Durch die Niederlage in der Slowakei stand die DFB-Elf im WM-Qualifikations-Spiel gegen Luxemburg erheblich unter Druck und löste die Aufgabe souverän. Die Stimmen.
Nach der desaströsen Auftaktniederlage in der WM-Qualifikation in der Slowakei (0:2) läuft seit langer Zeit wieder einmal eine deutsche Nationalmannschaft in Gefahr, eine Fußball-Weltmeisterschaft zu verpassen. Dementsprechend konzentriert ist die Elf von Julian Nagelsmann die Partie ins Sinsheim gegen den krassen Außenseiter Luxemburg angegangen. Das Team des Großherzogtums hatte in jüngerer Vergangenheit durchaus beachtliche Ergebnisse erzielt, war aber schnell entscheidend geschwächt.
Die sehr frühe deutsche Führung nach einem fulminanten Schuss von Serge Gnabry kassierte noch der VAR – Nick Woltemade, der erneut im Nationaldress etwas unglücklich agierte und nach Erkrankung nach einer Stunde ausgewechselt wurde, hatte mit dem Oberarm die Richtung des Balles entscheidend verändert. Kurze Zeit später dennoch das 1:0 durch einen wunderbaren Freistoß des Leipzigers David Raum (12.). Als Dirk Carlson wenige Minuten danach als letzter Mann Serge Gnabrys Torchance mit einem Handspiel behinderte, wurde er nach VAR-Eingriff des Feldes verwiesen (20.) und Joshua Kimmich verwandelte den daraus resultierenden Elfmeter souverän (21.). Das Spiel war vorzeitig entschieden, es ging nur noch um die Höhe des Sieges – wichtig, weil in der WM-Qualifikation bei Punktgleichheit das Torverhältnis und nicht der direkte Vergleich zählt.
Die Bayernspieler Gnabry (48., mit seinem 24. Treffer im 54. Länderspiel, womit er aktuell der erfolgreichste Torschütze im deutschen Team ist) und Kimmich (50.) zum ersten Doppelpack in seiner DFB-Karriere stellten bereits kurz nach der Halbzeit den 4:0-Endstand her. Bei einem Schussverhältnis von 31:1 und 84 Pozent Ballbesitz hätte dieser noch wesentlich höher ausfallen können.
Die Stimmen der Deutschen nach dem Spiel
Bundestrainer Julian Nagelsmann
„Was wir uns vor dem Spiel vorgenommen haben, also die Galligkeit und Gier waren gut. Klar kann man am Ende mit der Dominanz noch das eine oder andere Tor mehr machen. Aber es war schon super eng und deren Unterzahl hat uns nicht so gut getan, weil es dadurch nochmal enger wurde. Aber es war ein verdienter Sieg, den wir unbedingten brauchten und wollten.“
Doppeltorschütze Joshua Kimmich
„Es war wichtig zu gewinnen, aber es war auch wichtig, dass wir in der Art und Weise gewonnen haben. Man hat gemerkt, dass wir von Anfang an gewinnen wollen, wir waren griffig und haben auch in der Höhe absolut verdient gewonnen. Natürlich war der Gegner zu zehnt, aber von der Art und Weise war das ein Schritt in die richtige Richtung.“
Leon Goretzka
„Das Spiel heute war ein bisschen speziell durch die frühe Überzahl, aber die Dinge, die wir in den ersten Länderspielen haben ein wenig vermissen lassen, haben wir heute wieder besser gemacht. Wir hatten ein sehr gutes Gegenpressing, waren sehr aktiv gegen den Ball und deswegen war der Trainer jetzt ganz zufrieden.“
Serge Gnabry, Torschütze zum 3:0
„Nach der Niederlage gegen die Slowakei ist ein bisschen Druck drauf. Wir wussten, wir müssen Gas geben, dürfen nichts anbrennen lassen. Dann gehst du in so ein Spiel natürlich mit viel Wut im Bauch und Elan. Den haben wir von der ersten bis zur letzten Minute gezeigt, nichts anbrennen lassen. Und wir wussten natürlich auch, je mehr Tore wir machen, desto besser für uns.“
David Raum, glücklich nach seinem ersten Länderspieltor (in Abstimmung mit Florian Wirtz)
„Ich bin heute schon ins Stadion gefahren und hatte das Gefühl, hier könnte etwas gehen. Ich hab schon zum Physio gesagt, ‚heute wird es Zeit für mein erstes Länderspieltor‘. Als dann der Freistoß kam hab ich Flo gefragt, und er hat ihn mir überlassen. Dass er dann reingeht ist natürlich ein schönes Gefühl, aber auch der Lohn von harter Arbeit. Ich trainiere nach jedem Training immer Freistöße und dann ist es umso schöner, wenn es auch mal klappt.“
Titelbild: Joshua Kimmich bejubelt mit FCB-Teamkollegen Aleksandar Pavlovic seinen Treffer zum 4:0.
