Der 19-jährige Marokkaner Adam Aznou wechselte im Sommer nicht ganz geräuschlos vom FC Bayern in die Premier League. Dort durchlebt er seitdem eine sportliche Talfahrt. Ein erneuter Wechsel deutet sich an.
Der Transfer des Ex-FCB-Campus-Spielers Adam Aznou zum FC Everton sorgte im Sommer für viel Aufregung. Während man sich an der Säbener Straße darüber echauffierte, dass der Trainingsfleiß des dreifachen marokkanischen Nationalspielers zuvor stark nachgelassen hatte und er die sich bietenden Chancen (Verletzung von Alphonso Davies und Hiroki Ito) auf seiner Linksverteidiger-Position nicht wahrnehmen wollte, kritisierten Medien und zahlreiche Fans die angeblich mangelnde Bereitschaft von Chefcoach Vincent Kompany & Co., junge Talente in den Profikader einzubauen.
So beschloss der in Barcelona geborene und in La Masia ausgebildete Marokkaner, den Rekordmeister zu verlassen, um sich in der englischen Premier League beim FC Everton durchzusetzen. Der Jungnationalspieler wollte mit diesem Schritt auch noch auf den WM-Zug beim Vierten des Turniers von 2022 aufspringen. Doch statt des erhofften Durchbruchs erlebte der Marokkaner ein sportliches Desaster. Laut dem Portal Teamtalk erwägen die Verantwortlichen beim Liverpooler Stadtteilclub nun daher, den technisch versierten Defensivspieler bereits im Winter zu verleihen.
In der Premier League konnte Aznou bislang keine einzige Spielminute sammeln. Deshalb sondieren die Verantwortlichen bei Everton aktuell den Markt, um dem talentierten Spieler eine Möglichkeit auf Spielpraxis zu verschaffen. Eine konkrete Liga wird dabei nicht genannt, die rein sportliche Entwicklung soll im Vordergrund stehen.
Nach Karriereknick: Gibt eine Leihe Aznou wieder den benötigten Impuls?
Laut dem Bericht wünschen sich sowohl Klub als auch Aznous Umfeld eine Leihe, die dem 19-Jährigen mit Blick auf die WM-Teilnahme 2026 eine Perspektive bietet. Entsprechende Angebote soll es allerdings noch nicht geben. Doch angesichts seines vorhandenen Talents könnte sich das sehr bald ändern.
Als Aznou den FC Bayern im Sommer für eine Ablösesumme von neun Millionen Euro verließ, wurde der Wechsel heftig diskutiert und kritisiert. Fans und Medien warfen dem FC Bayern vor, erneut ein vielversprechendes Talent verloren zu haben. Heute wirkt die Entscheidung der Münchner Verantwortlichen, ihn trotz Vertrags ziehen zu lassen, mehr denn je nachvollziehbar. Ein verärgerter Sportvorstand Max Eberl meinte damals: „Unser Präsident hat einen schönen Spruch: Man kann keinen Hund zum Jagen tragen. Jetzt, wo der nächste Schritt gekommen wäre aus unserer Wahrnehmung, hat er gesagt, er möchte es nicht mehr, er möchte was anderes machen.“
Während sich an der Säbener Straße immer mehr Nachwuchsspieler in den Fokus spielen, befindet sich Aznou, der seine Situation wiederholt völlig falsch eingeschätzt hat, in Liverpool derzeit in der Sackgasse. Von einer klugen Leihe erhofft man sich bei ihm nun einen Impuls, damit er wieder auf den richtigen Weg zurückfindet, um sich nachhaltig im Profifußball zu etablieren.
