Das Bundesliga-Duell FC Bayern gegen Borussia Dortmund erhält auch international sehr viel Aufmerksamkeit. Die anstehende Partie verdient sich dies auf außergewöhnliche Weise.
Der FC Bayern hat einen echten Traumstart in die noch junge Spielzeit hingelegt: Mit zehn Siegen in zehn Pflichtspielen hat der Rekordmeister einen Vereinsrekord aufgestellt. Die Truppe von Vincent Kompany hat damit die Bayern von Jupp Heynckes in der legendären Triple-Saison 2012/13 übertroffen. Einzig der BVB war 2015/16 noch besser gestartet und gewann sogar die ersten elf Pflichtspiele. Allerdings beinhaltete die damalige Dortmunder Siegesserie vier Europa-League-Qualifikationsspiele gegen international drittklassige Gegner und ein EL-Gruppenspiel. Der FCB hat dagegen zum Beginn dieser Spielzeit bereits den Franz-Beckenbauer-Supercup in Stuttgart (2:1) und das Königsklassen-Auftaktspiel gegen Klubweltmeister FC Chelsea (3:1) gewonnen.
Dennoch wird die Serie von Borussia Dortmund als (inoffizieller) Europarekord geführt, nur Real Madrid gelang dies in den europäischen Topligen 1968/69 ebenfalls (in neun Ligaspielen und der ersten Landesmeistercup-Runde). Diesen Rekord wollen sich die Bayern nun aber am Samstagabend im direkten Duell schnappen, da sie im Falle eines Sieges auf alle Fälle eine bessere Tordifferenz als die Dortmunder vor zehn Jahren und die Königlichen vor fast 60 Jahren aufweisen würden.
Werden BVB-Rekorde geknackt?
Leicht wird das bayerische Vorhaben jedoch keineswegs, denn nicht nur der BL-Spitzenreiter, sondern auch der Tabellen-Zweite Dortmund ist stark in die Spielzeit gestartet und hat keines seiner neun Pflichtspielen 2025/26 verloren. So ist es auch das Duell der beiden derzeit am längsten unbesiegten Teams in Europas Top-Ligen. Hier ist der BVB saisonübergreifend seit 14, der FCB sogar seit 15 Partien in der heimischen Meisterschaft ungeschlagen.
Die Bayern-Tormaschine ist aktuell kaum zu stoppen. An den ersten sechs Spieltagen dieser Bundesliga-Saison erzielten die Münchner 25 Tore und stellten damit eine neue Bestmarke in der Bundesliga auf. Saisonübergreifend traf die Mannschaft von Vincent Kompany in den jüngsten sieben Spielen sogar immer mindestens dreifach und ist damit ebenfalls auf Rekordkurs.
Einzig im Jahr 2005 – unter Trainer Felix Magath und ebenfalls saisonübergreifend – gelang es einer Bayern-Mannschaft, in sogar acht Spielen in Folge jeweils drei oder mehr Tore zu erzielen. Damals mit insgesamt 31:9 Toren, die Kompany-Bayern stehen bei 29:3 Toren nach sieben Spielen. Vor 20 Jahren trugen übrigens je zwei Heimspiele im Olympiastadion (die letzten) und in der Allianz Arena (die ersten beiden) zur Rekordserie bei.
Auch Harry Kane jagt seinen nächsten Rekord. Nachdem der Top-Torjäger bereits mit elf Toren nach sechs Spieltagen eine neue Bestmarke in der Bundesliga aufgestellt hat, greift er nun den nächsten Rekord an. Nach sieben Spielen wären dies 13 Treffer – aufgestellt ausgerechnet von Serhou Guirassy von Borussia Dortmund. Ähnlich wie Kane zeigt sich auch der BVB-Stürmer seit längerem in Topform, womit es zum Aufeinandertreffen von zwei der torhungrigsten Angreifer in Europas Topligen kommt. Einzig Kylian Mbappé von Real Madrid erzielte im Kalenderjahr 2025 mehr Tore in Pflichtspielen (44) als Kane (39) und Guirassy (32).
Keine andere Partie gab es häufiger im deutschen Profifußball
Dass die Bayern unter dem ehemaligen Weltklasseverteidiger Kompany auch für defensive Stabilität stehen, ist nicht verwunderlich. Mit drei Gegentoren stellen die Münchner die beste Abwehr der Liga, Gegner Borussia Dortmund mit vier Gegentoren immerhin die zweitbeste. Im eigenen Stadion ist der FCB in der Bundesliga saisonübergreifend seit 465 Minuten ohne Gegentreffer und spielte zuletzt fünf Mal in Folge zu null in der Allianz Arena. Eine sechste Weiße Weste in Folge wäre bereits eingestellter Vereinsrekord – das gelang den Bayern zuvor nur in der Saison 1998/99 unter Ottmar Hitzfeld.
Zum bereits 138. Mal (davon 112 Mal in der Liga) stehen sich die beiden Teams seit der Bundesliga-Gründung gegenüber, keine andere Partie wurde im deutschen Profifußball so oft ausgetragen wie der „deutsche Klassiker“. Mit 67 Siegen haben die Bayern in der Gesamtbilanz klar die Nase vorn (37 Remis, 33 Niederlagen). Zuletzt blieb der Rekordmeister aber dreimal in Folge sieglos gegen den BVB (zwei Remis, ein Niederlage) – das soll sich am Samstag wieder ändern. Mit einem 3:0-Sieg und (mindestens) zwei Kane-Toren hätten die Münchner alle angesprochenen Rekorde eingestellt bzw. überboten.
