Trotz aller personellen Probleme zeigte sich FCB-Coach Vincent Kompany auf der Spieltags-PK vor der Partie gegen Augsburg gut gelaunt. Bei einer Frage wurde es jedoch für ihn heikel.
Wohl nicht nur wegen der Rekordserien seiner Mannschaft scheint Bayern-Cheftrainer Vincent Kompany derzeit nur sehr wenig aus der Ruhe bringen zu können. An die seit Saisonbeginn hohen Ausfallquoten in seiner Defensive konnte er sich bereits gewöhnen. Auch vor dem Bundesliga-Spiel am Samstagnachmittag in der Allianz Arena musste er den anwesenden Medienvertretern erneut einen krankheitsbedingten Ausfall bestätigen. Abwehrchef Dayot Upamecano „ist krank. Er fällt leider aus.“
Der Belgier zählt auf: „Josip Stanišić, Konrad Laimer, Sacha Boey und jetzt Upa sind alles Verteidiger, die wir nicht haben.“ Das hinter Kompany nicht daran, sämtliche Register zu ziehen, um von positiven Dingen berichten zu können: „Trotzdem haben wir einen guten Konkurrenzkampf: Hiroki Ito ist fit, Minjae ist fit, Raphaël Guerreiro und Tom Bischof. Joschua Kimmich, Leon Goretzka können da auch spielen für uns.“
Schmunzeln musste der 39-Jährige bei der Frage eines Journalisten nach seinen Ritualen als Trainer, so wollte dieser beobachtet haben, dass der FCB-Coach zuletzt regelmäßig weite Hosen getragen haben soll. Auf Modedetails wollte Kompany jedoch nicht eingehen und wich bei der Beantwortung auf seine Spielerkarriere aus: „Manche Spieler sind abergläubisch, daher gehören Rituale dazu. Das hatte ich als Spieler auch, dann war ich verletzt – habe mein Ritual geändert, wieder verletzt, wieder geändert – dann war ich nicht mehr abergläubisch. Egal, was dein Ritual ist, wenn es dir ein besseres Gefühl gibt, musst du das weiter machen.“
Kompany spricht von Respekt und mag keine „unnötige Arroganz“
Bei einer Frage wurde es dann aber doch noch heikel für den Bayern-Coach. An der Säbener Straße kennt man ihn als ruhigen, besonnenen Trainertypen. Aber im Internet kursieren jedoch immer noch Videos von seiner ersten Trainerstation beim RSC Anderlecht, in welchen er während einer Trainingseinheit durchaus rüde seine Spieler zusammenstaucht.
Kompany erzählte daraufhin leicht schmunzelnd, welche Folgen diese Wutausbrüche für sein Familienleben hatten: „Meine Kinder haben das immer auf YouTube gesehen, wenn ich geflucht habe in der Premier League. Das bringt mich in keine starke Situation zuhause in der Erziehung, wenn ich ihnen dann sage, was sie sagen sollen und was man nicht sagt.“
Dann erklärte der Belgier den neugierigen Medienvertretern aber schließlich noch, was seine Spieler unbedingt vermeiden müssen, um derartige Wutausbrüche bei ihm hervorzurufen: „Aber wenn ich mal richtig sauer bin, wenn wir zu arrogant sind – wir müssen überzeugt sein, wie stark wir sind und wissen das schon. Aber ich mag keine unnötige Arroganz. Wenn wir weniger machen, als wir normal müssen, dann werde ich auch mal wütend. Für mich ist diese Arbeit so wichtig, ein Zeichen von Respekt gegenüber des Vereins, dem Gegner gegenüber. Daher versuche ich so ruhig wie möglich zu bleiben“
