazzetta dello Sport.

Am Dienstagabend treten die Münchner im Hinspiel beim italienischen Serie-A-Klub an. Laut Rummenigge brauche es in dieser Phase des Wettbewerbs „Demut, Respekt und Konzentration“. Genau diese Gefahr bestünde bei Duellen mit kleineren Klubs: „Das passiert oft: Auch die öffentliche Meinung vermittelt dir, dass ein Spiel leicht ist – aber solche Spiele gibt es nicht mehr“, meint Rummenigge, der von 1984 bis 1987 in Italien für Inter Mailand spielte.

Dass Atalanta in der Saison 2023/24 die Europa League gewonnen habe, sei „nichts Normales“, sondern „ein Meisterwerk“, bemerkt der heutige FCB-Aufsichtsrat. Allerdings gehört für Rummenigge der Angriff der Bayern „zu den besten in Europa“, Trainer Vincent Kompany sei „als Glücksgriff“ gekommen, „sowohl als Trainer als auch als Mensch“.

Die FCB-Historie spricht gegen ein frühzeitiges Ausscheiden

Bei Kompany kann sich der Europameister von 1980 wohl auch absolut sicher sein, dass dieser seine Mannschaft bestens auf die heißen Duelle gegen den Tabellensiebten der Serie A, der zuvor Borussia Dortmund eliminiert hat, einstellt. Aber auch die Europapokal-Bilanz des FC Bayern, zu welcher er selbst auch positiv beigetragen hat, sollte ihn bei seinen Befürchtungen beruhigen.

Bei seinen bisherigen 41 Königsklassen-Auftritten (13 im Europapokal der Landesmeister, 28 in der Champions League) ist der sechsfache Sieger des Wettbewerbs erst ein einziges Mal gegen einen Underdog ausgeschieden. Dies war in der Spielzeit 2021/22 im Viertelfinale gegen den FC Villarreal (0:1; 1:1). Die Spanier wurden von den Bayern dabei aber weniger unterschätzt, als dass die „Nagelmänner“ damals eine Phase der großen eigenen Verunsicherung durchlebt haben.

22 Mal ist der FCB dagegen am späteren Gewinner bzw. erst im Endspiel (fünfmal), zweimal am Finalisten oder auch an europäischen Topvereinen wie Real Madrid, dem FC Chelsea, Milan, Inter oder PSG gescheitert. Ein frühzeitiges Ausscheiden in der Königsklasse war in der FCB-Historie bislang nie darin begründet, dass man den Gegner unterschätzt oder gar nicht respektiert hätte.

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