Woltemade-Poker mit dem FC Bayern: Interne Kritik beim VfB Stuttgart

Der Poker um Nationalspieler Nick Woltemade liegt derzeit wegen der VfB-Weigerung, Gespräche mit den Bayern zu führen, auf Eis. Nicht jedem in Stuttgart gefällt das offenbar.

Die Verantwortlichen des FC Bayern, CEO Jan-Christian Dreesen und Sportvorstand Max Eberl, boten bei ihrer zweiten Offerte in der vergangenen Woche 50 Millionen Euro plus fünf Millionen an möglichen Bonuszahlungen für Nick Woltemade. Die sportliche Leitung des VfB Stuttgart um Vorstandsboss Alexander Wehrle und Sportvorstand Fabian Wohlgemuth lehnte dieses aber nicht nur erneut umgehend ab, sondern auch weiterhin persönliche Gespräche mit den Bossen des FC Bayern.

VfB-Aufsichtsrat beim Woltemade-Poker gespalten

Nicht unbedingt die feine englische Art. Die BILD berichtet in dieser Angelegenheit nun davon, dass dieses Verhalten im Schwabenland auch intern auf Kritik stößt. Demnach gäbe es unter den zwölf Aufsichtsratsmitgliedern auch solche, die ein Treffen mit den Vertretern des Rekordmeisters befürworten würden.

Dennoch sollen Wehrle und Wohlgemuth weiterhin die Mehrheit der Gremiumsmitglieder hinter sich haben, darunter Präsident Dietmar Allgaier sowie die Vertreter der Anteilseigner Porsche und Mercedes, was dazu führt, dass sie nach wie vor zu keinem Umdenken bereit sind.

VfB bleibt stur, FCB abwartend

CEO Wehrle hatte jüngst verlauten lassen, persönliche Verhandlungen über einen Wechsel Woltemades wären nur möglich, „wenn ein Verein etwas Außergewöhnliches“ macht. Dazu kursieren Gerüchte, dass es sich dabei um ein Angebot in Höhe von 65 Millionen Euro handeln soll. Nach übereinstimmenden Medienberichten will der FC Bayern aber vorerst noch keine Offerte in dieser Größenordnung abgeben.

Dabei würde schon das aktuelle Angebot den U21-Vize-Europameister zum teuersten Verkauf in der VfB-Geschichte machen. Diesen Rekord hielt bislang der französische Weltmeister von 2018, Benjamin Pavard, welcher 2019 für 35 Millionen Euro an die Säbener Straße wechselte. Woltemade wäre zudem der teuerste Bundesliga-interne Transfer. Bisher: Julian Draxlers Wechsel von Schalke 04 zum VfL Wolfsburg 2015 für 43 Millionen Euro.

Woltemade-Seite über Stuttgarter Verhalten verärgert

Woltemades Berater Danny Bachmann äußerte sich in der letzten Woche gegenüber der dpa sehr verärgert über die Stuttgarter Vorgehensweise: „Wenn ein Bundesliga-Rekordangebot von 55 Millionen Euro nicht einmal für ein gemeinsames persönliches Treffen reicht, stellt sich die Frage, was der VfB eigentlich für außergewöhnlich hält. Das war so nicht abzusehen“. Damit sollte er auch die Meinung seines Mandanten klar zum Ausdruck gebracht haben: Das Ziel des 23-Jährigen ist eindeutig, ab der kommenden Saison im FCB-Trikot aufzulaufen.

In Kürze zwei Aufeinandertreffen

Aber möglicherweise ändert sich schon sehr bald einiges: Am 28. Juli reist der VfB Stuttgart ausgerechnet ins Trainingslager in Rottach-Egern am Tegernsee, in unmittelbarer Nähe zu den Wohnorten von Max Eberl und Ehrenpräsident Uli Hoeneß. Beste Gelegenheit, um in ein persönliches Gespräch zu kommen.

Interessant sind auch die Spekulationen zum Franz-Beckenbauer-Supercup am 16. August zwischen dem Pokalsieger Stuttgart und dem Meister FC Bayern: VfB-Coach Sebastian Hoeneß soll offenbar erwägen, den 1,98-Meter-langen Schlaks aufgrund der Situation in diesem Spiel nicht einzusetzen. Ob er eine Verletzung Woltemades befürchtet, die dem VfB einen Rekordtransfer vermasseln würde, oder gar die Reaktion der fanatischen Stuttgarter Anhänger, ist nicht bekannt.

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