„Siege, die Selbstvertrauen geben“: Die Bayern-Stimmen zum St.-Pauli-Spiel

Die Leichtigkeit der Startrekordserie ist dem FC Bayern im späten Herbst verloren gegangen. Beim 3:1 über den FC St. Pauli waren erneut Comeback-Qualitäten gefragt.

Kannten die Bayern-Profis das Gefühl eines Rückstand in den ersten 16 Rekord-Pflichtspielen nur aus den wenigen Zeiger-Umdrehungen beim Pokal-Fight in Köln (4:1), mussten sie nun im Bundesliga-Heimspiel gegen die Kiezkicker zum vierten Mal in Serie einem Rückstand hinterherlaufen. Zum zweiten Mal in Folge passierte dies nun in der 12-minütigen Protestphase der Südkurve, die derzeit wie alle anderen Fanszenen die Bundesligaspiele in der Anfangsphase in gefühlte Friedhofsveranstaltungen verwandeln.

Der Jubel im Hamburger Block über den Führungstreffer von Andreas Hountonji (6.) nach einer Münchner Fehlerkette, die bei Joshua Kimmich und Konrad Laimer begann, sich über Minjae Kim fortsetzte und bei Manuel Neuer endete, der vom Abschluss des Nationalspielers aus dem westafrikanischen Benin ins kurze Eck überrascht wurde, war dennoch sehr ausgelassen. Den Bayern schien zu Spielbeginn die Arsenal-Niederlage in den Knochen zu stecken, die kühle Witterung und selbige Atmosphäre schienen bei ihren Bemühungen ebenfalls hinderlich zu sein.

So wurde es eine zähe erste Halbzeit, bei der trotz hoher Überlegenheit bis kurz vor der Halbzeit lediglich zwei Aluminiumtreffer durch Lennart Karl und Tom Bischof heraus sprangen. Eine Energieleistung von Luis Díaz, der kurz vor der Pause auf dem Boden liegend den Ball zum Torschützen Raphaël Guerreiro weiterleitete, gab Hoffnung, dass es aus Bayernsicht eine entspanntere zweite Hälfte werden könnte. Diese wurde jedoch nicht erfüllt: Nach dem dritten Pfostentreffer von Harry Kane ließen jedoch die Tore in der Nachspielzeit von Díaz (90.+3) und dem eingewechselten Nicolas Jackson (90.+6) am Ende doch den Rekordmeister jubeln.

Die FCB-Stimmen zum Arbeitssieg

Chefcoach Vincent Kompany

„Es war nicht einfach heute. Wir haben zwei Punkte gut gemacht auf die Konkurrenz. Solche Siege gehören auch zu einer Saison, das gibt uns Selbstvertrauen. Großes Kompliment an die Jungs, dass wir immer weitermachen. Dieses Gefühl werden wir in dieser Saison brauchen.“

Kapitän Manuel Neuer

„Wir glauben immer daran, dass wir bis zur letzten Minute Tore machen können. Das hat man in der Schlussphase gesehen: Wir haben noch zwei Treffer erzielt und auch verdient gewonnen. Von hinten hat man gesehen, dass das Zentrum extrem dicht war. Sie haben gut und aggressiv durchgeschoben, gerade mit ihrer Fünferkette. Da musst du oft direkt spielen und gehst automatisch mehr Risiko. Wir haben die Räume zwar gefunden, aber mit den Aluminiumtreffern war das Glück heute nicht unbedingt auf unserer Seite.“

Sportdirektor Christoph Freund

„Es war natürlich ein hartes Stück Arbeit. St. Pauli hat es gut gemacht und einen perfekten Start erwischt mit dem 1:0. Wir hatten die Kontrolle über das Spiel, haben uns aber nicht so viele große Chancen herausgearbeitet. Es war bis zum Schluss ein richtig intensives Spiel. Aber am Ende des Tages war es ein super Sieg in der Nachspielzeit, der uns ganz viel Energie gibt und den Charakter der Mannschaft zeigt. Ich liebe solche Siege.“

Präsident Herbert Hainer

„Es war ein zähes Spiel. Wir mussten lange kämpfen. Aber auf der anderen Seite zeigt das die Moral der Mannschaft, dass sie an sich glaubt und das Spiel zum Schluss dreht. Wir hatten am Mittwoch ein schweres Spiel gegen Arsenal, das steckte natürlich auch noch in den Beinen. Aber ich bin wirklich froh, dass wir gewonnen haben und die Mannschaft sich bis zum Schluss nicht aufgegeben hat.“

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