Auf der Suche nach jungen Zweikampf- und dribbelstarken Außenstürmern ist der FC Bayern laut neuesten Medienberichten auf den jungen Brasilianer Rayan aufmerksam geworden.
Erstmals seit der Verpflichtung des unglücklichen Innenverteidigers Breno (Titelbild), der Anfang 2008 18-jährig vom Traditionsverein FC São Paulo an die Säbener Straße gewechselt war, in jungen Jahren bereits drei Kreuzbandrisse erlitt und zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, weil er im Alkohol-Frust seine Grünwalder Villa in Brand steckte, scheint sich der FC Bayern wieder für ein großes Talent direkt aus Brasilien zu interessieren.
Wie im aktuellen „Bayern-Insider“-Podcast der BILD berichtet wird, scouten die FCB-Verantwortlichen den 19-jährigen Offensivspieler Rayan von CR Vasco da Gama in Rio de Janeiro. Das junge Ausnahmetalent zählt aktuell weltweit zu den spannendsten Flügelspielern seines Jahrgangs und erweckt in der Brasileirão Betano große Aufmerksamkeit. Dazu Chefreporter Tobias Altschäffl im Podcast: „Das ist true. Rayan ist dem FC Bayern bekannt, man beobachtet ihn sehr genau“.
Offensive Eins-gegen-Eins-Spieler für das Kompany-System
Der Rekordmeister möchte derzeit für das Spielsystem von Coach Vincent Kompany junge offensive Eins-gegen-Eins-Spieler frühzeitig identifizieren, bevor ihr Marktwert ins Unerschwingliche steigt. Rayan wird in Brasilien als technisch überragender, schneller und dribbelstarker Außenspieler gesehen, der auf engem Raum außergewöhnlich kreative Lösungen finden kann. Exakt die Eigenschaften, die man an der Säbener Straße ganz gezielt sucht.
BILD-Reporter Julian Agardi zur Situation: „Das ist ein Beobachtungsfall. Bayern schaut, wie er sich entwickelt, aber es ist noch kein konkretes Bayern-Thema.“
Die Bayern wollen seine Entwicklung also langfristig bewerten, ohne vorschnell ins Risiko zu gehen – ein Fehler, den sie nach eigenen Eingeständnissen zu Beginn des Jahrtausends (zu) häufig bei jungen Talenten aus Südamerika begangen hatten. Neben Breno lassen speziell auch José Ernesto Sosa und Julio dos Santos grüßen.
Die Verantwortlichen des FC Bayern wollen Rayan demnach über mehrere Monate hinweg beobachten, um zu sehen, ob er seine Leistungen konstant bestätigen kann. Besonders im Übergang vom brasilianischen Jugend- in den Profibereich entscheidet oft die körperliche Entwicklung darüber, ob ein Talent den Sprung nach Europa schafft.
Viele europäische Klubs schielen nach Rio
Problematisch dabei ist, dass Rayans Marktwert – aktuell auf 18 Millionen Euro taxiert – derzeit rasant ansteigt und auch zahlreiche Klubs aus Spanien, Portugal und England den Offensivspieler bereits auf dem Radar haben. Dennoch fasst Altschäffl die aktuelle Situation so zusammen: „Es ist logisch, dass Bayern solche Spieler früh beobachtet. Aber man will erst sehen, wohin die Entwicklung geht.“
Trainer Vincent Kompany legt größten Wert auf Spieler, die im Eins-gegen-Eins Durchschlagskraft besitzen und die Außenbahnen mit großem Tempo bespielen. Für sein auf Dynamik und individuellen Lösungen basierendes System sind derartige Talente wertvoll, selbst wenn sie zunächst nur als Perspektivspieler gelten.

Breno war wirklich eine tragische Figur, Opfer seiner unfassbaren Verletzungsgeschichte (da konnte nicht einmal Deisler mithalten) und einer unbarmherzigen deutschen Justiz. Dass er dafür noch heute in deutschen Stadien verhöhnt wird (immer wenn gegen Bayern gebasht werden soll), ist der traurige Gipfel.
Dabei war der Junge eigentlich ein unfassbar guter Kicker. Als der vorher schon indisponierte Badstuber in einem CL-Gruppenspiel vom Platz flog und Breno dann anschließend eingewechselt wurde, war dies ein 2-Klassen-Unterschied zwischen den beiden. Aber auch der Holger hatte seine tragische Geschichte.