Länderspielperioden sind für den FC Bayern stets sehr kritische Phasen. Der Spielrhythmus wird unterbrochen, Spieler kehren von ihren Reisen verletzt und erschöpft zurück. Wie sieht es im Oktober 2025 aus?
Bayern-Coach Vincent Kompany wird sich mit Grausen an den März 2025 zurückerinnern. Sein Team hatte sich gerade in Höchstform befunden, Bayer Leverkusen im Champions-League-Achtelfinale mit einem Gesamtscore von 5:0 deklassiert und voller Vorfreude auf den Saisonendspurt geblickt. Dann folgte die März-Landerspielperiode, Dayot Upamecano und Alphonso kamen mit schweren Knieverletzungen von ihren Nationalmannschaften zurück, fielen bis zum Ende der Spielzeit aus, der Kanadier kämpft immer noch um sein Comeback. Die Verletztenmisere setzte sich in den Folgewochen fort, das Ziel Champions-League-Sieg verschwand vom Horizont.
Auch in die Saison 2025/26 ist der FC Bayern großartig gestartet, zehn Pflichtspielsiege in zehn Partien, größtenteils auf begeisternde Weise. Am Samstag kommt es zum deutschen Klassiker gegen Borussia Dortmund, bei dem der deutsche Rekordmeister dem Rivalen aufgrund des Torverhältnisses den „Europarekord“ von elf Siegen zum Saisonstart entreißen kann. Und ausgerechnet vor diesem Topspiel Bundesliga-Spitzenreiter gegen Tabellen-Zweiter erfolgte die Oktober-Länderspielphase. Die Bayernspieler waren quer über den Globus verteilt auf Reisen. Konnte das gut gehen?
FCB-Nationalspieler ohne Blessuren, Rückkehrer an der Säbener Straße
Es ging offensichtlich gut! Bislang gab es keine Meldung, dass nur einer der 14 Nationalspieler mit einer Blessur an die Säbener Straße zurückkommen würde. Im Gegenteil: Harry Kane reiste mit einer im Frankfurt-Spiel erlittenen Knöchelverletzung ab, setzte bei der Partie gegen Wales (3:0) aus, um dann seine Engländer in Lettland (5:0) mit einem Doppelpack zur WM 2026 zu schießen.
Trotz der hitzigen Schlacht in Belfast gegen Nordirland (1:0) sind auch die deutschen Nationalspieler Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Leon Goretzka, Jonathan Tah und Aleksandar Pavlović verletzungsfrei geblieben, ebenso U21-Kapitän Tom Bischof nach den beiden sehr aggressiv geführten Partien gegen Griechenland (2:3) und in Nordirland (2:1). Gleiches gilt für die französischen Stammspieler Dayot Upamecano und Michael Olise (2:2 auf Island) und den Österreicher Konrad Laimer (0:1 in Rumänien).
Die noch weiter gereisten Minjae Kim (beim 2:0-Sieg von Südkorea gegen Paraguay), Nicolas Jackson (Assistgeber bei Senegals Qualifikation für die WM 2026 durch den 4:0-Sieg über Mauretanien) und Luis Díaz (0:0 heute Nacht mit Kolumbien gegen Kanada) sind offensichtlich auch ohne Blessuren davon gekommen, ebenso der 18-jährige FCB-Amateure-Spieler Felipe Chávez bei seinem Länderspieldebüt für Peru gegen Chile (1:2).
Frohe Kunde kommt zusätzlich von der Säbener Straße: Josip Stanišić (Kroatien) und Jonas Urbig (Deutsche U21) mussten zwar ihren Länderteams absagen, sind aber zwischenzeitlich wieder in das Mannschaftstraining an der Säbener Straße eingestiegen. Die Comebacks von Jamal Musiala, Alphonso Davies und auch Hiroki Ito sollten außerdem noch in diesem Kalenderjahr stattfinden können. Seltenes Glücksgefühl für einen Bayerntrainer: Vincent Kompany kann nach der Länderspielpause mehr Spieler im Teamtraining begrüßen als dies zuvor möglich war. Das wird er sich speziell auch für den November und vor allem den März 2026 so wünschen.
Titelbild: Die Szene, die zur Horrorverletzung (Kreuzbandriss) von Alphonso Davies beim Länderspiel Kanada gegen USA führte.

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