Der 17-jährige Offensivspieler Lennart Karl ist in seiner Altersstufe das Supertalent des deutschen Fußballs. Max Eberl erklärt nun den langfristigen Plan des FC Bayern mit ihm.
Lennart Karl begeistert nicht nur mit Zaubertoren, mit gerade einmal 17 Jahren besitzt er bereits das Selbstvertrauen, das Spiel an sich zu ziehen, wenn der meist so glänzend funktionierende Motor im Spiel des FC Bayern einmal stottert. Im Gespräch mit der SPORT BILD schilderte Sportvorstand Max Eberl, warum der U21-Nationalspieler in dieser Saison so schnell eine bedeutende Rolle einnehmen konnte: „Ich glaube, seine große Stärke ist, dass er sich einfach keine große Platte macht, wenn man das so salopp sagen darf“, so der 52-Jährige. „Er will einfach Fußball spielen. Er hat ein Selbstverständnis, ein Selbstbewusstsein, aber ein gesundes, kein überzogenes.“
Schon im Training habe sich Karl durch seine Art den Respekt der Topstars erarbeitet: „So hat er im Training agiert und sich in diesen Aktionen quasi auch diese Anerkennung der Jungs geholt.“ Besonders beeindruckt Eberl am Spiel des flexibel einsetzbaren Offensivspielers: „Man sieht ja auf dem Platz: Seine Mitspieler suchen ihn. Er harmoniert mit Michael Olise. Er harmoniert mit Jo Kimmich. Er hat einfach die technischen Fähigkeiten und hat natürlich einen begnadeten linken Fuß.“
Prominenter Berater, noch bescheidene Wohnverhältnisse
Der Youngster, der noch in einem 18-Quadratmeter-Zimmer auf dem FCB-Campus wohnt, erhielt erst im August einen Dreijahresvertrag, der sich automatisch am 22. Februar 2026 – seinem 18. Geburtstag – bis 2029 verlängert. Ausgehandelt wurde der Kontrakt mit seinem Mentor und Berater Michael Ballack, der den Teenager seit über einem Jahr unter seine Fittiche genommen hat. Eberl erklärt die Zusammenarbeit der Vereinsverantwortlichen mit dem früheren Kapitän der deutschen Natiionalsmannschaft: „Wir haben mit Michael Ballack gesprochen, haben überlegt, wie wir den Vertrag machen können. Das Hauptziel war, auf all den unterschiedlichen Facetten unser Hauptaugenmerk zu richten.“
In diesen Gesprächen entstand auch der langfristige Entwicklungsplan für den Hochtalentierten. Eberl, Sportdirektor Christoph Freund und Trainer Vincent Kompany hatten bereits rund um die Klub-WM im Sommer festgelegt, dass Karl gezielt aufgebaut werden soll. Der 17-Jährige wurde bewusst als Backup für Michael Olise eingeplant, weshalb man an der Säbener Straße im Sommer auf die Verpflichtung eines weiteren Top-Stars für diese Position verzichtete.
„Das war wirklich eine bewusste Entscheidung, wo wir gesagt haben: Wir wollen es in der Offensive kleiner haben“, bestätigt nun der FCB-Sportboss. „Vor allem wollten wir uns auf drei Spieler konzentrieren: Wisdom Mike, Cassiano Kiala und eben Lennart. Dadurch hat er seine Minuten bekommen und hat es natürlich auch eindrucksvoll genutzt. Er hat diese Frechheit und diese Unbekümmertheit auf dem Platz.“
