Großartiger Jamal Musiala: Er wird dem FC Bayern auf verschiedene Weise bitter fehlen

Das rüde Einsteigen von PSG-Keeper Gianluigi Donnarumma im Klub-WM-Viertelfinale setzt FCB-Superstar Jamal Musiala wohl bis Ende des Jahres außer Gefecht. Der meldet sich nun mit bemerkenswerten Worten.

Die schwere Verletzung des 22-jährigen Jamal Musiala ist derzeit das große Aufregerthema im deutschen Fußball. Durch eine ungestüme Aktion des Pariser Torwarts Gianluigi Donnarumma in der Viertelfinalpartie der Klub-Weltmeisterschaft in den USA erlitt der 40-fache deutsche Nationalspieler Knöchel- und Bänderverletzungen sowie einen Wadenbeinbruch. Realistisch gesehen dürfte das Fußballjahr für den talentiertesten deutschen Kicker gelaufen sein.

Die „Wut“ des FC Bayern auf Verursacher Donnarumma

Bereits unmittelbar nach der Partie in Atlanta begann eine heftige Diskussion über das Entstehen der Verletzung und Donnarummas Verhaltensweise. Laut Aussagen des Ex-FCB-Spielers Rafinha sollen nach dem Spiel einige Münchner Spieler in die PSG-Kabine gestürmt sein, um Donnarumma zur Rede zu stellen. Bayern-Kapitän Manuel Neuer, Sportvorstand Max Eberl, eigentlich auch – auf weniger direkte Weise – Coach Vincent Kompany haben vor laufenden Kameras ihrer Verärgerung freien Lauf gelassen, auch wenn niemand dem italienischen Torwart eine Absicht unterstellte.

In der Schulddebatte gehen die Meinungen sehr weit auseinander, die Argumente teilweise unter die Gürtellinie. Donnarumma selbst gibt sich wortkarg: „Ich bin sehr erschüttert über das, was passiert ist, es war sicher nicht meine Absicht, Musiala zu verletzen“. Zur Aktion selbst hat er sich bislang nicht geäußert. „Opfer“ Musiala kommt ihm da jetzt zuvor.

Versöhnliche Musiala-Botschaft

Auf Instagram postete der FCB-Offensivspieler auf Englisch ein halbminütiges Video aus der Murnauer Unfallklinik mit einer wolkenverhangenen Berglandschaft im Hintergrund. Seine einleitende Botschaft in verkürzter Form: „Ich wollte mich für den ganzen lieben Support bedanken, den ich von euch allen bekommen habe. Die OP ist gut verlaufen – ich bin in guten Händen“.

Und dann tut der junge Mann etwas, was typisch für den großartigen Sportler und mindestens genauso großartigen Menschen Jamal Musiala ist: Er versucht, die Luft aus den ausufernden Debatten zu nehmen und nimmt Donnarumma selbst in Schutz.

„Und ich wollte sagen, dass niemand Schuld an dieser Verletzung hat. Ich denke, dass Situationen wie diese passieren. Ich werde die nächste Zeit nutzen, um meine Stärke und positive Einstellung wiederzugewinnen.“

Die außergewöhnliche Reife des 22-Jährigen: Er wird fehlen

Immer wieder ist in Interviews die Charakterstärke, aber auch Reife des erst 22-Jährigen ans Tageslicht gekommen. Diese positiven Eigenschaften demonstriert er auch in diesem Statement auf bemerkenswerte Weise. Musialas „Absolution“ für Donnarummas Handeln hat objektiv keine Bedeutung für die „Schuldfrage“, ist aber ein eindeutiges Zeichen. Diese versöhnliche Geste des „Opfers“ sollte die Diskussionen nun beenden und keineswegs dazu missbraucht werden, sie gegen seine Mitspieler, Funktionäre oder Trainer zu verwenden.

Leider wird Jamal Musiala seinem Verein nun für lange Zeit fehlen, als großartiger Spieler, aber auch als außergewöhnliche Persönlichkeit. Übrigens kann man wohl mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass auch von einem Manuel Neuer an Musialas Stelle eine vergleichbare Botschaft gekommen wäre.

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