Der deutsche Nationalspieler Nick Woltemade will zum FC Bayern wechseln. Die Haltung des VfB Stuttgart verärgert ihn und seinen Berater. Nicht zum ersten Mal.
Die Sommertransferphase der Fußball-Bundesliga biegt bald in ihren finalen Monat ein, für eine vernünftige Planung sollten die Trainer so bald wie möglich ihren endgültigen Kader zur Verfügung haben. In Stuttgart und München gestaltet sich das aktuell ziemlich schwierig. Der Grund hierfür ist die Blockadehaltung des VfB Stuttgart gegenüber dem eigenen Offensivspieler Nick Woltemade, der sich längst mit dem FC Bayern auf einen Wechsel an die Säbener Straße geeinigt hat.
Natürlich pochen die Schwaben auch zu Recht auf den noch bis 2028 gültigen Vertrag des U21-Vize-Europameisters. Der wurde jedoch vor einem Jahr unter noch komplett anderen Voraussetzungen abgeschlossen. Der gebürtige Bremen kam ablösefrei vom SV Werder und bekam in Stuttgart dabei nicht die ganz große Wertschätzung.
Stuttgart meldet Woltemade nicht für die Champions League
Obwohl er in der Saisonendphase 2023/24 in Bremen Stammspieler gewesen war, fand er sich in Stuttgart zunächst ausschließlich auf der Ersatzbank wieder, bestenfalls wurde er sehr spät eingewechselt. Coach Sebastian Hoeneß und die VfB-Verantwortlichen hatten sogar so wenig Vertrauen in seine Leistungen, dass man ihn nicht einmal für die Ligaphase der Champions League meldete. Eine große Enttäuschung für Woltemade, ein großer Fehler des Vereins, der letztendlich als deutscher Vizemeister sang- und klanglos ausschied.
Kurz vor Weihnachten 2024 wurde der 23-Jährige Stammspieler in Stuttgart, zeigte beständig gute Leistungen, traf regelmäßig in der Bundesliga und speziell im DfB-Pokal, im welchem er den VfB als Torschützenkönig zum Gewinn ballerte. Sein Marktwert stieg rasend schnell von einem mittleren einstelligen Millionenwert auf 30 Millionen Euro zum Ende der Spielzeit. Auch bei der U21-EM glänzte er, wurde abermals Torschützenkönig und führte die DFB-Auswahl zum Vize-Titel.
Kein seriöses VfB-Angebot an Woltemade
Die Entwicklung wurde natürlich auch in Stuttgart wahrgenommen – sowohl wohlwollend als auch bangend. Es war klar, dass Woltemade Interessenten haben würde. So bot man ihm auch eine Gehaltsaufstockung von 1,5 Millionen auf gerade einmal 2,5 Millionen an, wenn er seinen Kontrakt verlängern würde. Zum Vergleich: Deniz Undav und Chris Führich verdienen im selben Klub jeweils 4,5 Millionen Euro. Laut übereinstimmenden Medienmeldungen soll der 1,98-Meter-lange Schlaks durchaus verwundert bis verärgert abgelehnt haben.
Kein Wunder also, dass er sehr offen für das Interesse des FC Bayern war: Dort soll er einen Vertrag bis 2030 unterschreiben und jährlich 7,5 Millionen Euro plus 2,5 Millionen an möglichen Bonuszahlungen verdienen können.
Woltemade-Berater über VfB verärgert
Und was tun die Schwaben? Sie ignorieren mehr oder weniger die Angebote des deutschen Rekordmeisters. Der hat in seinem zweiten Angebot den aktuellen Marktwert des 2-fachen deutschen A-Nationalspielers mit 50 Millionen Euro plus fünf Millionen an Boni fast verdoppelt. Woltemades Berater Danny Bachmann reagierte in aller Öffentlichkeit fassungslos: „Wenn ein Bundesliga-Rekordangebot von 55 Millionen nicht einmal für ein gemeinsames persönliches Treffen reicht, stellt sich die Frage, was der VfB eigentlich für außergewöhnlich hält. Das war so nicht abzusehen.“
Tatsächlich gab es in der 62-jährigen Geschichte der Bundesliga noch nie so einen teuren Wechsel innerhalb der Liga und auch der VfB-Transfereinnahme-Rekord (Benjamin Pavard, 32 Mio) wird nahezu pulverisiert.
„Wertschätzung“ im Prof-Fußball
Es ist auch nichts davon bekannt, dass Stuttgart das vergleichsweise bescheidene aktuelle Salär von Woltemade noch einmal anheben möchte. Warum? Dazu kam zuletzt aus Liverpool eine überraschende Erklärung. Auch der LFC soll vom FC Bayern gerade deswegen für Luis Díaz eine höhere Ablösesumme eingefordert haben, was man mit ihm einen „Geringerverdiener“ verlieren würde, der durch einen „Besserverdiener“ ersetzt werden müsste. Sehr spezielle Denkweise… Kontext „Wertschätzung“.
Wie motiviert geht ein Fußball-Profi in die nächste Saison mit seinem Verein, wenn er bereits zum dritten Mal von diesem ziemlich enttäuscht wurde…
Titelbild: Woltemade fühlt sich – hier in der Nationalelf – zwischen FCB-Spielern ausgesprochen wohl.
