Vor dem CL-Viertelfinal-Rückspiel in San Siro gegen Inter Mailand beantwortete Harry Kane auf der PK die Fragen der Medienvertreter und zeigte sich optimistisch.
Trotz der bitteren 1:2-Heimniederlage vor einer Woche in der Allianz Arena sind die Bayern alles andere als pessimistisch nach Norditalien gereist. Vereinsfunktionäre, Trainer und auch die Spieler sind davon überzeugt, dass der Rekordmeister auch sein fünftes Europapokalspiel beim aktuellen italienischen Meister gewinnen wird. So auch der Münchner Toptorjäger Harry Kane auf der traditionellen PK vor der Partie.
Der Kapitän der englischen Nationalmannschaft hatte zuletzt selbst eine für ihn ungewöhnliche Ladehemmung auf dem Spielfeld, gegen Inter vergab er früh im Spiel eine sogenannte „Hundertprozentige“, die dem Verlauf der Partie eine ganz andere Richtung hätte geben können. Der 31-Jährige lässt sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen, strahlt dagegen demonstrativ Optimismus aus, auch was seine Sturmkollegen betrifft.
„Ich wäre besorgter, wenn wir nur wenige Chancen kreieren würden. Die Torhüter haben in den vergangenen Partien auch sehr gute Spiele gemacht. Wir wollen morgen noch konsequenter sein und die Möglichkeiten, die wir haben, nutzen“, so Kane voller Hoffnung, dass die Flaute just im bisher wichtigsten Spiel der Saison beendet werden kann.
Dennoch zollt Kane dem Gegner großen Respekt: „Sie sind ein sehr gutes Team, sowohl offensiv als auch defensiv. Sie haben uns insbesondere bei Kontern Probleme gemacht. Im Viertelfinale der Champions League spielt man gegen die besten Mannschaften. Wir erwarten wieder ein intensives Spiel“.
Probleme gab es beim deutschen Rekordmeister zuletzt nicht nur bei der Effizienz der Offensive, die personell arg gebeutelte Defensive schwächelte bedenklich. So wurde Kane auch auf seinen Teamkollegen Minjae Kim angesprochen, dem – körperlich angeschlagen – einige Patzer unterliefen. Auch hier zeigt sich der Engländer optimistisch, aber auch solidarisch: „Manchmal motiviert dich solch eine Situation, um noch stärker zurückzukommen. Wir gewinnen und verlieren zusammen als Team. Minjae ist einer unserer besten Spieler. Er weiß, wie man in Italien spielt. Wir helfen uns gegenseitig als Team, um unsere Ziele zu erreichen“.
Die Torschützenliste in der Champions League interessiert den Mittelstürmer zwar, aber sie genießt nicht seine oberste Priorität: „Raphinha, Lewandowski, Mbappé – das sind alles tolle Stürmer, die noch im Rennen sind. Topscorer zu sein, ist ein Resultat aus gutem Teamwork. Mein Fokus liegt darauf, dass wir morgen gewinnen.“ Der 31-Jährige konnte zum Zeitpunkt der PK noch nicht ahnen, dass der Dortmunder Serhou Guirassy mit seinem Hattrick gegen Barcelona davon ziehen würde. Dafür dürfte Kylian Mbappé mit seinen bisherigen sieben Toren kein wirklicher Konkurrent sein.
Gelingt es Harry Kane, im San Siro die erste sich bietende Chance zu nutzen und sein bisheriges CL-Torkonto von zehn aufzustocken, wäre das in der Tat für ihn und den FC Bayern auf dem Weg ins so heißersehnte „Finale dahoam“ wesentlich bedeutsamer als der Individualtitel des CL-Torschützenkönigs.
Titelbild: Harry Kane in Jubelpose – auch in Mailand?
