FCB-Präsident Herbert Hainer sieht „große Herausforderungen“ für seinen Verein, stellt sich dabei aber demonstrativ hinter die sportlich Verantwortlichen um Max Eberl.
Mario „Basler ballert“ in seinen Podcasts standardmäßig knackige Thesen in den Fußball-Kosmos, insbesondere, wenn es um seinen Ex-Verein, den FC Bayern, geht. Dass er – 26 Jahre nach seiner eigenen fristlosen Entlassung wegen einer nächtlichen Wirtshaus-Prügelei – selbst noch einen speziellen Draht zur Säbener Straße hat, ist dabei nicht bekannt.
Basler: Krösche designierter Nachfolger von Eberl
Dennoch ließ er in seiner letzten Podcast-Folge die staunende Fußballgemeinde wissen, dass die Tage des aktuellen FCB-Sportvorstands Max Eberl beim Rekordmeister wohl gezählt wären. Man sei beim FC Bayern „nicht besonders zufrieden. Und ich habe, wie gesagt, aus verschiedenen Kreisen gehört, dass man schon so gut wie sicher mit Markus Krösche so ein bisschen einig sein soll für die neue Saison. Mal ganz langsam, ganz dezent wollte ich das mal so in den Raum stellen.“
Obwohl die Formulierungen einige Merkwürdigkeiten aufwiesen, gab es nachfolgend ein mächtiges Rauschen im Blätterwald. Das Interview von Hainer, welches er der SportBild gab, ist nun gewissermaßen eine Antwort auf Marios Ballern, geht es doch auf sämtliche Kritikpunkte ziemlich explizit ein.
FCB-Präsident stellt sich eindeutig hinter sportliche Leitung
Dabei stellt sich der 71-Jährige ganz demonstrativ hinter Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund: „Mir kommt das Positive in der Bewertung der Öffentlichkeit oft zu kurz. Die Trainersuche wurde viel kritisiert, aber am Ende haben Max und Christoph Vincent Kompany geholt, und alle sind happy“, so der Klubchef und ergänzt: „Michael Olise wird von vielen als bester Neuzugang seit Jahren bezeichnet, Tom Bischof kam ablösefrei, genau wie Jonathan Tah, den viele internationale Top-Klubs wollten.“
Hainer, seit 2019 der Nachfolger von Uli Hoeneß im Präsidentenamt des FC Bayern, sieht aber auch „große Herausforderungen“: „Wir müssen bei Transfers und Verhandlungen generell klug vorgehen – und noch mehr auf unseren FC-Bayern-Campus schauen. Fakt ist, dass wir aktuell eine Gehaltsstruktur auf sehr hohem Niveau haben. Das wollen und müssen wir zurückdrehen, was natürlich nicht von heute auf morgen geht – dafür braucht man ein paar Jahre.“
Bayern-Suche nach Offensivverstärkungen
Zudem „stecken wir gerade mitten in der Transferperiode. Es ist bekannt, dass wir uns in der Offensive verstärken wollen. Man muss sehen, was möglich ist. Und daher sage ich klipp und klar: Die Sportliche Leitung soll in Ruhe ihre Arbeit machen.“
Max Eberl ist aktuell auf der Suche nach einem Flügelspieler, auch der Ausfall des schwer verletzten Jamal Musiala muss aufgefangen werden. Thomas Müller und Leroy Sané haben den Verein verlassen, Mathys Tel kommt von seiner Leihe nicht mehr zurück.
Der Wunschkandidat für den FCB-Angriff bleibt Nick Woltemade vom VfB Stuttgart. Der U21-Vize-Europameister ist laut Hainer „ein sehr guter Spieler“, der „sich gut entwickelt hat. Alles andere steht in den Sternen.“
Nicht jeder ist ein FCB-Insider
Im Gegensatz zu Basler ist der Vereinspräsident tatsächlich ein Bayern-Insider und auch wenn Krösche bei Eintracht Frankfurt einen guten Job machen mag, ist ein Engagement beim deutsche Rekordmeister eine ganz andere Hausnummer, die Herausforderungen um ein Vielfaches anspruchsvoller. Aber nicht nur ein Mario Basler scheint diese Komplexität nicht verstehen zu können.
