Unter dem aktuellen Präsidenten Joan Laporta wird der FC Barcelona nicht mehr zu den seriösen Klubs gezählt. In der anstehenden Präsidentschaftswahl könnte es aber noch schlimmer kommen.
Die Amtszeit von Barcelona-Präsident Laporta ist jüngst zu Ende gegangen. Laut Vereinssatzung muss er sich zur Fortführung seines Amts alle fünf Jahre zur Wiederwahl stellen. Dementsprechend musste der 63-Jährige Mitte Februar offiziell zurücktreten. Für die Präsidentschaftswahlen, die am 15. März stattfinden werden, hat er einige Gegenkandidaten, Víctor Font, der bei den Wahlen 2021 den zweiten Platz belegte, gilt dabei als sein Hauptkonkurrent.
Marc Ciria und Xavi Vilajoana, ehemaliges Vorstandsmitglied unter Laportas Vorgänger Josep Maria Bartomeu, werden ebenfalls antreten. Und jener Vilajoana sorgt nun im Präsidentschaftswahlkampf mit einer ebenso spektakulären wie wenig seriösen Ansage für Aufsehen: FCB-Toptorjäger Harry Kane soll bei seinem Wahlsieg nach Katalonien geholt werden.
Der 52-Jährige präsentiert dafür auf Social Media ein Bild von Harry Kane im Barça-Trikot und schreibt dazu: „Sich um unsere La-Masia-Spieler zu kümmern, hatte für mich oberste Priorität, aber wir werden immer auch die Fähigkeit brauchen, Elite-Stars anzuziehen. Wir können das möglich machen.“
Kane schon länger Wunschkandidat in Barcelona – die Realität ist eine andere
Kane wurde in Barcelona bereits von Laporta regelmäßig als Wunschspieler genannt – beim spanischen Meister benötigt man einen Nachfolger für Ex-FCB-Topstürmer Robert Lewandowski, dessen Zeit bei den Katalanen nach vier Jahren im Sommer auslaufen wird. Der Engländer hat zwar jüngst sein Desinteresse am FC Barcelona kundgetan, dennoch eignet sich offensichtlich sein Name bestens, um im Präsidentschaftswahlkampf Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Beim deutschen Rekordmeister dürfte ein derartiges Wahlkampfversprechen eher Stirnrunzeln als Panik auslösen: Der FC Barcelona gilt als hoch verschuldet und somit wenig zahlungskräftig, was nun offensichtlich nach Laporta auch sein Kontrahent Vilajoana zu ignorieren versucht. An der Säbener Straße ist man jedenfalls selbst bemüht, den bis 2027 laufenden Vertrag des 32-Jährigen noch einmal zu verlängern. Große Hektik existiert in diesem Bemühen aber nicht, wie Ehrenpräsident Uli Hoeneß vor Kurzem erklärt hat. Harry Kane selbst tendiert auch zu einem verlängerten Verbleib in München.

So eine Wahlkampfstrategie ist derart unseriös, dass man eigentlich darüber nur lachen kann.
Ganz genau, Cornelia 😉
Aber seit mittlerweile vielen Jahren „Barcelona-Standard“. Unglaublich, aber wahr.