Die Kritiker haben es geahnt: Verhandlungen mit Bayernstar auf Eis

Dem FC Bayern drohen die nächsten zähen Vertragsverhandlungen mit einem Spieler, bei dem sich beide Seiten grundsätzlich eine Verlängerung wünschen. Ein Kommentar.

Im Herbst 2025 schien eine Vertragsverlängerung des österreichischen Nationalspielers Konrad Laimer beim FC Bayern über die Laufzeit seines bestehenden Arbeitspapiers bis 2027 hinaus nur eine Routineangelegenheit zu sein. Beide Seiten verkündeten ihre gegenseitige hohe Wertschätzung, der 28-Jährige zeigte sich glücklich und zufrieden beim Rekordmeister.

Obwohl dieser Zustand sicherlich weiterhin Bestand hat, sollen die Verhandlungen zwischen den Verantwortlichen an der Säbener Straße und Laimer vorerst ausgesetzt worden sein. Dies berichten Christian Falk und Tobi Altschäffl in der neuesten Folge ihres BILD-Podcasts Bayern-Insider. Dass sich die Vertragsverhandlungen schwieriger gestalten würden als zuvor angenommen, wurde bereits in der vergangenen Woche bekannt. Nun ist der Austausch aber offenbar vollkommen zum Erliegen gekommen.

Im Podcast wird davon gesprochen, dass der FC Bayern aufgrund von Laimers extrem hohen Gehaltsforderungen die Gespräche vorerst gestoppt hat. Der 55-fache Nationalspieler verlangt demnach nicht wie bisher neun Millionen Euro Jahresgehalt, sondern inklusive Bonuszahlungen bis zu 15 Millionen Euro.

Vorgehensweisen von Verein und Spieler keine Überraschung

Wenig überraschend nutzt Laimer dabei seine ausgezeichnete Verhandlungsposition aus. Der Österreicher spielt seine beste Saison beim Rekordmeister seit seinem ablösefreien Wechsel von RB Leipzig im Sommer 2023 und gilt in Vincent Kompanys Viererkette hinten rechts als gesetzt, auch wenn er mit dem Eigengewächs Josip Stanišić für die Position einen ebenbürtigen Konkurrenten hat.

Nach den teuren Vertragsverlängerungen der letzten zwölf Monate mit Alphonso Davies, Jamal Musiala, Joshua Kimmich, nun Serge Gnabry (trotz Gehaltsreduktion) und bald auch Dayot Upamecano haben die FCB-Kritiker dieses Szenario bereits vorausgesagt. Diese werfen den Münchner Bossen vor, die Vorgaben des mächtigen Aufsichtsrats um Uli Hoeneß und Karlheinz Rummenigge, die Spielergehälter erheblich zu senken, nicht konsequent umzusetzen – im Gegenteil: Die Gehaltsspirale würde sogar noch weiter nach oben gehen.

Vergessen wird dabei aber auch, dass im letzten Sommer mit Thomas Müller, Leroy Sané und Kingsley Coman drei Topverdiener den Rekordmeister verlassen haben, Leon Goretzka wird im kommenden Sommer folgen und auch bei Manuel Neuer wird eine mögliche weitere Verlängerung sicherlich nur zu (erheblich) reduzierten Bezügen erfolgen. Es wird beim FC Bayern weiterhin absolute Topverdiener – auch im internationalen Vergleich – geben. Verlässt der Verein diesen Pfad, kann er sich von sämtlichen Henkelpott-Träumen unmittelbar verabschieden.

Monatelange Verhandlungen mit Leistungsträgern wie Kimmich, Musiala, Davies und Upamecano werden künftig eher die Regel als die Ausnahme sein. Die taktische Vorgehensweise von Vereins- wie Spielerseite ist jeweils nachvollziehbar. Laimers Position ist in diesem speziellen Fall jedoch nicht ganz so stark wie die der genannten Spieler, so könnte ihn Stanišić durchaus auch dauerhaft ersetzen. Dennoch ist der österreichische Mentalitätsspieler ein wichtiges Puzzlestück in Kompanys Spielsystem.

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