Vor Flamengo: Kompany zu Sanés letztem Bayern-Spiel und Musialas Einsatzchancen

Auf der PK vor dem WM-Achtelfinale gegen CR Flamengo lässt sich Bayern-Coach Vincent Kompany beim Personal wie gewohnt nicht in die Karten schauen.

Mit Palmeiras und dem FC Chelsea stehen die ersten beiden Viertelfinalisten bei der Klub-WM schon fest. Der FC Bayern möchte am Sonntagabend, 22:00 MEZ in Miami gegen das brasilianische Spitzenteam Flamengo aus Rio de Janeiro nachziehen. Auf der obligatorischen Pressekonferenz vor der Partie lässt FCB-Chefcoach Vincent Kompany nicht in die Karten schauen und zeigt sich von den Diskussionen hierzulande unbeeindruckt.

Das Spiel gegen den „Regattaclub“ (CR steht tatsächlich dafür) aus Brasilien wäre im Falle einer Niederlage das letzte für die FCB-Legende Thomas Müller. Damit beschäftigten sich die Fragen der anwesenden Medienvertreter jedoch nicht, dafür aber umso mehr mit dem letzten Auftritt des deutschen Nationalspielers Leroy Sané im Münchner Trikot. Der 29-Jährige hatte nach seinem Auftritt gegen Benfica Lissabon in Deutschland viel Kritik einstecken müssen.

Vincent Kompany über Leroy Sanés bevorstehenden Abschied

Diese ist nicht beim 39-Jährigen in den USA angekommen. Der Belgier vertraut seinem früheren Teamkollegen bei Manchester City nach wie vor ohne Einschränkung: „Ich habe mich hundert Prozent fokussiert auf das nächste Spiel. Wir wissen, dass es sein letztes Spiel für den FC Bayern wird, mir ist aber wichtig, dass er seine Rolle morgen findet und der Mannschaft helfen kann.“

Auf Reporter-Nachfrage holt Kompany noch weiter aus: „Leroy gehört zu diesem Turnier und noch zu unserem Kader – es ist für mich nicht schwierig, eine ganz deutliche Rolle für einen Spieler zu sehen für den heutigen Tag, auch wenn es morgen anders aussieht.“

Der Chefcoach des Rekordmeisters unterscheidet dabei nicht zwischen Sané – auch wenn es definitiv sein letztes FCB-Match ist – und seinen Teamkollegen: „Ich schaue auf die Trainingsleistung der Jungs und werde nur nervös, wenn jemand nicht hundert Prozent dabei wäre. Da habe ich keine einzige Sekunde das Gefühl gehabt, dass im Kader jemand abgelenkt wäre.“ Dennoch: „Die emotionale Geschichte kann ich schon mitfühlen – aber in unserer Situation vor dem Achtelfinale kann ich mich da nicht so reinfühlen, wir sind Profis. Und morgen ist es eben anders als heute.“

FCB-Trainer über Jamal Musialas Einsatzchancen

Nach der Niederlage gegen Benfica Lissabon (0:1) wurde geschrieben, dass eigentlich ein (Kurz-)Einsatz von Edeltechniker Jamal Musiala nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung gegen Boca Juniors geplant war. Die im Spiel früh notwendigen fünf Auswechslungen sollen dies aber verhindert haben.

Der 22-Jährige dürfte gegen Flamengo definitiv einsatzfähig sein, unklar lediglich bleiben, ob bereits in der Startformation oder erst als Einwechselspieler. Kompany hierzu leicht kryptisch: „Manchmal als Trainer muss man akzeptieren, dass man nicht alles kontrollieren kann. Ich wünsche mir immer, dass alles perfekt läuft. Wichtig für Jamal ist: Er trainiert und ist wieder dabei – besser so, als wenn er gar nicht dabei wäre.“

Ob die Verantwortlichen von Flamengo aber auf sein Verwirrspiel eingehen werden. Denn der Belgier weiter: „Aber seine Rolle? Das werden wir noch abwarten und morgen entscheiden, ob er spielen kann. Wenn man aus der Verletzung kommt, hatte man keine Testspiele, dann muss man die Integration ins Team im Wettbewerb vornehmen. Das ist dieselbe Situation wie bei Minjae. Aber wann und wie lange das dauern wird, werden wir noch sehen.“

Vincent Kompany über die Bedeutung und das Niveau des WM-Turniers

Gewohnt diplomatisch beantwortet Kompany die Frage nach der Bedeutung der Klub-WM für den FC Bayern: „Das ist schwierig einzuordnen, weil als Bayern München kann man nicht sagen, ein Wettkampf wäre wichtiger als ein anderer, sie sind alle wichtig. Wir sind stolz, dass wir bei der Klub-WM starten können, wir haben viele Mannschaften aller Kontinente gesehen – und auch gesehen, dass Fußball ein globaler Sport ist.“

Ganz der gewohnte „Gentleman“: „Es ist ein starkes Niveau, nicht alle Kontinente sind auf einem Level, vor allem Südamerika und Europa sind sehr stark. Aber die anderen sind auch nahe dran.“

Vincent Kompany ist bestens auf das Turnier vorbereitet: Als Coach des FC Bayern, der den Titel gewinnen möchte, aber auch als diplomatischer Vertreter des Vereins bei einer Weltmeisterschaft.

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