Durchaus überraschend verließ Kingsley Coman im Sommer den FC Bayern Richtung Saudi Arabien. Vor dem Bundesliga-Spiel gegen den FC St. Pauli wird er nun offiziell verabschiedet.
Der „King“ ist wieder in München, wenn auch nur für eine kurze Stippvisite. Wie der FC Bayern auf seiner Homepage ankündigt, wird der französische Nationalspieler Kingsley Coman vor der Bundesliga-Partie am Samstagnachmittag gegen den FC St. Pauli offiziell verabschiedet. Dabei wird von beiden Seiten durchaus auch ein bisschen Wehmut mitschwingen. Die Lederhose von Oktoberfestbesuchen mit dem FC Bayern hängt laut dem 29-Jährigen noch immer zuhause im Schrank – nicht nur als eine schöne Erinnerung an eine „überragende Zeit“. Denn „irgendwann möchte ich sie wieder anziehen und mit den Jungs auf das Oktoberfest gehen.“
1996 in Paris geboren, bestritt der pfeilschnelle Linksaußen 61 Länderspiele für Frankreich – und fühlt sich doch auch als Bayer: „In Paris gehst du bei Rot über die Ampel, wenn kein Auto kommt. In München warten alle, bis es grün wird. Nun warte ich immer, bis es grün wird – auch in Paris“, so Coman lachend. Aber es ist viel mehr als Verkehrsregeln, was Kingsley Coman mit seinen zehn erfolgreichen Jahren beim FC Bayern verbindet: „Diese Philosophie, das Mia san Mia, dieses Familiengefühl – das ist besonders. Deshalb bin ich auch zurückgekommen“.
Bayernfans werden „immer in meinem Herzen bleiben“
Am Freitag hat er seine ehemaligen Mitspieler besucht, alte Freunde getroffen, einen Teil seiner Fußballfamilie, wenn man so will. Am Samstag, vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen den FC St. Pauli, wird er in der Allianz Arena offiziell verabschiedet, von den Fans, die, wie er verspricht, „immer in meinem Herzen bleiben werden“.
Seinen Abschied zum saudischen Ronaldo-Klub al-Nassr FC im vergangenen Sommer erklärte er Anfang Oktober gegenüber der L’Equipe: „Am Ende des Transfers gab es Dinge – die ich nicht erwähnen werde -, die die Situation verkomplizierten. Man hat mich nicht aus dem Verein gedrängt, aber mir wurde gesagt, dass der Klub aufgrund seiner finanziellen Lage offen für einen Abschied wäre. Ich hatte die Liebe des Trainers, der Fans, einiger Personen aus der Vereinsführung… aber nicht von allen. Es gab einen Teil des Vereins, der wollte, dass ich gehe. Und dieser Teil hat viel Raum in meinem Kopf eingenommen.“
Es wurde viel spekuliert, welche Bayernbosse letztendlich den Abschied forciert haben. Diese dürften eher die finanzielle Seite des Rekordmeisters vertreten, wie der Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen und der damals noch aktive Finanzvorstand Michael Diederich. Die sportliche Leitung um Max Eberl und Christoph Freund dürfte den Abgang eher bedauert haben.
Comans Bilanz seiner zehn Jahre beim FC Bayern: Neun Meistertitel, drei Pokalsiege, sechs Supercuperfolge, ein UEFA-Supercupsieg, der Klub-WM-Titel und natürlich der Champions League-Triumph 2020. Dieser ist untrennbar mit ihm verbunden: Im Endspiel in Lissabon köpfte Kingsley Coman das einzige Tor zum Sieg über PSG. „Ich habe eine super Zeit in München gehabt“, verriet Kingsley Coman gegenüber der Vereins-Homepage. „Ich hatte hier viele Freunde, die wie eine Familie für mich geworden sind.“
