Sporting-Coach nach Pleite beim FC Bayern ein schlechter Verlierer?

Während auf Seiten des FC Bayern Freude und Erleichterung nach dem 3:1-Sieg über Sporting Lissabon herrschten, sah man sich beim Gegner massiv benachteiligt.

Nach dem unglücklichen 0:1-Rückstand durch ein Eigentor von Joshua Kimmich kurz nach der Halbzeitpause drehte der FC Bayern das CL-Heimspiel am 6. Spieltag gegen den portugiesischen Meister Sporting Lissabon auf bemerkenswerte Weise und gewann am Ende durch Tore von Serge Gnabry, Lennart Karl und Jonathan Tah hochverdient mit 3:1. Insgesamt 23:4 Schüsse, davon 9:0 aufs Tor, ein Aluminiumtreffer von Harry Kane und 62 Prozent Ballbesitz verraten, dass sicherlich nicht die falsche Mannschaft den Platz als Sieger verlassen hat.

Dennoch herrschte seitens der Portugiesen, vor allem bei Trainer Rui Borges, nach Abpfiff offensichtlich aufgrund von einigen Entscheidungen des schottischen Schiedsrichters Nicholas Walsh große Verärgerung – vor allem über die Entstehung des zweiten Bayern-Tores erzürnte sich der 44-Jährige.

Sporting-Coach Borges regt sich über Entstehung des FCB-Führungstreffers auf

Dem Klassetor von Lennart Karl in der 69. Minute ging ein Zweikampf im Mittelfeld zwischen FCB-Innenverteidiger Tah und dem 18-jährigen João Simões, welcher sich in der Szene theatralisch zu Boden sinken ließ, voraus. Unmittelbar nach Karls Treffer reklamierten die portugieisischen Gäste ein Foulspiel und nach der Partie meckerte Sporting-Coach Borges bei den heimischen Medien: „Es ist ein bisschen schade, dass wir hier mit zwei Toren aus Standardsituationen und einem Tor, dem eindeutig ein Foul vorausging, abziehen.“

Seine Kritik am schottischen SR-Gespann war gesalzen: „Manchmal beschweren wir uns über unsere Schiedsrichter in Portugal, aber vielleicht sind sie ja die besten“. Im Mittelpunkt seiner Beschwerden war stets der robuste Körpereinsatz von Jonathan Tah, der seinen Gegenspieler bei der Balleroberung laut portugiesischer Version von hinten mit beiden Armen auf Brusthöhe umklammert haben soll. Für Walsh dagegen eine körperbetonte, aber korrekte Zweikampfführung, auch der VAR sah keine Veranlassung nachträglich einzugreifen.

Rui Borges betonte nach der Schlappe mehrfach, dass sein Team besser gespielt habe, als es das Ergebnis vermuten lässt – und dass die Schiedsrichterleistung aus seiner Sicht maßgeblich den Spielverlauf beeinflusst habe. Eine äußerst fragwürdige Einschätzung des vorangegangenen Geschehens auf dem Rasen. Bereits nach fünf Minuten hatte sein Team großes Glück, dass Gnabry bei der Entstehung des vermeintlichen Führungstreffers durch Karl wohl hauchzart im Abseits stand.

SR Nicholas Walsh muss sich eventuell den Vorwurf gefallen lassen, dass er zuvor im Spiel einige Male auf ähnliche Mätzchen von Sporting-Spielern wie vor dem 2:1 hereingefallen ist, so dass diese in der – wohl korrekt bewerteten Szene – auch darauf hofften. Borges dagegen sollte die Passivität seiner Mannschaft über weite Teile der Partie hinterfragen. Selbst nach Tahs 3:1 in der 77. Minute spielten die Hauptstädter eher Zeit verzögernd als dass sie noch einmal einen Umschwung einleiten wollten. In den wenigen Offensivaktionen konnte man sehr deutlich das eigentliche Potenzial des Teams erkennen.


Titelbild: Des einen Leid, des anderen Freud: Lennart Karls ausgelassener Torjubel nach seinem wunderschönen 2:1-Führungstreffer.

2 Kommentare zu „Sporting-Coach nach Pleite beim FC Bayern ein schlechter Verlierer?

  1. Borges ist einfach ein schlechter Verlierer. Er sollte sich besser das Spiel nochmal in Ruhe ansehen und daraus Schlüsse ziehen, die für einen Trainer sinnvoll sind.
    (Da lobe ich mir die Reaktion von Sebastian Hoeneß nach einem 5:0 …)

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Bayern Total

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen