Harder gegen Eriksson: Die Bayern-Spielerinnen küssen und foulen sich

Die FCB-Spielerinnen Pernille Harder und Magdalena Eriksson sind verlobt, doch bei der EM in der Schweiz werden sie erbitterte Gegnerinnen sein.

2023 waren sie gemeinsam vom FC Chelsea zum FC Bayern gekommen, wo sie in der vergangenen Spielzeit das erste Double in der Geschichte der Frauen des deutschen Männer-Rekordmeisters gewannen. Nun treffen Magdalena Eriksson und ihre Verlobte Pernille Harder bei der Europameisterschaft in der Schweiz mit ihren Nationalmannschaften aufeinander. Es wird vermutlich wieder hart zur Sache gehen.

„Opfer“ muss Geschirr abwaschen

Beim letzten Mal verpasste die Schwedin ihrer dänischen Verlobten eine Rippenprellung und eine blaue Nase. Zu allem Überfluss musste „Opfer“ Harder auch noch das Geschirr abwaschen. Was könnte der Verliererin des Gruppenspiel-Duells zwischen Dänemark und Schweden bei dieser EM drohen? Harders Vorschlag im gemeinsamen sid-Interview: „Eine ganze Woche das Essen machen“, woraufhin Eriksson lachend kontert: „Ich weiß nicht, ob ich möchte, dass du für mich kochst.“

Ikonen der LGBTQ-Gemeinde, aber auf dem Platz erbitterte Gegnerinnen

Der Kuss der beiden Spielerinnen des FC Bayern bei der WM 2019 ging um die Welt und machte sie zu Ikonen der LGBTQ-Gemeinde. Doch wenn sich die 32-Jährigen auf dem Platz gegenüberstehen, muss die Liebe für 90 Minuten ruhen. Wie im Nations-League-Duell im Februar. Die beiden betrachten lachend ein Spiel-Foto, das sie im Infight zeigt. „Und das war nicht mal die schlimmste Situation“, meint Harder. Eriksson betont unschuldig: „Das war gar nix!“

Dennoch meint die dänische Torjägerin Harder über die hart geführten Zweikämpfe mit ihrer schwedischen Lebensgefährtin, dass sie nach der Partie „fünf oder zehn Minuten“ gebraucht hätte, „bevor ich mit ihr darüber reden konnte.“ „Dann war alles gut“, bestätigt Eriksson, „das gehört zum Fußball dazu. Wir wollen beide gewinnen, deshalb nehmen wir das nicht persönlich.“

Aufeinandertreffen der Lebenspartnerinnen um Viertelfinal-Einzug

Beim erneuten Aufeinandertreffen am Freitag in Genf steht für die ehrgeizigen FCB-Spielerinnen mehr auf dem Spiel als der Küchendienst in der gemeinsamen Wohnung in München. „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir beide weiterkommen, ist nicht sehr hoch“, denkt Eriksson über die schwierige Gruppe C mit den weiteren Vorrundengegnern Deutschland und Polen.

Dennoch haben beide hohe Ziele. „Wir träumen groß“, so Harder, die Dänemark 2017 als Mannschaftskapitän ins Finale geführt hatte, „aber wir wissen auch, dass es schwierig wird.“ Der Heimsieg in der Nations League über das deutsche Team habe jedoch gezeigt, dass „nichts unmöglich ist“. Eriksson stieß mit Schweden, mit dem sie je zweimal WM-Bronze und Olympiasilber gewann, 2022 bis ins EM-Halbfinale vor. Diesmal, sagt sie, sei das Endspiel das Ziel. „Wir werden alles geben.“

Offenheit, Toleranz und Gleichberechtigung

Außerhalb des Spielfeldes setzen sich beide für Offenheit, Toleranz und Gleichberechtigung ein. Dazu Harder: „Wir haben noch viel zu tun“ und Eriksson verweist auf die Zuschauerrekorde bei der EM: „Die Leute respektieren uns jetzt und halten uns für sehenswert. Jetzt müssen die Entscheidungsträger verstehen, dass wir auch Geld verdienen müssen. Die Ziele sind endlos. Wir müssen weiter dafür kämpfen.“ Die EM soll dabei helfen.

Der Frauenfußball biete laut Eriksson „ein Spektakel, bei dem es sicher und offen zugeht, bei dem die Stimmung gut ist, aber auf dem Platz extremer Wettbewerb herrscht“. Harder ergänzt: „Wir sind stolz darauf, dass hier jede sein kann, wie sie ist. Ich hoffe, dass wir andere Sportarten inspirieren können – auch den Männerfußball, den Männersport. Auch sie verdienen es, lieben zu dürfen, wen sie lieben wollen.“

Die große Hoffnung für verschiedene Teilbereiche und Ziele: „Wenn wir in zehn Jahren darauf zurückblicken“, sagt Harder über das „Familienduell“ mit Eriksson, „werden wir wahrscheinlich denken, dass es eine wunderbare Erfahrung war.“

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